Photovoltaik-Dachanlage in Bayern

Mit kleinen Photovoltaik-Anlagen lassen sich auch 2016 gute Renditen erzielen.
Foto: Azur Solar

Renditen für kleine Photovoltaik-Dachanlagen weiter attraktiv

07. Januar 2016 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Das Solar Cluster Baden-Württemberg rechnet vor, warum sich die Investition in eine neue Photovoltaik-Anlage für Hausbesitzer nach wie vor lohnt. Gesunkene Investitionskosten bei stabiler Einspeisevergütung und etwa höheren Strompreisen machen Solarstrom rentabel. Mit der Optimierung des Eigenverbrauchs kann die Rendite aus Sicht der Branchenvereinigung noch gesteigert werden.

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Die Investitionskosten in schlüsselfertige Photovoltaik-Dachanlagen sind nach Angaben des Solar Cluster Baden-Württemberg in den vergangenen zwei Jahren um bis zu zehn Prozent gesunken. 2014 habe der durchschnittliche Preis für eine Anlage bis zehn Kilowatt Leistung noch bei 1640 Euro pro Kilowatt gelegen. „Jetzt beträgt der durchschnittliche Preis sogar nur noch 1.490 Euro“, sagt Carsten Tschamber vom Solar Cluster Baden-Württemberg. Diesen gesunkenen Investitionskosten stünden nun höhere Einnahmen gegenüber, gerade wenn der Solarstrom selbst verbraucht werde. Die Strompreise für Privatkunden hätten sich um etwa zwei Prozent zu Jahresbeginn erhöht. Damit ist Eigenverbrauch noch lohnender geworden.

Zugleich bleiben aber auch die Photovoltaik-Einspeisetarife stabil. Aufgrund des geringen Zubaus neuer Anlagen hat die Bundesnetzagentur erneut keine monatliche Kürzung der Solarförderung ermittelt. Die Photovoltaik-Einspeisetarife verbleiben damit bis Ende März auf dem Niveau von September 2015. Für kleine Photovoltaik-Dachanlagen liegt die Vergütung bei 12,31 Cent pro Kilowattstunde. „Bei einer guten Planung und erhöhtem Eigenverbrauch sind Renditen von fünf bis sechs Prozent möglich – mehr als jede Festgeldanlage derzeit bringt, und das ökologisch“, sagt Carsten Tschamber weiter.

Als Treiber für die Rendite sieht das Solar Cluster Baden-Württemberg vor allem die Optimierung des Eigenverbrauchs. Der Preis für Haushaltsstrom liege derzeit netto bei etwa 25,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für selbst erzeugten Solarstrom seien bei 11 bis 13 Cent pro Kilowattstunde angekommen. Hausbesitzer könnten also derzeit rund 13 Cent pro Kilowattstunde einsparen, wenn sie den Strom ihrer Photovoltaik-Anlage direkt nutzten. Um den Eigenverbrauch zu optimieren, bedürfe es einer sorgfältigen Dimensionierung und Planung der Photovoltaik-Anlagen, heißt es weiter. Neben einer Verlagerung des Stromverbrauchs in die Mittagsstunden könnten auch eine Ost-West-Ausrichtung der Photovoltaik-Anlage oder die Anschaffung eines Batteriespeichers den Eigenverbrauch weiter erhöhen.

Die KfW-Speicherförderung für Batteriespeicher im Zusammenhang mit kleinen Photovoltaik-Anlagen war zum Jahresende ausgelaufen. Derzeit arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium an einem neuen Förderprogramm. Es ist allerdings noch offen, wann und zu welchen Konditionen Photovoltaik-Speicher künftig wieder gefördert werden. Das Solar Cluster Baden-Württemberg weist aber darauf hin, dass es bei der KfW seit diesem Jahr aber auch zwei neue Programme gibt, über die Speichersysteme mit zinsgünstigen Krediten mitfinanziert werden. Es handele sich um die Programme „Erneuerbare Energien (270, 274)“ und „Energieeffizient Bauen (153)“. (Sandra Enkhardt)

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Johann Karl aus Bubenr | http://www.energieumdenker.de

Freitag, 08.01.2016 18:35

Gerne wird pauschalisiert und Rendite-Erträge in den Raum geworfen. Netto wird der Strom in Franken deutlich unter den genannten 25,5 Cent angeboten. Unter Umständen wird ein aufwendiges Gerüst [...]

Alfred Körblein aus Nürnberg

Freitag, 08.01.2016 09:38

Wirtschaftlichkeit im Einzelfall prüfen! Die pauschale Aussage, kleine PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern seien auch 2016 noch wirtschaftlich, halte ich aus folgenden Gründen für gewagt. - Spezifische [...]

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Kommentare 1 - 2 von 2

Johann Karl aus Bubenr | http://www.energieumdenker.de

Freitag, 08.01.2016 18:35

Gerne wird pauschalisiert und Rendite-Erträge in den Raum geworfen.
Netto wird der Strom in Franken deutlich unter den genannten 25,5 Cent angeboten.
Unter Umständen wird ein aufwendiges Gerüst benötigt, der Zählerschrank muss ertüchtigt werden, eine fachmännische Montage am Dach wird ebenso erwartet wie eine gute Überwachung mit separatem Zähler und Homemanagement. Und dass dann bitte schon noch mit 5-6 % Rendite?
Beziehe ich Produkte aus Deutschland oder no-names? Worauf möchte ich mich bei einer Anlage für eine Laufzeit von 20-30 Jahren verlassen? Da schließe ich mich Herrn Köberlein an. Im Einzelfall die Wirtschaftlichkeit anschauen, und sich von einem Fachmann beraten lassen, der schonungslos alle Kosten mit reinpackt. Billig hat sich für einen Jeden schon wenigstens einmal im Leben als absolut überteuert erwiesen.
PV ist eine der wenigen Investitionen, die sich über die Laufzeit mehr als abbezahlen, die fossilen Ressourcen schont und einen persönlichen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt darstellt. Da muss ich nicht mehr mit schöngerechneten Renditen argumentieren, sondern auf die vielen positiven Vorteile, auch die Freude am Eigenverbrauch und Sonnenschein zähle ich dazu, verweisen.
Da bin ich für eine ehrliche Darstellung, der SUV, das neue Bad oder die neue Küche, die zahlen sich nicht von selber ab, werden aber trotzdem gekauft. Da ist eine Investition in Photovoltaik eine ganz andere, bessere Hausnummer.
Johann Karl
ENERGIEUMDENKER.DE

Alfred Körblein aus Nürnberg

Freitag, 08.01.2016 09:38

Wirtschaftlichkeit im Einzelfall prüfen!

Die pauschale Aussage, kleine PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern seien auch 2016 noch wirtschaftlich, halte ich aus folgenden Gründen für gewagt.
- Spezifische Kosten von ca. 1500 € mögen für PV-Anlagen zwischen 5 und 10 kWp typisch sein. Für kleinere Ablagen, z.B. 3 kWp, sind sie aber deutlich höher.
- Renditen größer als 6& p.a. mögen bei Investitionskosten von 1500 €/kWp und einem spezifischen jährlichen Stromertrag > 950 kWh/kWp zu erreichen sein.
- Allerdings hängt die Rendite auch stark von der Eigenverbrauchsquote ab. Und diese sinkt mit der Größe der PV-Anlage.
- Der Strompreis ist keine feste Größe; da gibt es, abhängig vom Stromanbieter, erhebliche Unterschiede.
Noch etliche weitere Annahmen gehen in die Berechnung der Wirtschaftlichkeit ein (Strompreissteigerung, Steuersatz, Kreditkonditionen, etc.). Deshalb ist eine Einzelfallberechnung anzuraten. Ein kostenloses Excel-basiertes Programm (solarstrom.xls) bietet das Umweltinstitut München auf seiner Website www.umweltinstitut.org -> Energie und Klima -> Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder direkt unter dem folgenden Link:
http://www.umweltinstitut.org/fileadmin/Mediapool/Downloads/01_Themen/02_Energie-und-Klima/Wi[..]

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