Wittenberg, 2. März 2026 – Bei einem Unternehmer-Roundtable am Standort der Tesvolt AG haben heute 52 Unternehmen aus der Region mit Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche über zentrale wirtschafts- und energiepolitische Herausforderungen diskutiert. Auch Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident Reiner Haseloff, sein Nachfolger Sven Schulze und Nico Elsner, CDU-Landtagskandidat, nahmen an der Diskussion teil. Für Tesvolt stand dabei die Zukunft der Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicherprojekte im Mittelpunkt. Davon hinge wesentlich ab, ob in den kommenden zehn Jahren die privatwirtschaftlich geplanten 200 Milliarden Euro tatsächlich in Energiespeicherprojekte investiert würden. Zudem machte Tesvolt deutlich, wie wichtig hohe Sicherheitsstandards bei kritischer Energieinfrastruktur sind und forderte eine verbindliche Whitelist für vertrauenswürdige Länder im europäischen Binnenmarkt.
Netzentgeltbefreiung für Speicher durch Fonds erhalten
„Wenn die Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher in Frage gestellt wird, trifft das eine Branche, die für die stabile Energieversorgung in Deutschland systemrelevant ist. Schon die aktuelle politische Diskussion führt zu einer erheblichen Verunsicherung bei Banken, Projektierern und Investoren“, sagte Daniel Hannemann, CEO und Co-Founder von Tesvolt. „Wir brauchen jetzt klare und verlässliche Rahmenbedingungen, damit Investitionen in Speicherprojekte nicht ausgebremst werden. Speicher entlasten das Netz – sie dürfen deshalb nicht durch zusätzliche Netzentgelte bestraft werden.“
Hannemann schlug vor, netzbezogene Infrastrukturkosten nicht über zusätzliche Belastungen für Speicherprojekte zu finanzieren, sondern aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundes. Das würde dem Systemnutzen von Speichern gerecht und den Ausbau der Speicherinfrastruktur unterstützen.
Privatwirtschaft plante Investitionen von 200 Milliarden Euro in Energiespeicher
Nach Angaben des Bundesverbands Energiespeicher Systeme (BVES) plant die Branche in den kommenden zehn Jahren privatwirtschaftliche Investitionen von mehr als 200 Milliarden Euro in Energiespeicher – ohne Subventionen oder Zuschüsse. Tesvolt betonte außerdem die wirtschaftliche Rolle von Speichern für den Standort Deutschland: Energiespeicher helfen, Stromspitzen aus erneuerbaren Energien aufzunehmen und zeitlich verschoben bereitzustellen. Dadurch wird das Stromsystem effizienter, das Netz entlastet und die Grundlage für wettbewerbsfähigere Energiekosten in Industrie und Mittelstand gestärkt.
Speicherbranche wichtig für Sachsen-Anhalt
Ministerpräsident Sven Schulze: „Sachsen-Anhalt ist Energiestandort – und wir wollen Technologiestandort bleiben. Unternehmen wie Tesvolt zeigen hier in unserer Region, dass Zukunft nicht verwaltet, sondern entwickelt und produziert wird. Genau das ist die Stärke Ostdeutschlands: Wir packen an, wir denken industriell, wir setzen Innovation in konkrete Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze um. Batteriespeicher sichern unser Stromsystem und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie – gerade hier bei uns im Osten. Wenn privat Milliarden investiert werden sollen, dann braucht es klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Planungssicherheit ist kein Detail, sondern die Grundlage dafür, dass Investitionen in Sachsen-Anhalt stattfinden und nicht anderswo. Nur so bleiben wir Treiber der industriellen Transformation – und sichern Wachstum und Arbeitsplätze in unserer Heimat.“
Cybersicherheit und europäische Standards
Ein weiterer Punkt des Austauschs war die Cybersicherheit im Energiesystem. „Cybersicherheit ist bei Batteriespeichern eine Frage der nationalen und europäischen Versorgungssicherheit. Wer Zugriff auf Systeme und Updates hat, hat Zugriff auf kritische Energieinfrastruktur. Deshalb brauchen wir im europäischen Binnenmarkt eine verbindliche Whitelist für Unternehmen aus vertrauenswürdigen Ländern und die klare Regel, dass Softwareupdates für kritische Speicher- und Energieanlagen nur von ihnen kommen dürfen“, erklärte Simon Schandert, CTO und Co-Founder von Tesvolt. „Der richtige Weg ist ein konsequentes Made in Europe bei intelligenter Steuerungssoftware für Batteriespeicher.“
Europäische Industriepolitik unterstützt den Kurs
Auch der Industrial Accelerator Act (IAA), ein derzeit auf EU-Ebene vorbereiteter Gesetzesrahmen im Kontext des Clean Industrial Deal, weist mit geplanten Resilienz- und „Made in Europe“-Kriterien für strategische Technologien in eine ähnliche Richtung.





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