Dieser Beitrag erläutert kurz aus Ertragsperspektive, dass es kein Photovoltaikmodul gibt, das für alle Anwendungsszenarien die „beste Wahl“ darstellt, und dass technologische Unterschiede im Zusammenhang mit konkreten Einsatzbedingungen und dem langfristigen Betrieb zu bewerten sind. Für weiterführende Berechnungen, Vergleiche und Analysen siehe den Originalartikel „Warum das ‚beste Photovoltaikmodul‘ eine falsche Annahme ist“.
Es gibt kein universell „bestes“ Photovoltaikmodul
In realen Projekten geht es bei der Modulauswahl nicht darum, das leistungsstärkste Modul zu finden, sondern unter gegebenen Bedingungen jene Lösung zu bewerten, die einen stabilen und realisierbaren Stromertrag ermöglicht.
Da sich Dachgegebenheiten, Umweltfaktoren, Systemauslegung und Betriebsdauer von Projekt zu Projekt unterscheiden, ist die Bewertung eines „besten Moduls“ ohne Anwendungskontext wenig zielführend. Entscheidend ist aus Ertragsperspektive nicht der Parameterwert, sondern das langfristige Betriebsverhalten unter realen Bedingungen.
Wirkungsgrad und Leistung reichen als Bewertungsmaßstab nicht aus
Modulwirkungsgrad und Nennleistung basieren auf standardisierten Testbedingungen und bilden den realen Betrieb nur eingeschränkt ab.
Temperatur, Montage, Systemauslegung und Betriebsdauer verändern den Arbeitspunkt eines Moduls fortlaufend und können selbst auf demselben Dach zu spürbaren Ertragsunterschieden führen.
Kennwerte sind daher nicht bedeutungslos, eignen sich jedoch nicht als alleinige Grundlage für die Bewertung der langfristigen Wirtschaftlichkeit; entscheidend ist der tatsächlich stabile und planbare Energieertrag im jeweiligen System.
Technologie- und Strukturunterschiede wirken vor allem langfristig
Unterschiedliche Zelltechnologien und Modulstrukturen zeigen in der Anfangsphase eines Projekts meist vergleichbare Ertragswerte. Relevante Unterschiede entstehen in der Regel erst über die Zeit durch kumulative Betriebseinflüsse.
Auf Strukturebene gilt:
Glas-Glas-Module bieten eine höhere mechanische Stabilität und tragen insbesondere bei großen Temperaturunterschieden oder hoher Luftfeuchtigkeit zu einem gleichmäßigeren Betrieb bei.
Bifaziale Module liefern nur dann einen relevanten Mehrertrag, wenn die rückseitigen Einstrahlungsbedingungen dauerhaft gegeben sind.
Bifaziale Glas-Glas-Module kombinieren strukturelle Stabilität mit Rückseitenstromerzeugung, deren Nutzen stark von langfristig stabilen Umgebungsbedingungen abhängt.
Auf Technologieebene:
TOPCon zeichnet sich durch ein gleichmäßiges Betriebsverhalten aus und lässt sich insbesondere in größeren oder stärker schwankenden Umgebungen gut in kalkulierbare Erträge überführen.
HJT bietet Vorteile bei Temperaturverhalten und bifazialer Nutzung, die sich vor allem in der langfristigen Energieakkumulation zeigen.
IBC erhöht die nutzbare Erzeugung pro Fläche und entfaltet seine Stärken vor allem bei begrenzter Dachfläche oder komplexen Verschattungssituationen.
Diese Unterschiede sind kurzfristig oft kaum sichtbar, prägen jedoch die Ertragsstruktur über mehrere Betriebsjahre hinweg.
Bei begrenzter Dachfläche zählt der Ertrag pro Quadratmeter
Bei Wohngebäuden sowie kleinen und mittleren Gewerbeanlagen ist die verfügbare Dachfläche häufig vorgegeben. Unter diesen Bedingungen verlagert sich der Fokus der Modulauswahl von nominellen Kennwerten hin zum langfristig erzielbaren Ertrag pro Quadratmeter.
Strukturelle Eigenschaften wie Verschattungstoleranz, thermisches Verhalten und Systemverluste wirken sich unter Flächenrestriktionen stärker aus und beeinflussen die langfristig nutzbare Energiemenge.
Photovoltaikauswahl folgt den Ertragszielen des Projekts
Eine sachgerechte Photovoltaikauswahl orientiert sich an klar definierten Ertragszielen und wird erst bewertbar, wenn Dachbedingungen, Netzanschluss und Systemrahmen feststehen.
Eigenverbrauchsorientierte Anlagen fokussieren die Übereinstimmung von Erzeugung und Lastprofil, investitionsgetriebene Systeme die langfristige Stabilität und Ertragsvorhersagbarkeit. Entsprechend gibt es kein für alle Szenarien geeignetes Modul, sondern Lösungen, die unter bestimmten Bedingungen besser zu den jeweiligen Projektzielen passen.





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