Neues Labor für Solarforschung: Umweltministerin eröffnet neues Laborgebäude des ISC Konstanz

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Konstanz, 20. Februar 2026: Mit einem Besuch am International Solar Energy Research Center Konstanz (ISC Konstanz) hat Umweltministerin Thekla Walker heute den Erweiterungsbau des Forschungszentrums eröffnet. Das neue Labor schafft wichtige Voraussetzungen, um Photovoltaik-Technologien schneller zu entwickeln und in die industrielle Anwendung zu überführen.

Der Neubau wurde notwendig, weil zentrale Anlagen des bisherigen Forschungszentrums nach über 15 Jahren intensiver Nutzung zunehmend an ihre technischen Grenzen stoßen und den steigenden Anforderungen moderner Photovoltaik-Forschung nicht mehr gerecht werden. Gleichzeitig wächst der Bedarf an effizienteren Solarzellen und Modulen deutlich.

Heute wurde der Neubau von der Umweltministerin Thekla Walker gemeinsam mit Weggefährten, Beiräten, lokaler Politik und Verbänden und natürlich mit der Belegschaft eingeweiht.

„Was das ISC in 20 Jahren aufgebaut hat, ist einzigartig“ sagte Dr. Damian Brunner vom Maschinenbau Unternehmen RENA stellvertretend für den Beirat des ISC Konstanz. „Eine Brücke zwischen Labor und echter Welt. Nicht nur Papier und Simulation – sondern fundiertes Fachwissen, das direkt in Produktionslinien in Europa, China, Indien und den USA wirkt. Und gleichzeitig den Weg in die Politik findet. Ich kenne kein zweites Institut weltweit, das diese drei Welten – R&D, Industrie und Politik – so souverän verbindet.“

In den neuen Laborräumen werden unter anderem Solarzellen, Module und Herstellungsprozesse erforscht. Die am ISC Konstanz entwickelten Technologien sind bereits heute in konkreten Anwendungen sichtbar – auch in der Region. So erzeugen auf dem elektrisch betriebenen Fahrgastschiff MS Mainau installierte ZEBRA-Solarmodule Strom für den emissionsfreien Betrieb. Auf der Insel Reichenau wurde das erste Carport mit bifazialen BiSoN-Modulen realisiert, die Sonnenlicht von beiden Seiten nutzen und so besonders hohe Erträge ermöglichen. Auch international setzen Unternehmen wie Next2Sun auf die bifaziale Technologiekompetenz des ISC Konstanz für vertikale Solarkraftwerke. Das Institut zählt zu den Pionieren dieser heute weltweit eingesetzten Technologie.

Mit den neuen Laboranlagen kann das ISC Konstanz Forschung und Technologietransfer deutlich beschleunigen. Beim Rundgang wurden unter anderem eine neue Nassbank des baden-württembergischen Maschinenbauunternehmens RENA, ein modernisierter Siebdrucker des regionalen Herstellers ASYS sowie eine Sputteranlage des Anlagenbauers Von Ardenne für neue Zellkonzepte vorgestellt. Ergänzt wird die Infrastruktur durch einen neuen Stringer der Firma Mondragon, mit dem Solarzellen zu Modulen verschaltet werden können. Damit kann das Institut künftig den gesamten Entwicklungsprozess von der Solarzelle bis zum fertigen Modul unter realistischen industriellen Bedingungen mit höherer Qualität und schneller abbilden.

Beim Rundgang durch die neuen Laborräume informierte sich die Ministerin über aktuelle Forschungsarbeiten und neue Anlagen. Das Umweltministerium Baden-Württembergs hat ISC Konstanz bei Investitionen über fast 8 Mio. Euro unterstützt, eine weitere Förderung wurde in Aussicht gestellt.

„Es ist wichtig, dass wir solche Forschung und Entwicklung unterstützen“ sagt Umweltministerin Thekla Walker „da sind wir stolz auf Sie!“.

Das ISC Konstanz entwickelt hocheffiziente Solarzellen, Module und Fertigungsprozesse für die industrielle Produktion. Ziel ist es, Solarenergie kostengünstiger, leistungsfähiger und unabhängiger verfügbar zu machen.

„Unsere Forschung bringt die Energiewende voran“, erklärt Vorstand Dr. Kristian Peter. „Mit den neuen Laboren können wir Entwicklungen schneller testen und gemeinsam mit Industriepartnern umsetzen.“

Die Finanzierung des Erweiterungsbaus erfolgt durch Fördermittel des Landes Baden-Württemberg sowie durch Unterstützung aus Industrie und Gesellschaft. Das gemeinnützige Institut wirbt weiterhin um Spenden zur Fertigstellung des Projekts.

Mit dem neuen Labor stärkt das ISC Konstanz seine Rolle als Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung – und schafft die Voraussetzungen, damit Innovationen aus Baden-Württemberg weltweit zur Energiewende beitragen.