Mobile Energie / Mobile Solarenergie

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Mobile Stromlösungen sind bei Hans Grünig, dem Gründer von clevertrailer, nicht erst in diesen Tagen ein Thema. Die im Berner Seeland domizilierte Firma, die sich 2001 auf Anhänger zur Erhöhung der Transportkapazität von Kleinwagen à la Smart zu spezialisieren begann, hatte bereits im Jahr 2012 den Prototypen eines Entpannungsanhängers für Elektromobile entwickelt, der von einem deutschen Automobilhersteller im Vorfeld der Lancierung eigener Elektromobile in Auftrag gegeben worden war. Am Autosalon 2019 zeigte clevertrailer in Genf mit dem TCS eCharge eine ähnliche, weiterentwickelte Idee in Form eines Batterie-Ladeanhängers für TCS-Patrouilleure.

Multifunktional. Mit dem neuen Solartrailer geht Hans Grünig neue Wege in Sachen mobile Energie. Die Idee ist ein Multifunktionsanhänger, der vielfach genutzt werden kann und in seiner Grundauslegung modular und skalierbar ist. Wind- und Solarenergie speisen eine einsatzspezifisch dimensionierte Batterie, aus welcher der anfallende Strombedarf abgedeckt wird. Mögliche Einsatzorte sind überall dort, wo keine Stromleitung hinführt und wo bislang Benzin- oder Diesel­aggre­gate den Strombedarf abdeckten. Das kann bei mobiler Gastronomie der Fall sein, bei Grossevents, auf Baustellen, in der Landschaftspflege oder überhaupt an abgelegenen Orten. Meist sind das Situationen, wie sie auch ein Werkhof regelmässig antrifft.

Im Trailer ist der nutzbare Raum riesig. Hier können Baumaterial und Werkzeug mitgeführt werden. Der Anhänger wird zu Stromquelle und Transport­lösung in einem.

Bei genügend Wind kann das Windrad auch bei wenig Sonne für eine Versorgung der Hauptbatterie sorgen.

Anwendung Der Vorteil der aussen am Anhänger angebrachten Solar­anlage ist, dass auch bei der Anreise an den Einsatzort bereits Energie getankt wird. Die seitlichen Panels besitzen übrigens bifaciale Zellen, die also auch reflektiertes Sonnenlicht auf der Rückseite des Panels nutzen. Erste Messungen zeigen, dass dadurch ein etwa 20 Pro­zent höherer Ertrag resultiert. Dazu werden die Panels vor Ort hochgeklappt. Bei entsprechender Nord-­Süd-­Aus­richtung der Deichsel ist mit den drei Panels eine über den Tag gleichmässig hohe Stromabgabe möglich, indem die seitlichen Zellen die Morgen- respektive die Abendsonne besser nutzen. Messungen zeigten, dass bei entsprechender Sonnenscheindauer das Niveau der Stromgewinnung praktisch während 12 Stunden gehalten wird.

Die seitlichen Panels sind bifacial, müssen daher ausgeklappt werden, damit das reflektierte Licht auf die hinteren Zellen treffen kann.

Die Grösse des Trailers wird übrigens durch die Leistung der Solarpanels und deren dazu benötigten Fläche vorgegeben. Hier sind viele Spielarten bezüglich Panelgrösse und Batterie möglich, ganz abhängig vom gewünschten Resultat. Der Blick ins Innere des Trailers zeigt das Potenzial der Einsatzvielfalt. Mit einem fahrbereiten Leergewicht von 1950 kg (inkl. Energiesystem) verbleibt eine Nutzlast von 1550 kg, die beispielsweise für Werkzeug, Bau- und Baustellenmaterial oder für ein Feldbüro genutzt werden kann.