Erneuerbare Energien sind mittlerweile in aller Munde. Nicht nur wegen des Ausstiegs aus der Atom- und Kohleenergie und der gestiegenen Energiekosten sondern aktuell besonders wegen der Abhängigkeit von Erdgas und -öl aus Russland. Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien aus Sonne und Wind hat daher oberste Priorität. Ein Baustein dafür ist die Installation von Solarmodulen auf landwirtschaftlichen Flächen.
Dieser Ausbau ist nicht immer konfliktfrei, weil mit den bisherigen, vertikal ausgerichteten Solarmodulen die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen nur schwer möglich ist. Ganz anders bei Solarmodulen, die senkrecht auf der Ackerfläche installiert sind. Hier ist es möglich, zwischen den Modulen zu ackern. Zudem werden die landwirtschaftlichen Kulturen nicht oder nur in geringem Umfang verschattet.
Erstaunlich deshalb, dass in Deutschland auf landwirtschaftlichen Ackerflächen bisher so gut wie keine senkrechten Solarmodule installiert worden sind. Ein Modellprojekt in Dörverden im Aller-Leine-Tal möchte das nun ändern. Ziel des Modellprojektes ist die Aufstellung von senkrechten Solar-Modulen auf einer Fläche von einem Hektar. Der Abstand zwischen den Modulen wird etwa 10 Meter betragen. Der Einsatz von GPS-unterstützen Landmaschinen ermöglicht so eine präzise und sichere Bewirtschaftung zwischen den Modulen. Dadurch ist die weitere ackerbauliche Nutzung der Fläche, die in Zukunft ökologisch bewirtschaftet wird, möglich.
Bisher ist nicht konkret bekannt, welche Solarerträge mit diesen Anlagen im Acker- und Gemüsebau erzielt werden können, wie sich die Erträge der Ackerkulturen verhalten oder wie die Photovoltaikstreifen naturschutzfachlich einzuschätzen sind. Diese Fragestellungen sollen daher im Rahmen des 5-jährigen Modellprojektes begleitend durch verschiedene niedersächsische Institute und Einrichtungen untersucht werden.
Initiiert und umgesetzt wird das Projekt von der Regional- und Energiegenossenschaft Aller-Leine-Weser (ReALWeg) und der Klimaschutz- und Energieagentur Landkreis Verden gGmbH. Am Freitag nahmen deren Vertreter aus den Händen des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies den Förderbescheid für das Projekt entgegen. „Kombination statt Konkurrenz der Fläche wird durch die Integration von senkrechten Solar-Modulen auf landwirtschaftlichen Ackerflächen möglich. Damit können auf den landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft in erheblichem Umfang Energiepotentiale gehoben, erneuerbarer Strom erzeugt und landwirtschaftliche Erträge erzielt werden“, so Dr. Stefan Dreesmann als Vertreter der Regional- und Energiegenossenschaft Aller-Leine-Weser im Rahmen der Übergabe des Zuwendungsbescheides durch den niedersächsischen Umweltminister.
Das Projekt wird zudem gefördert durch LEADER-Mittel sowie der Klimaschutz- und Energieagentur Landkreis Verden g GmbH. Der Bau ist nach Einholung der notwendigen Genehmigungen für das vierte Quartal vorgesehen.





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