Die Energiewende zeigt in Deutschland viele Erfolge. Entscheidend ist nun, den zunehmend erneuerbaren Strom flexibel, wirtschaftlich und effizient nutzbar zu machen. Diese zentrale Frage hat der Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES) beim Verbändegespräch der Energieministerkonferenz unter Schirmherrschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern am 29. September adressiert.
Speichertechnologien als Grundpfeiler der Energiewende
Energiespeicher sind unverzichtbar für die Integration erneuerbarer Energien. Sie sichern deren langfristige Marktgrundlage und machen das Energiesystem stabil, resilient und kosteneffizient. Speicher finden heute bereits in zahlreichen Bereichen Anwendung – von Privathaushalten über Industrie und Gewerbe bis hin zu kritischer Infrastruktur.
„Man könnte erwarten, dass die Energiespeicherbranche als Innovations- und Wachstumsmotor entsprechende politische Unterstützung erfährt. Schließlich sind wir Problemlöser ohne Kosten für die öffentliche Hand. Leider erleben wir immer wieder das Gegenteil: Speicher werden zunehmend als Sündenbock abgestempelt, während der eigentliche Reformbedarf in der Netzinfrastruktur zu wenig Beachtung findet“, betont Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.
Damit die Transformation des Energiesystems gelingt, braucht es konkrete Schritte:
– Genehmigungshürden abbauen: Uneinheitliche Regelungen und lange Verfahren bremsen Speicherprojekte aus. Einheitliche Bauvorgaben und klare Privilegierungen (§ 35 BauGB) sind nötig, um Planungssicherheit zu schaffen und Kommunen zu entlasten.
– Netzanschlüsse verbessern: Speicher brauchen transparente, faire und verlässliche Netzanschlussverfahren. Die aktuell bestehende KraftNAV darf nicht ersatzlos entfallen – sonst droht erhebliche Rechtsunsicherheit.
– Standortvorteile nutzen: Energiespeicher bringen lokale Wertschöpfung – von Gewerbesteuereinnahmen über Kostenvorteile für Unternehmen bis hin zu Versorgungssicherheit. Mit einer konstruktiven und pragmatischen Herangehensweise könnten die Länder gezielte Wertschöpfung generieren.
„Jahrelang hieß es, wir bräuchten mehr Speicher im Energiesystem – jetzt kommen endlich die Speicher, doch werden sie nun durch Bürokratie und Blockaden ausgebremst. Über 200 Mrd. EUR privatwirtschaftliche Speicherinvestitionen stehen für die nächsten Jahre in den Startlöchern. 200 Mrd. EUR Investitionen in ein zukunftssicheres Energiesystem, ohne Förderung, Subventionen und Zuschüsse, man muss nur die regulatorische Tür öffnen.“, so Windelen weiter.
Die notwendigen rechtlichen Regelungen für mehr Rechtssicherheit und Investitionssicherheit liegen seit langem und in einem breiten Konsens beschlussfertig auf dem Tisch. Doch sind sie auch im aktuellen Gesetzgebungsverfahren leider wiederum nicht zu finden. Hier muss nun schnell nachgebessert werden, um dem Grundsatz des BMWE-Energiewendemonitoring gerecht zu werden, das besagt: „Maßnahmen mit schneller Wirkung und Kosteneffizienz nach vorne bringen!“
Der BVES – Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. ist die führende Stimme für Unternehmen und Organisationen aus allen Bereichen der systemischen Energiespeicherung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Als technologieoffener Industrie-Verband ist der BVES Dialogpartner für Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Er bündelt die Kräfte der wichtigsten Branchenvertreter, gestaltet die öffentliche und politische Diskussion und berät bei der Ausgestaltung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, sowie Standards und Normen auf regionaler Ebene, Bundes- und EU-Ebene.





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