Berlin, 6. Juli 2017 – Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat heute in Berlin im Rahmen seines energiepolitischen Dialogformats „Energie-Impuls“ mit anerkannten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Potenziale von Gas für einen klimafreundlichen Industriestandort Deutschland diskutiert.
„Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sehen vor, die Treibhausgasemissionen im Industriesektor bis 2030 um fast 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Um dies Ziele zu erreichen, müssen dringend Lösungen für klimafreundlichere Produktions- und Verarbeitungsprozesse in der Industrie gefunden werden, die 2015 mit 1.116 Terawattstunden fast die Hälfte der gesamten Energie in Deutschland verbraucht hat. In einem ersten Schritt ermöglicht die Substitution von Kohle und Erdöl durch Erdgas eine zügige und signifikante Reduktion von Treibhausgasemissionen im Industriesektor. In einem zweiten Schritt kann die allmähliche Steigerung des Anteils erneuerbarer und synthetischer Gase schließlich zur weitgehenden Treibhausgasneutralität führen. Durch die intersektorale Verknüpfung der bestehenden Infrastrukturen können schließlich weitere Effizienzressourcen gehoben werden“, sagte DVGW-Präsidiumsmitglied Heinrich Busch beim DVGW-Expertenforum „Stromsektor und Industrie“.
Um Anreize für die Industrie zu schaffen, diese drei Schritte (fuel, content und modal switch) zügig umzusetzen, sollten bei der Nutzung von klimafreundlichen Gasen die anfallenden Treibhausgaseinsparungen positiv auf das eigene Emissionskonto angerechnet werden. Maßnahmen mit einer hohen CO2-Vermeidungskosteneffizienz sollten in Anbetracht des verbleibenden Emissionsbudgets und der notwendigen Umsetzungsgeschwindigkeit im Vordergrund stehen und politisch unterstützt werden.
„Deutschland hat das Potenzial, sich gleichzeitig als wirtschaftlich starker und klimafreundlicher Industriestandort zu positionieren – und jene Zukunftstechnologien zu entwickeln, die deutsche Unternehmen erfolgreich exportieren können. Damit dies gelingt, sind zunehmend Investitionen in Anlagen und Prozesse erforderlich, die grüne Gase nutzen und integrieren oder auch CO2-Senken schaffen. Dafür sind insbesondere Marktentwicklungsprogramme für technologieoffene Pilot- und Demonstrationsprojekte nötig, um die Nutzung und den Einsatz von Biogas, Biomethan sowie grünem Wasserstoff und synthetisierten Gasen in industriellen Anwendungen auf den Prüfstand zu stellen“, erklärte Busch.
Dadurch könne zusätzliches Know-how generiert und die internationale Marktfähigkeit hergestellt werden. Bei derartigen Investitionen sei die Industrie jedoch auf eine frühzeitige und langfristig verbindliche Planungssicherheit angewiesen. In der kommenden Legislaturperiode solle daher die Ausarbeitung und Festlegung eines Pfades hin zur weitgehend klimaneutralen Industrie in Deutschland ganz oben auf der energie- und industriepolitischen Agenda stehen, so Busch weiter.
Unter www.dvgw-energie-impuls.de finden Sie weitere Informationen zum Energie-Impuls, u.a. eine umfangreiche Themen-Broschüre sowie kompakte Fact-Sheets zum Download. Zur DVGW-Themenseite Industrie kommen Sie unter www.dvgw.de/themen/gas-und-energiewende/energie-impuls/impuls-industrie.
Weitere Informationen
Daniel Wosnitzka
Pressesprecher
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E-Mail: presse@dvgw.de
Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) fördert das Gas- und Wasserfach mit den Schwerpunkten Sicherheit, Hygiene und Umweltschutz. Mit seinen über 13.700 Mitgliedern erarbeitet der DVGW die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Gas und Wasser. Der Verein initiiert und fördert Forschungsvorhaben und schult zum gesamten Themenspektrum des Gas- und Wasserfaches. Darüber hinaus unterhält er ein Prüf- und Zertifizierungswesen für Produkte, Personen sowie Unternehmen. Die technischen Regeln des DVGW bilden das Fundament für die technische Selbstverwaltung und Eigenverantwortung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Sie sind der Garant für eine sichere Gas- und Wasserversorgung auf international höchstem Standard. Der gemeinnützige Verein wurde 1859 in Frankfurt am Main gegründet. Der DVGW ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral.





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