Weltweit wurden 2020 drei Millionen neue Elektrofahrzeuge zugelassen – ein Rekord. Das Besondere: Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) überholt Europa erstmals die Volksrepublik China. Demnach seien die Elektroauto-Neuzulassungen im vergangenen Jahr in Europa um mehr als das Doppelte auf 1,4 Millionen gestiegen, während sie in China um neun Prozent auf 1,2 Millionen angewachsen sind. Die gute Nachricht: Laut einer Fraunhofer-Studie könnte der Preis für Haushaltsstrom bei steigender Anzahl an Elektroautos langfristig sinken, trotz der höheren Nachfrage. Andrew Mack, Geschäftsführer von Octopus Energy Germany, sieht die Digitalisierung hierbei als große Chance, kritisiert aber gleichzeitig die hohen Stromsteuern in Deutschland.
Damit die Rechnung „mehr E-Autos führen zu günstigeren Strompreisen‟ aufgeht, müsste kontrolliert und zeitlich entzerrt geladen werden, um die Netzbelastung gering zu halten. „Um möglichst günstigen Ökostrom anbieten zu können, setzen wir auf Digitalisierung: Unsere inhouse entwickelte Technologieplattform Kraken ist in der Lage, komplexe Tarife zu managen, bei denen die Preise im Laufe eines Tages variieren, sogenannte Time-of-use-Tarife. Mithilfe von künstlicher Intelligenz und Machine Learning lässt sich ein Großteil der Energieversorgungsketten automatisieren und die betriebliche Effizienz erheblich steigern. Damit ist Kraken sozusagen das Schweizer Taschenmesser für den Energieeinzelhandel und gilt als innovativste und fortschrittlichste Energiemanagementplattform der Welt‟, erklärt Andrew Mack. Seit kurzem bietet Octopus Energy – vorerst in Baden-Württemberg – den Tesla Stromtarif an. Ein einfacher und transparenter Ökostrom-Tarif, speziell für Tesla Powerwall- und Solaranlagenbesitzer, welche dank flexiblem Energiemanagement zukünftig weniger abhängig vom Stromnetz sind und den Strom zu günstigeren Preisen beziehen.
Laut Mack liegt in Sachen Strompreise aber viel mehr im Argen: „Die Politik in Deutschland fördert einerseits den Umstieg auf E-Autos, aber gleichzeitig sind die Strompreise hierzulande, bedingt durch die hohen Abgaben, immer noch viel zu hoch – ist das nicht paradox? Strom ist in Deutschland nach wie vor mit einer horrenden ‚Strafsteuer‘ belegt, wie ich sie nenne. Ein Überbleibsel aus Zeiten vor 20 Jahren als Strom noch als schmutziges Gut galt, von dessen Nutzung man die Menschen abhalten wollte. Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix lag im vergangenen Jahr bei über 50 Prozent. Für Autos ist das wesentlich sauberer als Diesel oder Benzin. Es macht keinen Sinn, die Anschaffung von Elektrofahrzeugen zu subventionieren, wenn deren Nutzung durch die hohen Steuern dann nicht attraktiv ist. Eine Strompreis-Reform wäre der effektivste Hebel, um das Laden von E-Autos deutlich günstiger zu machen. So würde nicht nur Elektrofahrzeugen der Weg geebnet, sondern auch Wärmepumpen und allen anderen Anwendungen, mit denen Haushalte und Firmen auf fossile Brennstoffe verzichten könnten.‟





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