Polysilizium-Zölle: Wacker und OCI sind Gewinner

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Würzburg, 30. Januar 2014 – Wacker Chemie AG und OCI Company Ltd., weltweit der zweit- beziehungsweise drittgrößte Polysilizium-Hersteller, sind die großen Gewinner nach den jüngsten Entscheidungen des chinesischen Handelsministeriums (Mofcom) über Anti-Dumping- und Anti-Subventions-Zölle auf Polysilizium-Importe nach China. Während über US-Hersteller wie Hemlock Semiconductor Corp. und REC Silicon Inc. endgültige Zollraten von bis zu 57 % für die nächsten fünf Jahre verhängt wurden, kommt der südkoreanische Produzent OCI mit einem sehr niedrigen Tarif von nur 2,4 % davon. Wacker braucht sogar überhaupt keinen Zoll zu entrichten, so die vorläufige Entscheidung über Polysilizium-Importe aus der Europäischen Union, die das Mofcom am 24. Januar bekanntgab.
"Jetzt ist es unwahrscheinlich, dass China noch endgültige Zölle auf Polysilizium-Importe aus der EU einführen wird", kommentiert Johannes Bernreuter, Chef von Bernreuter Research und Autor des neuen Polysilizium-Marktreports der Firma, The 2014 Who's Who of Solar Silicon Production. "Die jüngste Entscheidung ist offensichtlich beeinflusst vom Kompromiss, den die EU and China im vergangenen Juli erreichten im Handelsstreit über die Importe chinesischer Wafer, Solarzellen und Module in die EU." OCI, der einzige überlebensfähige südkoreanische Polysilizium-Hersteller neben den Neueinsteigern Hanwha Chemical und SMP, betrieb erfolgreich Lobbyarbeit für eine niedrige Zollrate im Zuge der Verhandlungen über ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen China und Südkorea.
US-Hersteller nutzen jedoch den sogenannten Veredelungsverkehr als großes Schlupfloch, um die hohen Zollraten zu vermeiden: Importiertes Material, das zu Produkten für den Export aus China verarbeitet wird, ist von Zöllen befreit. Seitdem im Juli 2013 vorläufige Zölle auf Polysilizium-Importe aus den USA verhängt wurden, ist der Anteil des Veredelungsverkehrs an den monatlichen Polysilizium-Importen aus den USA auf Werte zwischen 90 % and 99 % gestiegen.
Dennoch haben Wacker und OCI bereits Marktanteile an der gesamten Polysiliziummenge hinzugewonnen, die nach China importiert wird – 2012 betrug sie 82.755 Tonnen (t), 2013 waren es 80.653 t. Während der Anteil der Importe aus den USA von 39 % im Jahr 2012 auf weniger als 28 % im vergangenen Jahr fiel, steigerte Wacker seinen Anteil im selben Zeitraum von 25 % auf nahezu 33 %. Importe aus Südkorea, die von OCI dominiert werden, stiegen von weniger als 24 % auf fast 28 %. "Spekulationen, dass die chinesische Regierung die Regeln für den Veredelungsverkehr von Polysilizium ändern könnte, spielen Wacker und OCI in die Hände", sagt Bernreuter. "Wir erwarten, dass beide Unternehmen ihren Anteil an Polysilizium-Importen nach China weiter erhöhen werden."
Umfassenden Hintergrund über den Handelsstreit mit vielen Daten aus der Zollstatistik liefert das 2014 Who's Who of Solar Silicon Production. Der 124-Seiten-Report enthält Prognosen zu Angebot, Nachfrage, Preisen und Produktionskosten von Polysilizium bis einschließlich 2017 sowie die jüngsten Firmen- und Technologie-Entwicklungen.
Mehr Informationen über den Report gibt es unter:http://www.bernreuter.com/de/shop/polysilizium-markt-reports/2014-edition/report-details.html Über Bernreuter Research
Bernreuter Research wurde 2008 von Johannes Bernreuter, einem der angesehensten deutschen Photovoltaik-Journalisten, gegründet, um internationale Polysilizium-Marktreports zu veröffentlichen. Bereits 2001 verfasste Bernreuter seine erste Analyse eines heraufziehenden Polysilizium-Engpasses und neuer Produktionsverfahren. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2010 hat die Reihe The Who's Who of Solar Silicon Production den Ruf gewonnen, die umfassendsten und präzisesten Polysilizium-Reports auf dem Markt zu liefern.
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