Die Stadt Stavanger, das Wahrzeichen der norwegischen Ölindustrie, macht dank eines innovativen Projekts einen entscheidenden Schritt in Richtung Energiewende. Das TVEDTsenteret, das bekannte Einkaufszentrum der Stadt, beherbergt nun die größte Solarfassade Norwegens, bestehend aus 880 Photovoltaikmodulen Silk Nova Duetto von FuturaSun.
Die Anlage mit einer geschätzten jährlichen Produktionskapazität von 260.000 kWh stellt eine fortschrittliche technologische Lösung für die Integration von Solarenergie in städtische Strukturen dar. Das Ziel ist ein zweifaches: die Energieeffizienz des Gebäudes zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, was im Einklang mit der von Norwegen geförderten Nachhaltigkeitspolitik steht.
Ein Projekt, das aus der Notwendigkeit heraus geboren wurde, die Energiekosten zu senken
Der Weg zu dieser Verwirklichung begann 2019 mit der Installation der ersten Photovoltaikmodule auf dem Dach des Einkaufszentrums. Die steigenden Energiekosten im Jahr 2022 veranlassten die Eigentümer jedoch zu einem ehrgeizigeren Schritt: Sie wollten auch vertikale Flächen für die Erzeugung sauberer Energie nutzen.
„Photovoltaik-Fassaden sind noch eine ungewöhnliche Technologie, aber sie bieten erhebliche Vorteile, insbesondere im Winter, wenn die Sonne niedrig steht und die Stromkosten höher sind“, erklärt Siri Nybø, Verwaltungsdirektorin des Zentrums. „Mit dieser Anlage können wir die Leistung der Fassade mit der Leistung der Dachanlage vergleichen, die bereits in Betrieb ist.“
Effizienz und Nachhaltigkeit für das nördliche Klima
Das System wurde für die besonderen klimatischen Bedingungen der Region konzipiert, wobei Photovoltaikmodule mit einem Wirkungsgrad von 21,5 Prozent verwendet wurden, die so optimiert sind, dass sie das Sonnenlicht auch bei den für die Wintermonate typischen niedrigen Einfallswinkeln einfangen. Zu den technischen Anforderungen des vom Bauherrn beauftragten norwegischen Ingenieur- und Beratungsunternehmens gehören auch die Glas/Glas-Konfiguration der Module und die EPD-Zertifizierung (Environmental Product Declaration), d. h. die Überprüfung der Umweltauswirkungen des Produkts während seines gesamten Lebenszyklus durch Dritte. Die Fassade kann zusammen mit der Aufdachanlage 16 Prozent des gesamten Energiebedarfs des Einkaufszentrums decken. Dieser Ansatz verringert den Druck auf das nationale Stromnetz, das überwiegend aus Wasserkraft gespeist wird, und setzt Ressourcen für andere Sektoren frei, wie zum Beispiel den Verkehr, der eine rasche Elektrifizierung erfährt.
Ein Modell für die Zukunft der Energieentwicklung
Neben dem unmittelbaren Nutzen in Form von Energieeinsparungen ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie traditionell ungenutzte Gebäudeflächen für die Erzeugung von sauberer Energie genutzt werden können.
„Die Anforderungen an die Nachhaltigkeit von Banken, Kunden und Lieferanten steigen ständig“, betont Nybø. „Mit diesem Projekt können wir auf diese Erwartungen konkret und sichtbar reagieren.“
Ein nachahmenswertes Beispiel
Die TVEDTsenteret-Initiative ist ein Meilenstein für die Energiewende in Norwegen und könnte ein nachahmenswertes Modell für andere gewerbliche Gebäude werden. Sie zeigt, dass es selbst in Bereichen, die traditionell an fossile Brennstoffe gebunden sind, möglich ist, innovative und nachhaltige Lösungen zu fördern und zu einer grüneren Zukunft beizutragen.





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