Hamburg, 7.9.2016 – Die jüngste, weiter verwässerte Version des Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung kommentiert Greenpeace-Energieexperte Tobias Austrup:
„Kein Kohleausstieg, keine Klimaziele für die einzelnen Wirtschaftsfelder, keine ökologische Steuerreform: Mit diesem Lückentext verhöhnt Deutschland den Geist der Pariser Klimakonferenz.
Kanzlerin Merkels fatale Klimapolitik gefährdet nicht nur den Planeten, sondern auch eine deutsche Schlüsselindustrie. Solange die klimapolitische Selbstverständlichkeit eines künftig emissionsfreien Verkehrs nicht festgeschrieben wird, werden Autobauer weiter von einer Zukunft des Verbrennungsmotors träumen. Eine Zukunft, die es nicht gibt.
Dieser Klimaschutzplan schützt weder das Klima noch den Wirtschaftsstandort, schon gar nicht wird er Deutschland bei der nächsten Klimakonferenz vor internationalem Spott schützen.“
Für Rückfragen erreichen Sie Tobias Austrup unter Tel. 0160-5369806, Internet: www.greenpeace.de
Hintergrund Änderungen im jüngsten Entwurf nach Sektoren:
Verkehr
- Statt bis 2030 den Großteil der Neuwagen auf elektrische oder alternative Antriebe umzustellen, soll eine konkrete Zielsetzung erst im Jahr 2020 beschlossen werden.
- Statt Vorgaben zur Minderung der direkten Treibhausgas-Emissionen des Pkw- und LKW-Verkehrs je Fahrzeugkilometer wird auf kommende europäische Regelungen verwiesen.
Wärme
- Statt Verbot von fossilen Heizungen sollen erneuerbare Heizsysteme bis zum Jahr XX deutlich attraktiver als fossile sein
Landwirtschaft
gestrichen wurde:
- der Grenzwert für Stickstoffüberschuss (bislang 50 kg/N/ha),
- die Absicht zum Abbau der Wiederkäuerbestände bzw. der Nachfrage nach tierischen Produkten
- die Neugestaltung der Struktur der GAP und die Neugestaltung der Zwei-Säulen-Struktur
- die Mittel- bis langfristige Änderung der Ernährungsgewohnheiten





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