Ausgerechnet in Deutschland soll nun Schluss damit sein: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche forciert die Abschaffung der Einspeisevergütung – entgegen der Empfehlung des aktuellen Monitoringberichts des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Dieser spricht sich ausdrücklich für den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien aus. Statt Orientierung zu geben, sendet die politische Kommunikation ein toxisches Signal: Verunsicherung, Projektstopps, Investitionsrückzug.
Das vorgeschobene Ersatzmodell „Contracts for Difference“ (CfDs) erweist sich als unpraktikabel für Bürgerenergie. Komplexe Ausschreibungen begünstigen ausschließlich große Konzerne, während Kleinanlagen, kommunale Projekte und Genossenschaften praktisch ausgeschlossen bleiben. Damit droht die Energiewende zur reinen Konzernwende zu verkommen.
Banken werden Finanzierungen zurückfahren, 50–70 % der geplanten Anlagen werden storniert, Installateure melden Geschäftseinbrüche von bis zu 80 %. Das Fundament der Bürgerenergie – Vertrauen und Planungssicherheit – wird zerstört.
Gleichzeitig sollen neue Gaskraftwerke und CCS (Carbon-Capture-Technologien) mit Milliarden gefördert werden – trotz hoher CO₂-Emissionen, steigender Strompreise und wachsender Importabhängigkeit. Der klimapolitische Rückschritt ist absehbar. Wenn dies tatsächlich umgesetzt wird reden Fachleute und Verbände mit einem Kahlschlag schlimmer noch als 2012 unter Franz Altmaier.
Deutschland darf nicht vom weltweiten Vorbild zum warnenden Beispiel für Fehlsteuerung werden. Wer jetzt die Energiewende opfert, verspielt Klimaziele, Wettbewerbsfähigkeit und das Vertrauen der Mitte der Gesellschaft.
Dieses brennende Thema diskutieren wir in unserer aktuellen GridParity-Podcast-Folge 19





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