Michael Kellner, Mitglied des Deutschen Bundestages und energiepolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat zu Beginn des neuen Jahres das innovative Batteriespeicher-Projekt von TRICERA energy und EEW Energy from Waste im brandenburgischen Premnitz besucht. Gemeinsam mit dem BVES Bundesverband Energiespeichersysteme informierte er sich über die Einbindung von Speichern zur Flexibilisierung grundlastfähiger Kraftwerke.
Das Batteriespeicher-System, das erstmalig Teil einer thermischen Abfallverwertungsanlage ist, war Grundlage und Ausgangspunkt für intensive Diskussionen zu den aktuellen politischen Rahmenbedingungen und Regularien für Speichersysteme im Allgemeinen.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Batteriespeicher und thermische Abfallverwertung an einem Standort kombiniert werden. Doch bislang handelt es sich um einen Einzelfall. Es braucht passende Rahmenbedingungen, damit derartige Konzepte in der Breite umgesetzt werden können. Laut dem Bundesverband Energiespeicher Systeme e. V. braucht es ein noch stärkeres Bewusstsein für den Mehrwert von Energiespeicheranlagen bei Entscheidungsträgern wie Kommunen, genehmigenden Stellen, Netzbetreibern und dem Industrie- und Gewerbesektor.
Die Gäste waren sich grundlegend einig, dass es auch von politischer Seite klare Maßgaben und Entscheidungen benötigt, um Unternehmen und Geldgebern Investitionen in Erneuerbare Energien und Batteriespeichern als Flexibilisierungs-Option im Stromnetz zu erleichtern und Risiken dahingehend zu minimieren. Gerade im Hinblick auf die Netzentgeltreform braucht es ein klares Bekenntnis für Flexibilität.
Und: „Der Netzanschluss ist derzeit das größte Nadelöhr“, so BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen. „Dabei geht es nicht nur um die eigentlichen Anschlusszusagen, sondern um den gesamten Prozess. Es braucht mehr Transparenz zur Anschlusssituation, mehr Geschwindigkeit in den Prozessen und insbesondere auf Verteilnetzebene deutlich mehr Digitalisierung und Vereinheitlichung im Anschlussprozess. Dazu gehört aber auch: Erfahrungen teilen. Einander zuhören. Vertrauen schaffen.“
In Bezug auf klare Standards ergänzt Sebastian Siewers, Leiter Energie bei der EEW: „Mit dem Batteriespeicher in Premnitz haben wir gemeinsam mit unserem Partner TRICERA energy ein Pilotprojekt realisiert, das erstmals ein Batteriespeichersystem dieser Größenordnung und Integrationstiefe an einer thermischen Abfallverwertungsanlage in Deutschland umsetzt. Für uns war das ein wichtiger Lernschritt, aus dem wir wertvolle praktische Erkenntnisse für weitere Speicherprojekte ableiten. Dabei zeigt sich: Neben den großen und wichtigen energiepolitischen Weichenstellungen sind es oft sehr konkrete Fragen, die über Tempo und Skalierbarkeit entscheiden – etwa beim Brandschutz oder in den Genehmigungsverfahren. In den USA gibt es hierfür bspw. bereits etablierte, landesweit anerkannte Standards für Planung und Absicherung von Batteriespeichern. Eine vergleichbar klare Regelung fehlt in Deutschland bislang. Gerade an unseren Standorten, an denen häufig freiwillige Feuerwehren zuständig sind, würden einheitliche Standards die Sicherheit erhöhen und gleichzeitig Planbarkeit und Geschwindigkeit deutlich verbessern.“
Lars Fallant, CTO der TRICERA energy fasst zusammen: „Ich danke bei allen Beteiligten für den offenen und konstruktiven Austausch sowie die sehr gute Diskussion im Rahmen der Anlagenbegehung. Um den dringend notwendigen Ausbau von Batteriespeichern voranzubringen, brauchen wir schnellere und vor allem planbare Netzanschlussgenehmigungen. Flexible Netzanschlussverträge, die die Regelbarkeit von Speichern berücksichtigen, können vorhandene Netzkapazitäten effizient nutzbar machen. Gleichzeitig ist ein stabiler regulatorischer Rahmen entscheidend – nur mit verlässlichen gesetzlichen Bedingungen ohne nachträgliche Zusatzgebühren bleiben Speicherprojekte wirtschaftlich umsetzbar.“
Das Batteriespeicher-System in Premnitz mit einer Kapazität von 15 Megawattstunden (MWh) und einer Leistung von 7 Megawatt (MW) biegt davon unbeeindruckt in seine letzte Projektphase vor der Inbetriebnahme ein. Künftig wird es das Stromnetz stabilisieren, indem es kurzfristig Strom aufnimmt oder abgibt. Darüber hinaus nimmt es am Stromhandel teil.





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