Der europäische Verband für Verteilnetzbetreiber GEODE hat ein eigenes Strommarktmodell veröffentlicht und im Rahmen der Konsultation des Grünbuchs beim BMWi eingereicht. Eine Besonderheit des Modells ist, dass die Händler die zentralen Akteure sind: Nicht durch staatliche oder behördliche Vorgaben, sondern durch Handelstätigkeit werden auf Erzeugungs- und Lastseite alle Flexibilitätspotentiale geschaffen und angemessen vergütet. Dies gilt nicht nur für Strom aus konventionellen Anlagen, sondern auch für Strom aus Erneuerbaren Energien. Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) muss allerdings weiter gefördert werden, so die Konzeption des GEODE-Modells. Die Übertragungsnetzbetreiber übernehmen dagegen ausschließlich ihre originären Pflichten als Netzbetreiber und werden nicht mehr als Vermarkter von Strom tätig, wie es bisher der Fall ist. Eine der großen Stärken des Strommarktmodells ist es, dass es sich damit nahtlos in den europäischen Elektrizitätsbinnenmarkt einfügt.
„Wir sind der Auffassung, dass der notwendige Anpassungsprozess bei Erzeugung sachgerecht auch ohne einen Kapazitätsmarkt organisiert werden kann,“ bemerkt Dr. Götz Brühl, Vorstandsmitglied der GEODE und federführend tätig im Rahmen der Entwicklung des Strommarktmodells. „Angemessene Preise müssen in der Stromerzeugung erzielt werden, um die notwendigen Investitionen sicherzustellen. Unser Marktmodell kann hier ein Baustein sein, aber auch die sachgerechte KWK-Förderung ist unverzichtbar.“
Die GEODE ist der europäische Verband der unabhängigen privaten und öffentlichen Strom- und Gasverteilerunternehmen. Mit dem Ziel, diese Unternehmen in einem sich zunehmend europäisch definierten Markt zu vertreten, wurde der Verband 1991 gegründet. Mittlerweile spricht die GEODE für mehr als 1.000 direkte und indirekte Mitgliedsunternehmen in vielen europäischen Ländern, davon 150 in Deutschland.





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