Netz am Limit: Warum Netzbetreiber und Unternehmen jetzt gemeinsam Lösungen für Stromüberschüsse finden müssen

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Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Es ist ein sonniger Herbstnachmittag, im Süden Deutschlands läuft in einem großen Unternehmens­standort die Produktion relativ ruhig, gleichzeitig liefern auf dem Dach wie auch in der Region viele Photovoltaik(PV)-Anlagen kräftig Strom ins Netz. Die Netzbetreiber registrieren eine hohe Einspeisung, aber die Nachfrage vor Ort bleibt moderat. Kurz darauf winken am Großhandelsmarkt negative Strompreise und einige Anlagen werden abgeregelt oder müssen den überschüssigen Strom exportieren. Die Folge: Das Netz steht inzwischen nahe seiner Grenzen.

Dieses Bild zeigt eine typische Situation, in der Überproduktion durch PV-Energie, Netzent­lastungs­grenzen und negative Strompreise zusammenwirkt. Immer mehr Erneuerbare Energien (EE) erzeugen Strom zu Tageszeiten mit geringer Last, das Übertragungs- und Verteilnetz gerät an seine Grenzen (Netzengpässe) und die Folge sind ökonomische wie technische Effekte, die Unternehmen, Energieerzeuger sowie Netz­betreiber gleicher­maßen betreffen. In unserem Beitrag wollen wir zeigen, dass es nicht reicht, dass einzelne Akteure reagieren. Stattdessen müssen Netzbetreiber und Unternehmen jetzt gemeinsam aktiv werden, um das Stromnetz effizient und stabil weiterzuentwickeln.

Der Status quo: Volle Netze, sinkende Preise

Der deutsche Strommarkt zeigt deutliche Zeichen dafür, dass die Netze zunehmend belastet sind und gleichzeitig negative Strompreise keine Ausnahme mehr darstellen. Aber wie entsteht dieses Phänomen?

Wie kommt es zu negativen Preisen?

Negative Strompreise entstehen dann, wenn – vereinfacht gesagt – das Angebot an Strom (z. B. durch PV- und Wind­anlagen) die Nachfrage übersteigt und gleichzeitig Flexibilität fehlt, diesen Strom sinnvoll zu nutzen oder zu speichern. Dann werden Strommengen möglichst günstig bzw. „weg“ verkauft, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Beispiel: Laut der Bundesnetzagentur (BNetzA) gab es im Jahr 2024 in Deutschland 457 Stunden, in denen die Großhandelsstrompreise ins Minus fielen.

Folgen für Betreiber, Stromhändler und Unternehmen mit Eigen­verbrauch

  • Für Betreiber von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien bedeutet das: In Zeiten mit negativen Preisen sinkt die wirtschaftliche Rentabilität, Einspeisevergütungen werden bei langen negativen Stunden angepasst oder entfallen sogar ganz.
  • Stromhändler sehen sich mit Marktrisiken konfrontiert, wenn sie Strom einkaufen oder verkaufen müssen, kann das durch negative Preise zum Problem werden.
  • Unternehmen mit Eigen­verbrauch – also solche, die z. B. eine PV-Anlage auf dem Dach haben – stehen vor der Herausforderung: Entweder den erzeugten Strom im eigenen Verbrauch nutzen oder andernfalls den Überschuss ins Netz einspeisen, womit sie dem Negativpreis-Risiko ausgesetzt sind.

Warum jetzt Kooperation statt Konfrontation gefragt ist

Bislang stehen Netzbetreiber und viele Unternehmen häufig in einem gewissen Ziel­konflikt:

  • Netzbetreiber möchten Stabilität, Verlässlichkeit und Planungssicherheit.
  • Unternehmen wollen möglichst kostengünstig Strom produzieren, einspeisen oder selbst nutzen, möglichst unabhängig von Netzrestriktionen.

Doch: Trotz dieser Unterschiede verfolgen beide Gruppen das gleiche übergeordnete Ziel: Ein zuverlässiges, effizientes Strom­system, das erneuerbare Energien integriert und wirtschaftliche Chancen eröffnet.

Es braucht gemeinsame Lösungen und zwar jetzt:

  • Flexibilitätsmanagement: Netzbetreiber müssen flexibel auf Schwankungen reagieren können – entweder durch Steuerung von Lasten oder durch gezielte Einspeisung oder Reduktion.
  • Steuerbare Lasten: Unternehmen mit hohem Energiebedarf – etwa in der Fertigung oder im Anlagenbetrieb – können ihre Prozesse anpassen und gezielt in Zeiten hoher Stromproduktion aus erneuerbaren Energien laufen lassen.
  • Intelligente Einspeisung: PV- oder Windanlagen sollten nicht blind ins Netz speisen, sondern im Verbund mit Netz- und Lastsituation gesteuert werden

Die Schlüsselrolle von Batteriespeichern und Steuerung

Batterie- oder Stromspeicher fungieren als Puffer gegen Überproduktion und Netzüberlastung. In Zeiten hoher Einspeisung und geringer Nachfrage kann gespeicherter Strom später genutzt oder gezielt ins Lastmanagement eingebunden werden. Damit wird das Netz entlastet, und Unternehmen sichern sich einen höheren Eigenverbrauch sowie stabile Stromkosten. 

Bei VODASUN® können wir Unternehmen genau an diesem Punkt unterstützen. Unsere Speicherlösungen sind so konzipiert, dass sie sich individuell in Photovoltaikanlagen integrieren lassen: Technisch zuverlässig, wirtschaftlich rentabel und auf den individuellen Energiebedarf abgestimmt.

Unser Experte bei VODASUN® Markus Weimer erklärt:

„Mit intelligenten Speicherlösungen lassen sich Stromüberschüsse effizient nutzen und in Zeiten hoher Eigenerzeugung zwischenspeichern. So können Unternehmen ihre Energiekosten senken und sich unabhängiger vom Strommarkt machen.“

Die Digitalisierung des Verteilnetzes (Smart Grids) und intelligentes Lastmanagement sind elementar:

  • Netzbetreiber können Lasten und Einspeisung steuern bzw. koordinieren.
  • Unternehmen können Prozesse an Stromangebots- und Netzlastsignale anpassen, z. B. durch zeitliche Verschiebung von Produktionsschritten oder Einsatz von Lastflexibilität.

Sensorik, Steuerung und Algorithmen ermöglichen eine dynamische Anpassung – weg vom klassischen „mehr Erzeugung und weniger Steuerung“.

Warum lohnt sich der Einsatz von Speichern und Steuerung nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich für Unternehmen?

  1. Höherer Eigenverbrauch reduziert Strombezugskosten und mindert das Risiko von negativen Preisen bei Einspeisung.
  2. Für Netzbetreiber – und damit mittelbar auch für Unternehmen – bedeuten weniger Netzengpässe geringere Kosten für Redispatch und Abregelung (die letztlich vom Stromkunden bezahlt werden).
  3. Unternehmen, die früh in Speicher und intelligente Steuerung investieren, sichern Wettbewerbsvorteile: .geringere Stromkosten, Image-Gewinn bei ESG-Kriterien, mehr Unabhängigkeit

In Summe heißt das: Speicher und Steuerung sind kein Luxus, sondern elementarer Bestandteil eines modernen, resilienten Stromsystems.

Neue Marktmodelle: Vom Problem zur Chance

Wenn man das Thema Überschuss und Netz­belastung betrachtet, liegt der Fokus nicht nur auf Technik, sondern auch auf Markt­modellen, die neue Wege eröffnen.

Power Purchase Agreements (PPA) als Instrument

Ein zentraler Hebel sind Power Purchase Agreements (PPA): langfristige Strom­lieferverträge zwischen Erzeuger (z. B. PV-Anlage auf dem Dach) und Abnehmer (Unternehmen). Damit sichern sich Unternehmen langfristig günstigen Strom und planbare Kosten. Netzbetreiber profitieren indirekt, wenn Einspeisung, Last und Speicher in den PPA-Strukturen steuer­bar sind und damit Netzbelastungen reduziert werden.

Bei VODASUN® bieten wir Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen, mit denen sie langfristig von günstigem Solarstrom profitieren. Dabei übernehmen wir die gesamte Abwicklung – von der unverbindlichen Anfrage über die Projektprüfung und Angebotserstellung bis zur finalen Vertragsunterzeichnung. So sichern sich Unternehmen nicht nur stabile Strompreise über fünf bis zehn Jahre, sondern auch eine nachhaltige, planbare Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen – flexibel über OnSite- oder OffSite-Modelle, ganz nach Bedarf.

Fazit: Energiewende ist Teamarbeit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Technisch sind viele Bausteine der Energiewende schon vorhanden – PV- und Windanlagen liefern Strom im großen Umfang, Speicher und Digitalisierung bieten Lösungsansätze. Doch organisatorisch, strukturell und marktseitig fehlt häufig noch die konsequente Vernetzung aller Beteiligten: Netzbetreiber, Unternehmen, Dienstleister und Politik.