Öffentliche Gebäude, auf denen Photovoltaikanlagen installiert sind, haben Leuchtturmcharakter. Die Institutionen gehen mit gutem Beispiel voran und erzeugen klimaschonend Strom. Bürgerinnen und Bürger sowie Entscheidungsträger in Unternehmen, Kommunen und anderen öffentlichen Einrichtungen soll das zum Nachahmen bewegen. Häufig ist aber gerade bei diesen Gebäuden die Planung und Montage der Solarstromanlage komplex. Zum Beispiel, weil es aufgrund der architektonischen Gestaltung keine homogene Dachfläche gibt oder weil hohe Anforderungen an die Energieeffizienz des Gebäudes und an die Rentabilität der energieerzeugenden Anlage bestehen. All dies war bei der Photovoltaikanlage auf dem Herman-Terlinck-Gebäude in Brüssel der Fall. In dem größten Bürogebäude mit Passivhaus-Standard Belgiens arbeiten 2.400 Mitarbeiter der flämischen Landesregierung. Auf dem Dach erzeugt eine Photovoltaikanlage mit Panasonic Modulen HIT® mit 412,2 Kilowatt Leistung Solarstrom für die Büroräume, ein Rechenzentrum und ein Restaurant. Linea Trovata, ein belgischer Fachbetrieb für ökologische Haustechnik und Panasonic Solar Premium Installer Gold, hat die gelungene Lösung für die komplexe Aufgabenstellung realisiert.
Das Gebäude, das nach dem belgischen Schriftsteller und Kulturpolitiker Herman Terlinck benannt wurde, befindet sich in dem Quartier Tour et Taxis zwischen dem Brüsseler Hauptbahnhof und dem Hafen. In einem großen Stadtentwicklungsprojekt wird das ehemalige Industriegebiet derzeit zu einem neuen Viertel mit Büro- und Wohnhäusern umgebaut. Der ockerfarbene Klinkerbau besteht aus einem in die Länge gezogenen sechsgeschossigen Quader, auf den ein Büroturm mit weiteren acht Geschossen aufgesetzt ist. Auf einer Nettofläche von 46.000 Quadratmetern umfasst das Gebäude einen öffentlich zugänglichen Teil mit Atrium, Gastronomie, Geschäfts-, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen sowie den Trakt für die Landesregierung. Errichtet nach den Plänen des Architekturbüros Neutelings Riedijk, wurde es 2017 fertiggestellt.
Höchstmöglicher Nachhaltigkeitsgrad
Eine möglichst nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise war das Ziel des Auftraggebers. Und so erreicht das Herman Terlinck-Gebäude nicht nur belgischen Passivhaus-Standard, sondern auch vier Sterne im Bereich der Nachhaltigkeit nach dem „Office Building Valuation“-Handbuch der flämischen Regierung und somit die höchstmögliche Punktzahl. Durch passive Kühlung und Heizung erreichte es zunächst E-Level 31. Durch die Installation der Photovoltaikanlage konnte dieser noch auf E23 verbessert werden.
Dies wird unter anderem durch die kompakte Bauweise mit viel Lichteinfall, eine gute Wärmedämmung, Backsteinfassaden und Recyclingmaterialien erreicht. Die Energieversorgung erfolgt mit Erdwärme, Betonkernkühlung, Regenwassernutzung und die Photovoltaikanlage.
Die Planung und Montage der Photovoltaikanlage war deutlich anspruchsvoller, als es bei den meisten auf Gebäuden montierten Photovoltaikanlagen der Fall ist.
Anspruchsvolle Planung und Montage
Zunächst einmal handelt es sich um ein komplexes Dach, bei dem die Fläche durch Dachkuppeln und technische Aufbauten begrenzt ist. Das machte eine umsichtige Platzierung der Module erforderlich, erschwerte aber auch die Planung der Kabelwege, der Anlagenüberwachung und der sicheren Datenkommunikation.
Weiterhin fanden die Arbeiten auf einem Regierungsgebäude statt. Deshalb gab es Zugangskontrollen und auch der Abtransport von Abfallmaterial musste abgestimmt werden. Auch die Verfügbarkeit von Kränen für den Transport der Komponenten auf das Dach war zu berücksichtigen.
Dazu kamen hohe Anforderungen an die Energieeffizienz durch den Energieausweis (Energy Performance of Buildings – EPB). Nicht zu vergessen die Erwartungen an die Rentabilität der Anlage, bei der auch der hohe Stromverbrauch in dem Gebäude zu berücksichtigen war. Nicht nur die Büros mit moderner Kommunikationstechnik, sondern auch das Restaurant, vor allem aber das Rechenzentrum verschlingen viel elektrische Energie. Das Planungsbüro kam zu dem Schluss, dass die Hochleistungsmodule HIT® N325 von Panasonic für die hohen und komplexen Anforderungen die beste Lösung darstellt. Mit einem Modulwirkungsgrad von 19,7 Prozent generieren die Module mit Heterojunction-Technologie auf der gleichen Fläche einen höheren Solarertrag als herkömmliche kristalline Module.
Das Besondere an den Heterojunction-Zellen von Panasonic ist, dass sie die kristalline und die Dünnschicht-Technologie verbindet. Bei den Solarzellen HIT® wird ein hauchdünner monokristalliner Silizium-Wafer von einer ultradünnen amorphen (= Dünnschicht) Siliziumschicht umhüllt.
Kristalline Zellen können mehr direktes Sonnenlicht in Strom umwandeln, als es bei Dünnschichtzellen der Fall ist. Dünnschichtzellen wiederum haben ein besseres Schwachlichtverhalten und erzeugen bei diffusem Licht mehr Strom. Wegen ihres besseren Temperaturkoeffizienten verlieren sie bei steigender Temperatur außerdem weniger Leistung als kristalline Zellen. HIT®-Zellen vereinen die Vorteile beider Photovoltaik-Technologien.
Und so sieht die technische Lösung auf dem Herman-Terlinck-Gebäude aus. Auf dem Dach des Gebäudes wurden zwei Teilanlagen mit insgesamt 1.268 Panasonic Modulen HIT® N325 installiert. 853 Module wurden mit einem Winkel von 15 Grad aufgestellt. Weitere 415 Module wurden aus ästhetischen Gründen in speziellen Unterkonstruktionen mit einem Winkel von 3 Grad installiert. Die Anlage ist nach Süd-West ausgerichtet. 14 Wechselrichter wandeln den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um.
Nach einer Planungszeit von viereinhalb Monaten wurde die Photovoltaikanlage in drei Phasen innerhalb von drei Wochen montiert. Dies entsprach den Erwartungen des ausführenden Installationsbetriebes Linea Trovata. Seit Ende Oktober 2017 ist die Anlage im Betrieb, der prognostizierte Solarertrag liegt bei rund 361.000 Kilowattstunden im Jahr.
Linea Trovata hat in der Zwischenzeit das nächste prestigeträchtige Projekt abgeschlossen. Das Unternehmen hat auf dem AZ Sint-Lucas Krankenhaus in Brügge, Belgien, eine Photovoltaikanlage mit 345 Panasonic Modulen HIT® mit einer Gesamtleistung von 112,13 Kilowatt installiert. Mitte Februar dieses Jahres ist sie in Betrieb gegangen.
Weitere Informationen:
Panasonic Solar: https://eu-solar.panasonic.net/de/
Linea Trovata: www.lineatrovata.com
Über Panasonic:
Die Panasonic Corporation gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung unterschiedlichster elektronischer Technologien und Lösungen für Kunden in den Bereichen Consumer Electronics, Housing, Automotive und B2B-Lösungen. 2018 feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Panasonic unterhält weltweit 591 Tochtergesellschaften und 88 Beteiligungsunternehmen. In dem Geschäftsjahr, das am 31. März 2018 endete, erzielte das Unternehmen einen konsolidierten Netto-Umsatz von 61,4 Milliarden Euro. Mit dem Ziel, durch Innovationen über die Grenzen der einzelnen Geschäftsbereiche hinweg neue Werte zu schaffen, nutzt Panasonic seine Technologien, um ein besseres Leben und eine bessere Welt für seine Kunden zu schaffen.
Weitere Informationen über das Unternehmen sowie die Marke Panasonic finden Sie unter: http://www.panasonic.com/global
Für Presse-Rückfragen:
Marlene Zapf
Panasonic Electric Works Europe AG
Robert-Koch-Straße 100
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Tel. 089 / 45354-2549
Marlene.Zapf@eu.panasonic.com





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