Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) sieht die Landesregierung gefordert, sich gegenüber der Bundesnetzagentur und dem Bundeswirtschaftsministerium für eine durchdachte, effiziente Speicher-Strategie stark zu machen: „In den Speicher-Technologien steckt in Kombination mit den Erneuerbaren Energien ein riesiges Potenzial, um die Kosten für den Netzausbau deutlich zu senken, die volatilen Strompreise an den Börsen zu glätten und den teuren Einsatz fossiler Kraftwerke für sogenannte Redispatch-Maßnahmen erheblich zu reduzieren“, betonte Geschäftsführer Christian Vossler auf einer Fachtagung der Gigawattpakt-Initiative in Jülich.
Gleichzeitig sprach sich Vossler dafür aus, sich bei der überfälligen Speicher-Strategie nicht allein auf große Batteriespeicher zu konzentrieren. „Wenn der Begriff der Technologieoffenheit Sinn macht, dann bei den Speichern. Neben den Batteriespeichern muss die Landesregierung einen Fokus sowohl auf Wärmespeicher legen als auch auf grünen Wasserstoff als langfristige Speichermöglichkeit.“
Speichertechnologien gehören neben den Erneuerbaren Energien zweifellos zu den weiteren Säulen der Energiewende. Trotz zunehmender Berichte über große Batteriespeicherprojekte steht die großflächige und gewerbliche Nutzung von Speichern hierzulande erst am Anfang. Es kommt daher auf einen weiteren Ausbau von Speicherkapazitäten in den kommenden Jahren an.
Für den LEE NRW ist es deshalb ein wichtiges Signal, dass die Bundesnetzagentur bis Ende dieser Dekade von einer Vervierfachung des potenziellen Speichervolums ausgeht, das sich bis zum Jahr 2045 noch einmal verdoppeln soll. „Dieses ambitionierte Ziel wird aber nur dann erreicht, wenn die Politik, die Energiewirtschaft, die Netzbetreiber und die Industrie gemeinsam einen beschleunigten Ausbau aller Speichertechnologien umsetzen“, betonte Vossler bei der Veranstaltung in Jülich.
Für den LEE NRW ist es überfällig, dass die Netzbetreiber ihre bisherige Praxis für den Netzanschluss von insbesondere großen Batteriespeichern schnell ändern: „Wir müssen vom bisherigen Windhundprinzip frei nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ wegkommen. Stattdessen muss es eine klare Priorisierung der beantragten Projekte anhand von eindeutigen Kriterien geben“, so Vossler. In NRW sollten sich die Netzbetreiber an den im vergangenen Jahr beschlossenen Regionalflächen, mit denen neue Flächen für die Windenergienutzung ausgewiesen werden, orientieren. Zusammen mit der möglichen Überbauung von Netzverknüpfungspunkten könnten auf diese Weise bestehende Netzkapazitäten effizient genutzt sowie Netzausbaubedarfe und wirtschaftliche Kosten reduziert werden.
Damit Speicher aller Art künftig verstärkt „systemdienlich“, sprich für die Versorgungssicherheit des gesamten Stromversorgungssystem, eingesetzt werden können, fordert der LEE NRW schnellere Genehmigungsverfahren und den Abbau von Bürokratie. „Der Windsektor hat gezeigt, dass so etwas möglich ist. Die Genehmigungszeiten für neue Windparks haben sich zuletzt fast halbiert“, betont LEE NRW-Geschäftsführer Vossler.
Auch für die Flexibilisierung der Wirtschaft werden Speicher eine überragende Rolle spielen, um den Betrieb besser mit der schwankenden Stromerzeugung aus den preisgünstigeren Erneuerbaren Energien zu synchronisieren, ist Vossler überzeugt. „Die Unternehmen sollten den Einsatz von Speichern daher schnell prüfen, um Kosten zu sparen.“





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