Neues O&M-Format adressiert operative Herausforderungen im Betrieb von PV- und Speichersystemen

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Mit der ersten Veranstaltung der „O&M Energy Connect – PV/BESS Insights“ ist Anfang Dezember 2025 in Rahden ein neues Fachformat für Betrieb, Wartung und Instandhaltung von Photovoltaik- und Batteriespeichersystemen gestartet. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Hilker Repair GmbH und SecondSol. Zielgruppe waren Betreiber, Betriebsführer und technische Dienstleister aus dem PV- und BESS-Umfeld

Im Mittelpunkt standen konkrete Fragestellungen aus dem laufenden Anlagenbetrieb. Hintergrund ist, dass ein wachsender Teil der installierten PV-Leistung in Deutschland die ursprünglichen Planungs- und Garantiezeiträume überschritten hat. Gleichzeitig steigen regulatorische, technische und wirtschaftliche Anforderungen an die Betriebsführung, insbesondere bei größeren Anlagen und Speichersystemen.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt war die Cybersicherheit von Energieanlagen. Tilo Zwesper von REFU Elektronik GmbH erläuterte, welche konkreten Pflichten sich aus NIS2 und dem Cyber Resilience Act für Betreiber und O&M-Dienstleister ergeben. Dabei wurde deutlich, dass IT-Sicherheitskonzepte nicht nur für Neuanlagen relevant sind, sondern auch bei Bestandsanlagen zunehmend organisatorische und technische Anpassungen erforderlich machen, etwa bei Fernzugriffen, Monitoring-Systemen und Firmware-Updates.

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich dem Ersatzteilmanagement für PV- und BESS-Komponenten. Stefan Wippich von SecondSol stellte Ansätze vor, wie durch strukturierte Ersatzteilstrategien Stillstandszeiten reduziert werden können. Diskutiert wurde unter anderem die Verfügbarkeit von Wechselrichtern und Leistungselektronik nach Ablauf der Herstellersupport-Zeiträume sowie die Bedeutung von geprüften Gebraucht- und Refurbished-Komponenten für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb von Anlagen.

Praxisnah war auch der Beitrag zur präventiven Wartung von Wechselrichtern. Marco Thesing und Dennis Logemann von der Hilker Repair GmbH zeigten anhand typischer Schadensbilder, dass ein Großteil der Ausfälle nicht plötzlich auftritt, sondern sich durch thermische Auffälligkeiten, Alterungsprozesse oder Messwertabweichungen frühzeitig ankündigt. Vorgestellt wurden Wartungs- und Prüfkonzepte, mit denen sich ungeplante Stillstände und Ertragsverluste im laufenden Betrieb messbar reduzieren lassen.

Auch regulatorische Rahmenbedingungen spielten eine zentrale Rolle. Jan Cöster-Kauhl von BN//K (Brahms Nebel und Kollegen) ordnete die technischen Anforderungen aus § 9 EEG ein. Im Fokus standen Mess- und Steuerungspflichten, die durch das Solarspitzengesetz an Bedeutung gewinnen, insbesondere im Hinblick auf Einspeisemanagement, Netzstabilität und die technische Auslegung bestehender Anlagen.

Abgerundet wurde das Programm durch einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Batteriesektor. Daniel Reinisch von EFT Energy Solutions zeigte auf, wie sich Batteriespeicher über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Planung über den Betrieb bis zum Recycling von Lithium-Ionen-Zellen – technisch und wirtschaftlich abbilden lassen. Dabei wurde auch diskutiert, welche Rolle Second-Life-Konzepte und Recyclingquoten künftig für die Wirtschaftlichkeit von BESS spielen.

Die erste O&M Energy Connect hat den Bedarf nach einem fachlich fokussierten Austauschformat im Bereich Betrieb und Wartung deutlich gemacht. An einer Fortsetzung der Veranstaltungsreihe wird schon jetzt gearbeitet. Unternehmen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich gerne bei Marco Thesing unter m.thesing@hilker-repair.de melden.⁠