„Der chilenische Markt für Photovoltaik-Anwendungen für den Eigenverbrauch hat im vergangenen Jahr stark an Wachstum zugenommen“ sagt Sebastian Arroyo vom chilenischen Energieministerium. Er ergänzt: „Wir sehen in Chile erhebliches Potential für die Entwicklung diverser innovativer Technologieeinbindungen, etwa den Einsatz von Batterien zur Steigerung des Eigenverbrauchanteils“.
Während einer einwöchigen Reise informierten sich Ministeriumsvertreter und lokale Projektentwickler über innovative PV-Anwendungen in Europa. Schwerpunkte waren dabei Besuche bei Herstellern von Heim- und Mittelspeichern in Deutschland. Auch wenn viele der hiesigen Geschäftsmodelle rund um die Batteriespeicher nicht ohne weiteres übertragbar sind – Stromspeicher werden auch in Südamerika gebraucht. Die chilenischen Vertreter nannten vor allem die unterbrechungsfreie Stromversorgung und die Optimierung des Stromverbrauchs durch eine Kappung der Spitzenlast als attraktive Anwendungsfälle. Da Chile zudem über relevante Lithiumvorkommen verfügt, ist das Interesse für damit zusammenhängende Technologie in dem Land ohnehin hoch. Die Einbindung von Speichersystemen über Community-Stromtarife wurden hingegen als weniger attraktiv eingeschätzt: der Haushaltsstrompreis liegt in Chile um 0,15 EUR/kWh und der Stromvertrieb liegt exklusiv beim Verteilnetzbetreiber. Ein Projektentwickler bemerkte dazu: „Da warten wir einfach mal ab, bis sich die Marktbedingungen verbessern“.
Die Besucher interessierten sich auch für das Modell der Direktvermarktung, das Monitoring von PV-Anlagen, die Prognose von Einstrahlungsdaten und den Handel von Stromleistung an den Börsenplätzen. Bei der Besichtigung des virtuellen Kraftwerks von Energy to Market (E2M) wurden darauf aufbauend die Möglichkeiten zur verbesserten Systemeinbindung erneuerbarer Energien diskutiert.
Die Wirtschaftsdelegation war auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Deutschland. Die GIZ implementiert in Chile verschiedene Projekte in Kooperation mit dem chilenischen Energieministerium, u.a. zur Förderung der Marktentwicklung von erneuerbaren Energien für den Eigenverbrauch. Die Finanzierung erfolgt zum großen Teil durch das Bundesministerium für Umwelt (BMUB) über die NAMA Facility.
Von Interesse waren für die Delegationsteilnehmer auch neue Ansätze zur architektonischen Integration von PV-Anlagen. Auch mit Blick auf mögliche zukünftige Ausschreibungen des Solardachprograms für öffentliche Gebäude informierten sich die Ministeriumsvertreter über aktuelle technische Lösungen und das Preisgefüge. Der Besuch von BIPV-Projekten in Paris rundete die Delegationsreise ab, die vom Berliner Marktanalysten Büro F erarbeitet und begleitet wurde.





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