Münster/Eschede, den 14.10.2025 | „Kalte Nahwärmenetze stellen einen weiteren wichtigen Baustein in der Wärmewende, speziell in der Wärmeversorgung von Neubeugebieten, dar“, sagt Kevin Rohe, Projektleiter Energieversorgung bei energielenker, der das Projekt steuert. Grund sei, dass das benötigte Temperaturniveau für die Raumwärme und das Trinkwarmwasser lediglich auf Basis von strombasierten Wärmeerzeugern (Sole-Wasser-Wärmepumpen) unter der Nutzung des Erdreichs als Wärmequelle erreicht werden kann. Dieser Strom lässt sich, im besten Fall, vollständig mit erneuerbaren Energien wie Windkraft oder Photovoltaik erzeugen und bietet so in Summe eine nachhaltige Wärmeversorgung mit geringsten Treibhausgasemission. „Deshalb ist das kalte Nahwärmenetz, das hier in Eschede errichtet wird, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität der Region Lüneburger Heide.“
Den Auftakt für das Vorhaben, das durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt wird, bildete im Februar 2023 die Pilotbohrung und der Geothermal Response Test. Eine anschließende Machbarkeitsstudie gab den Startschuss für die genaue Projektplanung inklusive Dimensionierung der Wärmeversorgungsvarianten, Bilanzierung der Energie- und THG-Emissionen sowie den Wirtschaftlichkeitsvergleich der Wärmeversorgungsvarianten. Es folgte die Umsetzung des Projektes.
54 Erdwärmesonden decken den Bedarf
Neben Wohngebäuden gehört ein ambulantes Haus zur Infrastruktur der Neubausiedlung, für die ein Gesamtwärmebedarf von 670 MWh pro Jahr veranschlagt ist. Die Bedarfe werden über 54 Erdwärmesonden (oberflächennahe Geothermie) gedeckt. Diese dezentralen Sonden nehmen Erdwärme auf und leiten sie an die von energielenker errichtete Energiezentrale weiter. Von dort aus werden über das kalte Nahwärmenetz alle Gebäude versorgt. Innerhalb der Häuser übernehmen Sole-Wasser-Wärmepumpen die weitere Erhitzung des Wassers auf circa 40 Grad für die Heizung sowie 60 Grad für die Warmwasserversorgung.
In enger Zusammenarbeit und Abstimmung treiben die Projektpartner energielenker und Heidt + Peters den Siedlungsbau voran. Während die Ingenieursgesellschaft für den Tiefbau und die geothermische Simulation verantwortlich ist, ist energielenker für die Planung und Errichtung der Technische Gebäudeausrüstung (TGA) der Technikzentrale sowie die Netzsimulationen zuständig.
Die Umsetzung erfolgt durch die Avacon Natur GmbH, die für Planung, Errichtung und den späteren Betrieb des Netzes verantwortlich ist. „Mit dem neuen Nahwärmenetz in Eschede schaffen wir die Grundlage für eine moderne, effiziente und klimaneutrale Wärmeversorgung. Durch den Einsatz innovativer Anlagentechnik, optimierter Regelungssysteme und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen können wir die CO₂-Emissionen deutlich reduzieren und gleichzeitig eine hohe Versorgungssicherheit gewährleisten. So verbinden wir ökologische Verantwortung mit technischer Leistungsfähigkeit“, erklärt Viktor Rosenfeld, Leiter Wohnungswirtschaft & Kommunen Mitte bei der Avacon Natur GmbH aus Sarstedt. Mit dem Start der Erschließung des Bauabschnitts 2 geht das gemeinsame Projekt nun in die finale Phase. In den kommenden Monaten steht der Start der Wärmelieferung bevor.





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