Das Direktorium des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) hat Professor Andreas Reuter vom Fraunhofer IWES auf der Sitzung am 1. Dezember in Kassel zum neuen Sprecher gewählt. In der Debatte zur Energiepolitik ist es Andreas Reuter wichtig, ein positives Signal aus der Wissenschaft zu senden: „Die Energiewende ist realisierbar. Wir bauen damit eine günstige und nachhaltige Energieversorgung in Deutschland und Europa auf.“ Voraussetzung sei aber eine stabile politische Unterstützung für die Forschung: „In der aktuellen Haushaltsplanung sind massive Kürzungen der Energieforschungsmittel vorgesehen, die bislang anteilig aus dem Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt wurden. Dies hätte eine verheerende Wirkung in einem der wichtigsten Zukunftsfelder: Innovationen für Energieversorgung und Klimaschutz.“ Sein gleichzeitig gewählter Stellvertreter, Professor Joachim Knebel vom Karlsruher Institut für Technologie, bekräftigt: „Nur mit einer verlässlichen Finanzierung kann die Energieforschung die notwendigen Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende liefern.“ |
Der neue Sprecher Reuter fordert: „Die Akteure in Forschung und Industrie brauchen Planungssicherheit und Kontinuität in der Forschungsförderung. Mit den geplanten Kürzungen würden dringend benötigte neue Lösungsbeiträge der Energieforschung ausbleiben.“ Sein Kollege Knebel erläutert: „Die aktuelle Haushaltsdebatte macht auch transparent, dass immer größere Teile der öffentlichen Forschungsfinanzierung von den Ressortetats in den Klima- und Transformationsfonds verlagert wurden: Nun zeigt sich, dass Forschungsmittel aus diesem Fonds mit großen Unwägbarkeiten verbunden sind. Ein Auf und Ab der Etats ist für die Energieforschungseinrichtungen ein Riesenproblem, da weder die komplexen Forschungsanlagen noch die hochqualifizierten Stellen nach Belieben geschaffen oder abgebaut werden können. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen eine Verlässlichkeit der Forschungsfinanzierung.“ Das Direktorium des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien appelliert deshalb eindringlich an die Akteure der Haushaltsberatungen, die geplanten Kürzungen in der Energieforschung zurückzunehmen, um die deutsche Führungsrolle bei der Entwicklung und Vermarktung von Energietechnologien zu erhalten sowie einen Fadenabriss und einen dauerhaften Fachkräfteverlust zu vermeiden. Forschung liefert Innovationen für die deutsche Energiewirtschaft Die gemeinsame Energieforschung in Wissenschaft und Industrie liefert Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende. Forschung schafft eine wesentliche Grundlage, damit Unternehmen mit innovativer Energietechnik die Investitionen der inländischen und globalen Energiewende in Wertschöpfung und Arbeitsplätze umsetzen können. Entsprechend hoch ist aktuell die Nachfrage von Unternehmen bei den Forschungsinstituten für zukunftsfähige grüne Infrastrukturen sowie Prozess- und Systemlösungen. “Um hier tätig werden zu können, benötigen die Akteure in Forschung und Industrie Planungssicherheit in der Forschungsförderung. Wenn diese fehlt, besteht die Gefahr, dass Verbundprojekte auseinanderbrechen und dringend benötigte neue Lösungsbeiträge ausbleiben”, erklärt Reuter. Kontinuierliche Forschungsförderung ist großes Plus im internationalen Wettbewerb Die verlässliche und kontinuierliche Förderung ist bisher ein großer Vorteil für die deutsche Energieforschung und hat viel zu ihrem Erfolg beigetragen. Denn die langfristige und in die Zukunft gerichtete Natur von Forschung erfordert eine ebenso langfristig gesicherte finanzielle Basis, gerade für die wissenschaftlichen Nachwuchskräfte. Eine unterbrechungsfreie Förderung verhindert den Abriss der Entwicklungskette von der ersten Idee bis zum innovativen Produkt. Joachim Knebel betont: “Deutsche Produktion kann und will nicht durch billige Arbeitskraft punkten, um mit den globalen Wettbewerbsbedingungen mithalten zu können. Sie bedarf daher eines steten Nachschubs an innovativen Ideen aus der Forschung, um sich durch Qualität und Fachexpertise auszuzeichnen und immer den entscheidenden Schritt in die Zukunft voraus sein zu können.” Wettbewerb um die besten Köpfe Forschungsvorhaben tragen erheblich zur Qualifizierung des zukünftig noch stärker notwendigen Fachpersonals bei. Die Forschenden arbeiten in Projekten mit mehrjähriger Laufzeit. Auch hier ist für die oftmals zeitlich befristeten Arbeitsverträge Kontinuität und Verlässlichkeit in der Projektförderung unverzichtbar. Die drohende Situation ausbleibender Zuwendungsbescheide für bereits fest eingeplante, bewilligungsreife Projekte beschädigt die Attraktivität der Energieforschung als Arbeitgeber. Irreversible Verluste hochqualifizierter Fachkräfte wären ebenso die Folge wie deutliche Rückschritte bei der zeitlichen Umsetzung der Energiewende. Doch für die spannenden und vielfältigen Aufgaben der Energiewende braucht es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten viel qualifiziertes Fachpersonal auf allen Ebenen: Junge Menschen, die sich beruflich in diesem zukunftswichtigen Fachgebiet einbringen wollen und sich für ein entsprechendes Studium und eine akademische Weiterqualifikation entscheiden. Hochschulen und Energieforschungseinrichtungen leisten wertvolle Beiträge zur Aus- und Weiterbildung hochqualifizierter Fachkräfte für die Energiewende. Professor Knebel freut sich auf die interessierten Studierenden, die ihre Ausbildung in den Forschungseinrichtungen des FVEE starten wollen: „Wir machen Sie fit für ein spannendes und herausforderndes Berufsleben!“ |





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