Die Produktion von Metallen wie Aluminium oder Eisen erfordert viel Energie. Mittels chemischen Prozessen geben sie diese Energie wieder frei und die dabei entstehenden Abfallprodukte lassen sich mithilfe von erneuerbarer Energie CO2-neutral unendlich oft wieder in Metall verwandeln. Aus der Sicht von Forschenden weltweit macht sie das zum idealen Energieträger und -lieferanten, um nach dem Kreislauf-Wirtschaftsprinzip eine nachhaltige Ressourcen- und Energiewende zu schaffen. An der OST haben sich mehr als 130 Forschende und Unternehmen aus 13 Ländern in Europa, Amerika und Ostasien getroffen, um ihre Erkenntnisse zu teilen.
Bis heute steht die Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung basierend auf erneuerbarer Energie vor einer grossen Herausforderung: Energie ist ohne fossile Brennstoffe schwierig zu speichern. Akkus eignen sich etwa als temporäre Speicher für den Betrieb von Smartphones oder Personenfahrzeugen, aber nicht, um den Winter-Energieverbrauch eines ganzen Landes abzudecken. Um die Überschüsse aus der erneuerbaren Energieproduktion im Sommer (Solar) oder an windigen Tagen (Windkraft) zu speichern braucht es Speicher, die sehr viel Energie aufnehmen und beliebig lange bei tiefen Kosten stabil speichern können.
Chemie sieht Metalle als idealen Energiespeicher
Metalle könnten laut einer wachsenden Anzahl von Forschenden die ideale Lösung für dieses Problem sein. Sie lassen sich praktisch unendlich lange lagern, sind einfach und sicher transportierbar und nehmen bei der Produktion riesige Mengen Energie auf. Wie diese Energie sich beispielsweise aus Aluminium wieder zurück in elektrischen Strom und Wärme verwandeln lässt, konnten die Teilnehmenden am 1. International Symposium on Renewable Metal Fuels diese Woche am Mittwoch und Donnerstag an der OST erleben: Neben einer kurzen Bühnendemonstration zur Wärme- und Wasserstofferzeugung im kleinen Labormassstab konnten sich Projektpartner bei einer Führung einen ersten Eindruck von einem grösseren Prototypen verschaffen, der derzeit vom Institut für Solartechnik (SPF) der OST in Rapperswil-Jona aufgebaut wird. Dieser wurde im Rahmen des Europäischen Verbund-Forschungsprojektes REVEAL entwickelt, welches durch das EU Programm Horizon Europe und das Schweizerische SERI gefördert wird. Nach der Inbetriebnahme soll hier live demonstriert werden, wie sich Aluminium durch chemische Prozesse umwandeln lässt und sich die dabei entstehende Wärme und der Wasserstoff etwa zur Heizung und Stromerzeugung für ein Gebäude wieder nutzbar machen lassen.
Eisen und Aluminium
Nachdem sich die Forschenden in zahlreichen Referaten am Mittwoch über Grundlagen und wissenschaftliche Entwicklungen zur saisonalen Energiespeicherung mit Metallen ausgetauscht haben, ging es am Donnerstag um den praktischen Nutzen und die aktuelle Marktreife der Technologie. Das Fazit: Es ist noch weitere Forschung nötig, doch bereits heute gibt es zahlreiche Marktpotenzialstudien, Demonstrationsprojekte und Unternehmen, die Energiespeicherlösungen auf der Basis der beiden Metalle Eisen und Aliminium erforschen, weiterentwickeln und erproben. Das Fazit von OST-Tagungsgastgeber und SPF-Forschungsleiter Michel Haller fiel entsprechend positiv aus: «Erneuerbare, metallische Energieträger könnten der lange ersehnte Game-Changer werden, um eine 100-prozentig erneuerbare, CO2-neutrale und damit klimafreundliche und ressourcenschonende künftige Energieversorgung zu ermöglichen.»
Wie diese Zukunft aussehen kann, zeigt demnächst der erwähnte Aluminium-zu-Energie-Prototyp an der OST in Rapperswil-Jona.





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