Ziel der Digitalisierung sei es nach dem BMWK-Bericht, möglichst viele dezentrale Erzeugungsanlagen und flexible Verbraucher wie E-Mobile, Wärmepumpen und Speicher für die Netzbetreiber sicht- und steuerbar zu machen. Dies werde zur Systemsicherheit beitragen. Doch das Potenzial der Digitalisierung sei längst nicht gehoben, so der BMWK-Bericht. Der Neustart bleibe auf der Strecke. „Unsere Branche benötigt dringend eine umfassende Digitalisierung – allen voran endlich den Smart-Meter-Rollout, damit auch Privathaushalte stärker von der Energiewende profitieren und Geld sparen können“, sagt Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Germany. „Wir können den Start des Pflicht-Rollouts ab 2025 daher kaum abwarten. Im Detail gibt es aber noch viel Nachbesserungsbedarf. Wir haben dazu als Smart-Meter-Initiative gemeinsam mit dem bne sehr konkrete Vorschläge gemacht. Jetzt liegt es an der Bundesregierung zu handeln – als Initiative unterstützen wir sehr gerne, wo immer wir können.“
Tatsächlich weisen die Ergebnisse einer Branchenbefragung im Digitalisierungsbericht auf die großen Schwierigkeiten bei der Verbreitung von intelligenten Messsystemen (iMSys) hin. Insbesondere die kleinen Netz- und Messstellenbetreiber stehen durch die komplexe Ausgestaltung der technischen Prozessvorgaben vor großen operativen Problemen beim Smart-Meter-Rollout und hinken hinterher. Die starren Vorgaben und die Überkomplexität erschweren weiterhin auch den wettbewerblichen Messstellenbetrieb.
Auch die Lösungsvorschläge des Berichts sehen die beiden Organisationen kritisch. „Weder adressiert der Bericht die grundlegenden Probleme des Smart-Meter-Rollouts, noch gibt er eine Perspektive für die Reduktion von Komplexität und technischen Vereinfachungen. So ist eine Chance auf Wettbewerb und damit niedrigere Kosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher verspielt worden“, sagt Robert Busch, Geschäftsführer beim bne.
Statt der geplanten Quotenregelungen zur Entlastung der grundzuständigen Messstellenbetreiber braucht es Innovation und Wettbewerb. Kund:innen, die ein Smart Meter auf Wunsch bestellen, sollten nicht stärker finanziell belastet werden als solche, die im Rahmen des Pflicht-Rollouts umgerüstet werden.
Hier geht es zum vollständigen Positionspapier des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft e.V. und der Smart-Meter-Initiative zum Digitalisierungsbericht nach §48 MsbG.
Über die Smart-Meter-Initiative
Die im Januar 2024 gegründete Smart-Meter-Initiative besteht aus den digitalen Ökostromanbietern Octopus Energy, RABOT Charge, Tibber und Ostrom. Der Initiative haben sich zahlreiche weitere innovative Energieunternehmen angeschlossen, darunter 1KOMMA5, zolar, Go-e, Kiwigrid und Lichtblick. Gemeinsam wollen die Unternehmen den Smart-Meter-Rollout in Deutschland begleiten und beschleunigen. Als Pioniere dynamischer Tarife setzen sie sich gemeinsam mit Messstellen- und Verteilnetzbetreibern für den vorzeitigen Einbau von intelligenten Stromzählern ein. Die Vision: Verbrauchenden die Möglichkeit bieten, den eigenen Stromverbrauch flexibel an das Stromangebot anzupassen und so von günstigeren Preisen zu profitieren.





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