4. April 2016, Soest, Aachen. Deutschlandweit nutzen rund 1,4 Millionen Haushalte Nachtspeicherheizungen. Etwa 600 davon befinden sich im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Soest. „Speicherlösungen gelten als eine Schlüsseltechnologie für das Gelingen der Energiewende. Ob die bereits vorhandenen Nachtspeicherheizungen den heutigen Anforderungen an Speichertechnologien genügen können, untersuchen wir derzeit mit Testmessungen an ausgewählten Geräten im Haushalts- und Gewerbeeinsatz“, stellt Jörg Kuhlmann, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Soest, fest.
Für die Testmessung setzen die Stadtwerke Soest auf den Einsatz intelligenter Messsysteme und arbeiten mit den Smart Metering Experten der Stadtwerke-Kooperation Trianel zusammen. „Durch den Einsatz von Smart Metering für diese Testreihen können wir gleich mehrere energiewirtschaftliche Fragestellungen klären“, so Kuhlmann. Erstes Ziel der Testmessungen ist es, die Leistungsprofile und Ladezyklen der Geräte in Echtzeit zu messen und mit den entsprechenden Prognosen über die angenommen Ladezyklen abzugleichen. „Unsere ersten Auswertungen und Analysen zeigen bereits, dass sich Nachtspeicherheizungen deutlich individueller verhalten als gedacht. Die standardisierten Prognosen über die Ladezyklen weichen entsprechend deutlich von den realen Ladezyklen ab“, erläutert Christian Pfeiffer, Projektleiter Smart Metering bei Trianel. Mit Hilfe der intelligenten Messsysteme könne langfristig die Prognosequalität für den Einsatz der Nachtspeicherheizungen erhöht werden und damit Kosten bei den Stadtwerken Soest eingespart werden.
„Zweites Ziel unseres Smart Metering Projekts ist es zu überprüfen, inwieweit die Smart Metering Technologie geeignet ist, Nachtspeicherheizungen flexibel steuerbar zu machen und damit für die Anforderungen der Energiewende zu ertüchtigen“, so Kuhlmann weiter. Angesichts von 600 Nachtspeicheranschlüssen mit einer durchschnittlichen Anschlussleistung von 10 Kilowatt im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Soest ergibt sich hier ein rechnerisches Speicherpotenzial von 6 GWh. „Es entspricht unserem Nachhaltigkeitsverständnis erstmal vorhandene Kapazitäten auf ihre Zukunftsfähigkeit zu überprüfen“, betont Kuhlmann. Mit Hilfe der Smart Metering Technologie könnten die starren Lademodelle von Nachtspeicherheizungen flexibilisiert und steuerbarer werden und damit den Strom aus Ökostromspitzen speichern. „Smart Metering kann viel mehr als Verbräuche messen“, betont Pfeiffer. „Smart Metering hat auch große Potenziale im Demand Side Management“.
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