Die Förderung der Elektromobilität gilt als Schlüssel für eine klimafreundliche Mobilität, die Deutschland bezüglich der EU-Klimaneutralität bis 2050 einen Schritt weiterbringen soll.
Die Bundesregierung hatte bereits 2008 im „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ das Ziel angegeben, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen. Die für die deutsche Wirtschaft bedeutende Automobilindustrie solle auch dort eine Schlüsselrolle einnehmen, ihre starke Position in der Weltwirtschaft halten und weiter ausbauen.
2016 wurde der Umweltbonus in Deutschland beschlossen. Als Prämie zur Neuanschaffung eines Elektrofahrzeuges soll es als Kaufanreiz die Nachfrage steigern. Der Umweltbonus gilt auch für Hybridelektrofahrzeuge und Wasserstoff-/Brennstoffzellenfahrzeugen.
Den Umweltbonus können Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereinen beantragen. Es werden nur Kauf oder Leasing neuer Fahrzeuge gefördert, die ab dem 18. Mai 2016 erworben sowie (erst-)zugelassen wurden und mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben. Im November 2019 wurde im Rahmen der konzertierten Aktion Mobilität beschlossen, den Umweltbonus bis 2025 oder bis zum Erreichen einer ausgezahlten Summe von 2,09 Milliarden Euro zu verlängern. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie wurde am 3. Juni 2020 durch die Fraktionsspitzen beschlossen, den staatlichen Anteil am Umweltbonus für Elektrofahrzeuge als Innovationsprämie zu verdoppeln.
2009 gab es noch knapp wenige 1.500 Elektroautos in Deutschland. Gut ein Jahrzehnt gibt es Stand 1. April 201 in Deutschland rund 365.000 Elektrofahrzeuge. Das Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge wurde also weit verfehlt.
Jedoch werden je nach Definition und Auslegung auch Plug-in-Hybrid Fahrzeuge zu den Elektroautos gezählt. Laut Stand 01. April 2021 gibt es davon rund 349.300 Zulassungen in Deutschland. So gesehen würde sich die Zahl elektrisch betriebener PKWs der von der Bundesregierung 2008 gesetzten eine Million Marke nähern.
Der Unterschied zwischen einem Hybridfahrzeug und einem Plug-in-Hybridauto liegt darin, dass Hybridfahrzeuge, welche auch über einen Elektromotor verfügen, zu den Elektroautos (Plug-in-Hybrid) gezählt werden. Im reinen Hybridfahrzeug unterstützt der Elektromotor den Verbrennungsmotor lediglich beim Anfahren und der Einspritzer übernimmt bei höheren Geschwindigkeiten im niedrigen Drehzahlbereich. Dieser Hybrid-Elektromotor kann somit nicht als eigenständiger Fahrzeugantrieb oder als gleichwertiger Elektromotor in einem Plug-in-Hybridauto angesehen werden.
Generell verfügt ein Hybridfahrzeug über mindestens zwei Energieumwandler und zwei im Fahrzeug eingebaute Energiespeichersysteme, um das Fahrzeug anzutreiben. Energiewandler sind beispielsweise Elektro-, Otto- und Dieselmotoren; Energiespeicher sind beispielsweise Akkumulator, Kraftstofftank oder Gastank. Insgesamt gab es zu Beginn des Jahres 2021 (inklusive der Plug-in-Hybridautos) etwa eine Million Hybridfahrzeuge in Deutschland.
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Solarcarport Entwicklung und Potenzial
Im Hinblick auf die emissionsfreie EU-Politik, der steigenden Diesel- und Benzinpreise, der Zuwachs an Elektrofahrzeugen mit den einhergehenden Ladesäulen und Ladepunkten Engpässen, wird sich hier in den nächsten Jahren nicht nur eine völlig veränderte Fahr- und Fahrzeugsituation entwickeln, auch das Tank- bzw. Ladeverhalten wird sich völlig verändern. Tanken bzw. Laden wird es nicht mehr im großen Stil nur an zentralen Solartankstellen geben, diese werden sich dezentral auf der Fläche verteilen. Überall wo Parkmöglichkeiten vorhanden sind, werden Ladepunkte und Ladesäulen Potenziale entstehen.
Hier entsteht gerade für Solarteure ein interessanter neuer Markt mit großem Potenzial, das vor allem von der Politik vorangetrieben wird. Dabei ist nicht das Ziel, dass der Strom weiterhin aus der Steckdose kommt, sondern eben aus der Photovoltaik-Technik um die Ecke, schwerpunktmäßig über das Solarcarport-Konzept an offenen Parkplätzen. Damit sind nicht öffentliche Parkplätze gemeint. Bei offenen Parkplätzen handelt es sich zumeist um überdachte und nicht überdachte Stellplätze.
Es ist noch nicht lange her, da wurden typische Solaranlagen hauptsächlich für das Schrägdach am Haus oder für das Flachdach auf den Produktions- und Industriehallen nachgefragt. Auch für Solarparks und Solarfelder war die Akzeptanz groß. Vor allem für die Photovoltaik-Freiflächenanlagen gaben in einer Umfrage 62 % der Befragten an, dass sie lieber ein Solarpark als Stromerzeugungsanlage in ihrer Nachbarschaft haben als z.B. ein Atomkraftwerk. Hier sprachen sich nur 5 % für die Kernenergie aus.
Mit der Elektromobilität und der mangelhaften Infrastruktur an Lademöglichkeiten reifte die Idee der Solarcarports an offenen Parkplätzen heran.
In einer Umfrage bestätigten Experten aus der E-Mobility Branche mit über 70 %, dass der Ausbau des Ladesäulennetzes einen starken Einfluss auf den Markt für Elektrofahrzeuge ausübt. Weitere 22 % sind der Meinung, dass es zumindest einen Einfluss auf den E-Markt für Elektrofahrzeuge hat.
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Welche Ausgestaltung einer Kaufprämie von Neuwagen würden Sie favorisieren?
- Dieselben Kaufprämien für alle Neufahrzege – 19 %
- Geringere Kaufprämie auch für Autos mit Verbrennungsmotor – 6 %
- Kaufprämie nur für Elektroautos – 18 %
- Bin komplett gegen staatliche Anreize beim Auto-Kauf – 55 %
Die Quelle macht keine Angaben zu fehlenden Prozentpunkten an 100 Prozent. Die Frage wurde in der Quelle in folgendem Wortlaut gestellt:
Ein weiterer Vorschlag betrifft sogenannte Kaufprämien für den Neukauf von Autos. Hierbei würde der Staat einen Teil des Kaufpreises übernehmen.
- Sollte es eine solche Kaufprämie nur für Elektroautos geben? Sollte es eine geringere Kaufprämie auch für Autos mit Verbrennungsmotoren geben?
- Sollte es für alle Neufahrzeuge dieselben Kaufprämien geben? Oder sind Sie komplett gegen solche staatlichen Anreize beim Auto-Neukauf?“
Die Mehrheit lehnt staatliche Kaufanreize für Automobile ab: Insgesamt 55 Prozent der Befragten des ARD-DeutschlandTRENDS gaben an, komplett gegen die Einführung einer Kaufprämie von Neuwagen zu sein und dies, unabhängig von der Antriebsart. Im Rahmen des Konjunkturpakets zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise beschloss die große Koalition, lediglich alternative Antriebe durch Bonuszahlungen zu fördern. Die Zuschüsse für den Kauf von Elektro-, Hybrid- oder Wasserstofffahrzeugen, welche bereits in Form des Umweltbonus bestehen, sollen erhöht werden.
Höhe des Umweltbonus für den Kauf von Elektrofahrzeugen in Deutschland 2021
Bundesanteil
- Batteriefahrzeug bis 40.000 € Nettolistenpreis – 6.000 €
- Batteriefahrzeug über 40.000 € bis 65.000 € Nettolistenpreis – 5.000 €
- PlugIn-Hybrid-Fahrzeug bis 40.000 € Nettolistenpreis – 4.500 €
- PlugIn-Hybrid-Fahrzeug über 40.000 € bis 65.000 € Nettolistenpreis – 3.750 €
Herstelleranteil
- Batteriefahrzeug bis 40.000 € Nettolistenpreis – 3.000 €
- Batteriefahrzeug über 40.000 € bis 65.000 € Nettolistenpreis – 2.500 €
- PlugIn-Hybrid-Fahrzeug bis 40.000 € Nettolistenpreis – 2.250 €
- PlugIn-Hybrid-Fahrzeug über 40.000 € bis 65.000 € Nettolistenpreis – 1.875 €
Diese Statistik zeigt die Höhe der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge, welche auch als Umweltbonus bezeichnet wird, nach Antriebsart des Elektrofahrzeuges in Deutschland im Jahr 2021. Förderfähig ist der Erwerb (Kauf oder Leasing) eines Elektrofahrzeuges sowie entsprechende Gebrauchtfahrzeuge. Die Prämie wird anteilig durch den Bund sowie durch den Automobilhersteller getragen. Der Umweltbonus für reine Batterieelektrofahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro belief sich im Jahr 2021 auf 9.000 Euro pro Fahrzeug.
Die angegebenen Fördersätze gelten rückwirkend für die ab dem 4. Juni zugelassen wurden. Förderbar sind laut BAFA reine Elektroautos, PlugIn-Hybride sowie Brennstoffzellenautos sowie entsprechende Gebrauchtfahrzeuge.
Mehr dazu hier: Solarcarport Nachfrage steigt auch dank Umweltbonus zur Förderung von Elektroautos





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