Hager Neuheiten Oktober 2026 – von B wie „bidirektionales Laden“ bis S wie „Schaltersystem“
Neues Schaltersystem von Hager
Mit der Einführung seines neuen Schaltersystems im Frühjahr 2026 hat Hager den Schalterstandard neu definiert. Ob schwarz oder weiß, eckig oder abgerundet, matt oder glänzend – alle Standardvarianten der Designlinien A.1 und C.1 werden zum gleichen Preis angeboten. Darüber hinaus gibt es die größeren Designlinien A.8 und C.8, welche ebenso wie A.1 und C.1 auf der einheitlichen 55-x-55-mm-Plattform basieren.
Nun wird das Schaltersystem um das Signature-Sortiment erweitert – dieses umfasst 16 weitere Farben für alle vier Designlinien sowie 15 zusätzliche Materialien für A.8 und C.8. Ebenfalls neu sind der vernetzbare und Matter-fähige Drehdimmer sowie der KNX Secure Taster Basic und der KNX Secure Raumcontroller.
Mit aufeinander abgestimmten digitalen Tools unterstützt Hager das Elektrohandwerk ebenso wie Planer, Architekten und Bauherren bei der Konfiguration der Schalterprogramme. So wird jeder Schritt innerhalb eines Projekts vereinfacht – von der Gestaltung über die Planung bis hin zur Bestellung. Neben Design-Assistent Style Hub, Hager Ready und Bestellassistent – die alle die Design-ID für einen nahtlosen Projektfluss nutzen – kann beispielsweise das Übersetzungs-Tool zum schnellen Finden der sich ändernden Referenzen der überführten Berker Serien und Schalteinsätze genutzt werden. Als schnelle Variante des Bestellassistenten unterstützt der Fast-Selektor bei der Erfassung von Rahmenanzahl und -größe bereits während der Baustellenbegehung. Hagerplan ist ebenfalls direkt mit dem Bestellassistenten verbunden und dient zur einfachen Erstellung von Ausschreibungstexten.
Bereit für künftige Anforderungen: Weiterentwicklung der witty Familie
Ab Januar 2027 fordert die EU-Verordnung AFIR eine vollständige Smart-Interoperabilität. Neue Ladestationen müssen dann ISO 15118-20:2022 unterstützen. Zudem endet im April 2027 die Übergangsfrist zur geänderten VDE-AR-N 4100:2026-04. Damit wird die digitale Steuerbarkeit neuer Verbrauchseinrichtungen durch den Netzbetreiber verpflichtend – auch für Ladestationen. EEBUS gilt dafür als empfohlener Kommunikationsstandard.
Alle Modelle der witty Familie werden die neuen Anforderungen zum jeweiligen Zeitpunkt erfüllen. Bestehende Ladestationen können einfach nachgerüstet werden:
witty one wird ab Januar 2027 technisch aufgewertet und bleibt die Standardlösung für das Einfamilienhaus. Die Ladeleistung steigt von 11 kW auf bis zu 22 kW und lässt sich per Drehregler anpassen. Die integrierte Zusatzkarte XVA255 ermöglicht künftige Anwendungen nach ISO 15118 wie Plug & Charge und Smart Charging. Zudem ist witty one für die Kommunikation mit Energiemanagement- und Smart-Meter-Systemen über EEBUS vorbereitet.
Updates für witty plus und witty pro: Ab Oktober 2026 wird die Zusatzkarte XVA255 serienmäßig in die Wallboxen für anspruchsvollere Anwendungen im Wohnbereich sowie für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe integriert. Beide Modelle sind damit ISO15118-ready und vorbereitet für Plug & Charge und Smart Charging. Bereits installierte Geräte können nachgerüstet werden. Die EEBUS-Anbindung folgt ab Januar 2027 per Softwareupdate.
Sobald die Anpassungen bei witty plus und witty pro umgesetzt sind, werden diese auch auf der Liste der förderfähigen Ladestationen für die Förderung „Laden im Mehrparteienhaus“ ergänzt.
witty park 2: Neue Softwarefunktionen bereiten die Ladestation für halböffentliche und öffentliche Bereiche auf kommende Anwendungen vor. Das Update für ISO15118-1 bis -5 und OCPP 2.0.1 für Plug & Charge ist für Januar 2027 geplant. Die Hardwarevorbereitung mit XVA255 ist seit Ende 2025 integriert. Im April 2027 folgt die EEBUS-Kommunikation zur netzdienlichen Steuerung nach § 14a EnWG und VDE-AR-N 4100:2026-04.
Das Elektrofahrzeug wird zum mobilen Energiespeicher
Mit Vehicle-to-Home (V2H) erweitert die bidirektionale Ladestation witty flex das Energiemanagement von flow R3 um zusätzliche Speicherkapazität. Energie aus der Fahrzeugbatterie kann bei Bedarf für die Versorgung des Gebäudes oder zum Laden eines stationären Speichers genutzt werden. So steigt der Eigenverbrauch, während der Netzbezug sinkt.
witty flex mit Energiemanager: In Verbindung mit flow kann das Elektroauto ausgewählte Verbraucher oder das gesamte Gebäude versorgen. Über die Software AI360 wird zudem die Nutzung dynamischer Stromtarife und die Teilnahme am Strommarkt möglich.
witty flex mit Photovoltaik: Überschüssiger Solarstrom wird im Elektroauto gespeichert und später im Gebäude genutzt, statt ins Netz eingespeist zu werden. Die Lösung eignet sich bei passenden Fahrzeugen und Netzanschlüssen für Neubauten ebenso wie für die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen.
witty flex mit Photovoltaik und Energiespeicher: In Kombination mit einem stationären Speicher ergänzt das Elektroauto die vorhandene Speicherlösung. Der Heimspeicher deckt den Grundbedarf, das Fahrzeug übernimmt größere Energiemengen – koordiniert durch das Energiemanagement.
Shift Mode für mehr Effizienz und Autarkie
Ein besonderes Merkmal der witty flex ist der Shift Mode. Dabei lädt das Auto zunächst mit höherer konstanter Leistung einen lokalen Pufferspeicher, um einen wirtschaftlich sinnvollen Wirkungsgrad für die Rückeinspeisung zu erreichen. Der niedrigere und schwankende Gebäudebedarf wird anschließend aus dem effizienten lokalen Speicher gedeckt. So kann der Pufferspeicher kleiner dimensioniert werden. In einem Hager-Feldtest erreichte das System eine Autarkie von bis zu 62 Prozent.
Die Ladestation witty flex ist ab dem 1. Quartal 2027 verfügbar.
Flexible Bodeninstallationen: mit Plug-and-Play-Steckdosen für eine schnelle und einfache Montage
Mit vier Bodeninstallationssystemen stellt Hager für nahezu jede typische Anwendung im Zweckbau eine passende Lösung zur Verfügung: Für vorwiegend trocken gereinigte Böden in Büros eignen sich die Hager Versorgungseinheiten sowie die kombinierbaren Bodenkanäle tehalit BKG/BKB. Werden Böden regelmäßig nass gereinigt oder sind die Installationen einer hohen Beanspruchung durch Publikumsverkehr und schwere Lasten ausgesetzt, bieten sich nivellierbare Kassetten an. Eine weitere Lösung für solche Einsatzbereiche sind Bodensteckdosen, die ebenfalls für trocken und nass gereinigte Böden ausgelegt sind.
Für all diese Bodeninstallationssysteme hält das Hager Portfolio eine große Bandbreite an Geräteeinbauten für die elektro- und datentechnische Versorgung in modernen Zweckbauten
bereit – darunter Steckdosen als 1fach-, 2fach- und 3fach-Ausführung in jeweils sechs Farben.
Für eine komfortable Bedienung sind die Steckdosen in 3fach-Ausführung mit 33° Neigungswinkel erhältlich, die 1fach- und 2fach-Ausführungen zudem mit 66° Neigungswinkel. Beim Anschluss der Einbausteckdosen zeigt sich Hager besonders flexibel: Sie lassen sich wahlweise per Direktverdrahtung oder Stecktechnik mit Plug-and-Play-Anschluss installieren.
Herstellernachweise für nachhaltige Gebäudezertifizierungen nach DGNB, QNG und BNB
Für Bauprojekte mit angestrebter Zertifizierung nach DGNB, QNG oder BNB sind entsprechende Produktinformationen und Herstellernachweise für die eingesetzten Produkte erforderlich. Die Beschaffung dieser Dokumente ist jedoch häufig aufwendig und projektbezogen. Hager reduziert den Umgang mit komplexen Nachhaltigkeitsanforderungen und stellt alle relevanten Produktnachweise gebündelt in allgemeinen Herstellererklärungen bereit. Die Dokumente stehen als kostenloser Download zur Verfügung.
Jede Erklärung deckt das gesamte Hager Portfolio ab und kann direkt für Planung, Ausschreibung, Projektdokumentation und Audit verwendet werden. Die Herstellererklärungen zeigen transparent, welche Produktgruppen die jeweils relevanten Anforderungen erfüllen und welche Produktbereiche im entsprechenden Zertifizierungssystem anforderungsfrei sind. Die Erklärungen sind vom unabhängigen Sentinel Holding Institut geprüft und die Produkte in der SHI-Datenbank für schadstoffgeprüfte und nachhaltige Baumaterialien gelistet.
Neuer Sammelschienen-Leitungsschutzschalter von Hager: vereinfachte Lösung zur Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme
Mit dem neuen Sammelschienen-Leitungsschutzschalter SALS bereitet Hager seine Technikzentrale noch besser auf die Anforderungen der Energiewende vor. Die neue Lösung aus 25 Prozent halogenfreiem Recyclingmaterial ergänzt die bestehenden Hager Komponenten zur Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme SIBO (Sicherungsbox) und SABO (Sammelschienenbox) um eine weitere Variante.
Der SALS ersetzt die bisherige Kombination aus einzelnem Leitungsschutzschalter und Adapter, sodass seine Installation deutlich einfacher ausfällt. Mit einer Breite von nur 1,5 Platzeinheiten benötigt er zudem deutlich weniger Platz als die bisherige Lösung. Ein besonderer Vorteil ist die werkzeuglose Montage – der SALS wird direkt auf das Sammelschienensystem aufgesteckt. Diese praktische Installationsform gibt es ausschließlich von Hager. Darüber hinaus bietet der SALS weitere Montagevorteile wie eine fingersichere Konstruktion und einen verpolungssicheren Aufbau, der Fehlmontagen ausschließt. Sein Betriebszustand ist von außen sichtbar, und beim Wiedereinschalten muss keine Abdeckung geöffnet werden. Auch das erhöht die Sicherheit. Als praktisches Detail erweisen sich die seitlich angebrachten Positionierhilfen.
Der SALS wird im netzseitigen Anschlussraum (NAR) eingesetzt und sorgt mit zwei separaten Spannungsabgriffen direkt von den Sammelschienen für die Spannungsversorgung des Raums für Zusatzanwendungen (RfZ) und des Abschlusspunkts Zählerplatz (APZ). Dank des modularen Hager Systems kann er ohne Anpassungen gemeinsam mit anderen Komponenten der Technikzentrale eingesetzt werden – beispielsweise mit dem Einspeiseadapter ESA als besonders einfache und zeitsparende Lösung für die Hauptstromversorgung.
Für eine möglichst einfache, sichere und schnelle Planung der Technikzentrale ist der SALS in der aktuellen Version von Hager ZPlan integriert. Der Bestellprozess bleibt unverändert, da die Artikelnummern der bisherigen Varianten übernommen werden.