Watt Rally 2027: Langstreckenrallye geht auch elektrisch

Auch Elektroautos mit weniger als 300 Kilometern Reichweite können bei der Watt Rally 2027 an den Start gehen. Damit sie Norwegen problemlos erreichen, planen die Veranstalter eine Route, auf der höchstens 200 Kilometer zwischen zwei Schnelllademöglichkeiten liegen. Gleichzeitig soll dokumentiert werden, welche Erfahrungen die Teams unter realen Bedingungen machen.

Die Reichweite zählt noch immer zu den größten Bedenken, wenn es darum geht, mit einem Elektroauto in den Urlaub zu fahren oder mehrere Länder zu durchqueren. Dabei ist die Batteriekapazität nicht der einzige Faktor, der bei langen Reisen eine Rolle spielt.

Auch die Verfügbarkeit von Ladestationen, die Ladegeschwindigkeit, die Routenplanung und die Organisation der einzelnen Etappen sind entscheidend. Die Watt Rally 2027 will dies auf der Straße unter Beweis stellen und bringt Elektrofahrzeuge mit unterschiedlichen technischen Eigenschaften und Reichweiten zusammen.

Im Jahr 2027 besteht die eigentliche Herausforderung nicht mehr darin, herauszufinden, ob ein Elektroauto Europa durchqueren kann. Es geht darum zu zeigen, wie zugänglich solche Reisen inzwischen geworden sind.

Fahrzeuge mit weniger als 300 Kilometern Reichweite am Start

Vom 8. bis zum 17. Juni 2027 fahren die Teams ausschließlich mit vollelektrischen Fahrzeugen von Amsterdam bis nach Hemsedal in Norwegen. Unter den teilnehmenden Autos können sich sowohl Modelle mit einer angegebenen Reichweite von weniger als 300 Kilometern als auch Fahrzeuge befinden, die zwischen zwei Ladevorgängen deutlich längere Strecken zurücklegen können.

Ziel ist es nicht, die Leistung der Fahrzeuge miteinander zu vergleichen oder das Modell mit der größten Reichweite zu ermitteln. Vielmehr soll gezeigt werden, wie Fahrzeuge mit unterschiedlichen Kapazitäten dieselbe Route bewältigen können, indem Anzahl, Dauer und Ort der Ladestopps entsprechend angepasst werden.

Die Vielfalt der teilnehmenden Fahrzeuge soll verdeutlichen, dass es nicht nur eine einzige Art gibt, elektrisch zu reisen. Die Liste der teilnehmenden Modelle und ihrer jeweiligen Reichweiten wird kurz vor dem Start bekannt gegeben.

Eine Route, die rund um die Lademöglichkeiten geplant wird

Damit die Strecke für Fahrzeuge mit unterschiedlichen Reichweiten geeignet ist, erfassen die Veranstalter derzeit alle verfügbaren Schnellladepunkte entlang der gesamten Route.

Das Ziel besteht darin, eine Strecke zu entwickeln, auf der die Teams nie mehr als 200 Kilometer zurücklegen müssen, ohne eine Schnelllademöglichkeit zu erreichen. Zusätzlich werden alternative Ladepunkte eingeplant, damit die Teilnehmer bei einem Ausfall nicht auf eine einzige Station angewiesen sind.

Jedes Team kann seine Ladestopps entsprechend der Reichweite und Ladegeschwindigkeit seines Fahrzeugs sowie dem eigenen Reiserhythmus selbst organisieren. Die Teilnehmer müssen daher weder am selben Ort noch zur selben Zeit laden.

Auf diese Weise sollen auch Modelle mit geringerer Reichweite dieselbe Route wie alle anderen Fahrzeuge bewältigen können. Lediglich die individuelle Ladestrategie wird entsprechend angepasst.

Schätzungsweise 12 bis 15 Ladevorgänge während der gesamten Reise

Bei einem Fahrzeug mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer entsprechen die knapp 3.000 Kilometer der Route einem Energiebedarf von etwa 600 kWh.

Ersten Schätzungen zufolge werden während der gesamten Rallye zwischen 12 und 15 Ladevorgänge erforderlich sein, die je nach Fahrzeug und Leistung der genutzten Ladesäule jeweils etwa 20 bis 35 Minuten dauern.

Auf einer zehntägigen Reise können viele dieser Ladevorgänge während der Essenspausen, Besichtigungen, Ruhezeiten oder Übernachtungen erfolgen. Das Laden wird dadurch nicht zu einer Unterbrechung der Reise, sondern zu einem festen Bestandteil ihres Rhythmus.

Norwegen ist für diese Demonstration ein besonders symbolträchtiges Reiseziel. Bereits im Juni 2026 verfügte das Land über mehr als 11.000 Schnellladepunkte, darunter auch in Bergregionen und vergleichsweise abgelegenen Gebieten. Das Ladenetz ermöglicht es heute, Elektromobilität mit weiten Landschaften, Panoramastraßen und Langstreckenreisen zu verbinden.

„Mit der Watt Rally wollen wir zeigen, dass eine lange Reise mit dem Elektroauto nicht allein von der Batteriekapazität abhängt. Ebenso wichtig sind die Routenplanung, die vorhandene Infrastruktur und die Art und Weise, wie die Teams die einzelnen Etappen gestalten. So kann das Laden zu einem natürlichen Bestandteil des Roadtrips werden, anstatt als Hindernis wahrgenommen zu werden“, erklärt Jeoffrey Decoupigny, Organisator der Watt Rally.

Reale Erfahrungen der Teams dokumentieren

Um über die von den Herstellern angegebenen Reichweiten hinauszugehen, können freiwillige Teams ihre Erfahrungen während der gesamten Reise dokumentieren.

Zu den erhobenen Informationen können insbesondere der tatsächliche Energieverbrauch des Fahrzeugs, die Anzahl der Ladevorgänge, die an den Ladestationen verbrachte Zeit, die Energiekosten der Reise, die tatsächliche Reichweite auf den verschiedenen Etappen sowie eventuell aufgetretene Schwierigkeiten gehören.

Sofern ausreichend vollständige und vergleichbare Daten erhoben werden können, möchte die Access Organisation Group nach der ersten Ausgabe eine Bilanz veröffentlichen.

Diese Auswertung soll konkret zeigen, wie Fahrzeuge mit unterschiedlichen Reichweiten ihre Reise organisiert haben, und Orientierungspunkte für elektrische Langstreckenfahrten liefern.

Eine touristische Rallye ohne Zeitrennen

Die Watt Rally ist weder ein Zeitrennen noch ein Wettbewerb, der sich ausschließlich an erfahrene Fahrer richtet. Sie ist eine touristische Rallye für Auto- und Reisebegeisterte sowie für Paare, Familien und Freundesgruppen, die Europa auf eine neue Art entdecken möchten.

Zehn Tage lang durchqueren die Teilnehmer die Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen. Verschiedene Challenges, Besichtigungen und Erlebnisse begleiten die Teams bis nach Hemsedal im Herzen der norwegischen Bergwelt.

PRAKTISCHE INFORMATIONEN
Veranstaltung: Watt Rally 2027
Datum: 8. bis 17. Juni 2027
Start: Amsterdam, Niederlande
Ziel: Hemsedal, Norwegen
Durchquerte Länder: Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen
Strecke: knapp 3.000 Kilometer
Dauer: 10 Tage
Teilnehmer: bis zu 100 Teams
Fahrzeuge: ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge
Teilnahmegebühr: ab 890 Euro pro Person
Informationen und Anmeldung: https://watt-rally.com/formules/

Über die Watt Rally
Die Watt Rally ist die erste touristische Rallye, die von der Access Organisation Group (AOG) vollständig für Elektrofahrzeuge entwickelt wurde. Vom 8. bis zum 17. Juni 2027 fahren bis zu 100 Teams von Amsterdam nach Hemsedal in Norwegen. Die knapp 3.000 Kilometer lange Strecke führt durch die Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen.

Die Watt Rally wurde als neue Form des automobilen Reisens konzipiert und verbindet Fahrspaß, Entdeckungen, beeindruckende Landschaften, Gemeinschaft und Elektromobilität. Spielerische Challenges und Aufgaben begleiten die einzelnen Etappen in einem Wettbewerbsformat, das für alle zugänglich ist.

Mit mehr als 20 organisierten Veranstaltungen und rund 1.500 bereits betreuten Teams entwickelt AOG mit der Watt Rally ein neues automobiles Abenteuer, das auf die Mobilität von morgen ausgerichtet ist.