Stabile Hochpreisphase bei Regelenergie

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Der deutsche Regelenergiemarkt bleibt eine sehr interessante Option für Flexibilität. So gaben die deutschen Übertragungs­netz­betreiber im ersten Quartal ca. 7,1 Mio. € für die Primär­regel­leistung (PRL) aus. Im gleichen Zeit­raum kostete die Sekundärregelleistung (SRL) positiv 24,1 Mio. € und negativ 10,1 Mio. €. Laut Energy2market (e2m), einem der führenden Regel­energie­anbieter und Flexibilitäts­vermarkter in Deutschland, wird das zweite Quartal 2021 diese Werte und alle Ergebnisse der Quartale 2020 weit übertreffen.

Seit Mitte April sehen die Experten der e2m eine Hochpreisphase, die insbesondere Anfang Mai einen Höhepunkt erreicht hat. Gründe hierfür sieht Dr. Christof Petrick, Leiter Portfolio Management, insbesondere in der ausgeprägten Wartungs-Saison konventioneller Marktteilnehmer. Vor einem Jahr, zum ersten Lockdown, wurden Wartungsarbeiten teilweise verschoben, die nun nachgeholt würden. Außerdem würden eine unbeständige Witterung sowie eine gewisse Marktdynamik die Preise weitertreiben. So setzen sich die schon im vorange-gangenen Jahr gestiegenen Erlöschancen für positive SRL auch in diesem Jahr weiter fort. Dieser Trend wird fundamental durch gestiegene Brennstoffkosten und CO2-Preise gestützt, die insbeson­dere für konventionelle Marktteilnehmer die Kosten nach oben treiben.

Die Leistung von negativer SRL ist insbesondere während verbrauchsschwacher Perioden mit hoher Wind- oder Solareinspeisung lukrativ. Dies trifft beispielsweise auf Feiertage wie Ostern, Himmelfahrt oder Pfingsten sowie allen größeren Wind-Events zu. Für positive und negative SRL gilt gleichermaßen, dass der Regelarbeitsmarkt den kompetitiven Druck auf Leistungspreisauktionen senkt, was wiederum zu messbar höheren Preisen für die Bereitstellung von Flexibilität führt.