Nordrhein-Westfalen hat gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Wasserstoffhochlauf: Eine energieintensive Industrie mit hoher Nachfrage, die vorteilhafte geografische Lage innerhalb des European Hydrogen Backbone, die zentrale Anbindung an das sich im Aufbau befindliche Wasserstoffkernnetz sowie lokale geologische Wasserstoffspeicherpotenziale und relevante Hafenanbindungen. Bereits 50 Megawatt Elektrolyseleistung sind inzwischen in NRW in Betrieb, weitere über 200 Megawatt genehmigt oder bereits im Bau. Erste Leuchtturmprojekte in der Industrie sowie geschlossene Lieferverträge für Tankstellen in der Rhein-Ruhr-Region zeigen, dass auch die industrielle Bereitschaft zur Transformation vorhanden ist.
Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin von NRW.Energy4Climate: „Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Nordrhein-Westfalen schreitet besser voran, als die öffentliche Berichterstattung derzeit vermuten lässt. Unternehmen halten nicht zuletzt dank der klaren politischen Ausrichtung der Landesregierung auch in schwierigen Zeiten an ihren Projekten fest und tätigen Investitionen, die das Potenzial haben, Europas größten Industriestandort zum künftigen Wasserstoff-Hotspot zu machen. Jetzt geht es darum, noch bestehende regulatorische Bremsen auf EU-Ebene zu lösen und im Zusammenwirken mit dem Bund geeignete Voraussetzungen für die schnelle Skalierung einer resilienten Wasserstoffwirtschaft zu schaffen.“
Erzeugung, Infrastruktur, Nachfrage – Lösungen für mehr Tempo
Um den Hochlauf abzusichern, formuliert die IN4climate.NRW-Publikation in den drei zentralen Handlungsbereichen Erzeugung, Infrastruktur und Nutzung folgende Empfehlungen:
Erzeugung wettbewerbsfähig machen: Hohe Stromkosten sind der Hauptkostentreiber für heimische Elektrolyseure. Um diese zu senken, sind ein beschleunigter Ausbau Erneuerbarer Energien, eine bessere Koordinierung von Erzeugung und Verbrauch, dynamisierte Netzentgelte und eine pragmatischere EU-Regulatorik erforderlich. Die RED-Kriterien der EU müssen u. a. durch verlängerte Übergangsfristen flexibler werden. Konkret bedeutet das, dass die Kriterien der Zusätzlichkeit und stündlichen Korrelation erst ab 2035 gelten und Ausnahmeregelungen für das Alter von EE-Anlagen auch bei Direktstrombezug geschaffen werden sollten.
Infrastruktur vorausschauend ausbauen: Der Aufbau des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes muss weiter zügig und bedarfsorientiert vorangehen – mit frühzeitig und vorsorglich eingeplanten und eingebauten T-Stücken für spätere Verteilnetzanschlüsse. Für Verteilnetze müssen tragfähige Finanzierungsmodelle entwickelt werden. Ohne sie bliebe Wasserstoff auf Großabnehmer beschränkt, mittelständischen Betrieben in der Fläche wäre der Zugang erschwert.
Nachfrage und Investitionssicherheit gezielt fördern: CO2-Differenzverträge sieht die Initiative als das zentrale Instrument für First Mover, um Leuchtturmprojekte zu etablieren. Ergänzend weist IN4climate.NRW auf die Notwendigkeit von Leitmärkten hin, die sich durch strategische öffentliche Beschaffung und verbindliche Abnahmegarantien inkl. EU-weiter Standards aufbauen lassen.
Über IN4climate.NRW
IN4climate.NRW ist eine Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Unter dem Dach der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW.Energy4Climate bringt der Thinktank Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um die klimaneutrale Transformation der Industrie voranzutreiben. Mehr als 80 Unternehmen und Verbände aus der Grundstoffindustrie und der weiterverarbeitenden Industrie sowie fünf Forschungseinrichtungen engagieren sich in verschiedenen Arbeitsformaten in der Bearbeitung der zentralen Transformationsthemen.
Mehr erfahren unter www.in4climate.nrw





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