Energiewende in Vietnam

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Berlin, 12. April 2021 – Um das Ziel einer baldigen Energiewende im Kampf gegen die Klimakrise zu erreichen, ist sofortiges Handeln nötig. Die beiden Gründer des Berliner Unternehmens ecoligo, Martin Baart und Markus Schwaninger, haben sich seit 2016 das ambitionierte Ziel gesetzt, die globale Energiewende voranzutreiben, um den weltweiten Temperaturanstieg schnellstmöglich auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen.

Viele Schwellenländer haben günstige Standortbedingungen für den Umstieg auf Solarenergie, aber kaum Optionen für die Umsetzung. Hinzu kommen die oft enorm hohen Stromkosten, wodurch ecoligo sich auf die Realisierung von Solarprojekten in Schwellenländern spezialisiert hat. Das Unternehmen setzt Projekte mit Universitäten, Produktionsstätten oder Hotels um, die auf nachhaltige Energiegewinnung umstellen möchten. Gestartet mit ersten Solaranlagen in Ghana, ist ecoligo mittlerweile in sechs verschiedenen Ländern aktiv, darunter auch Costa Rica, Kenia, Thailand oder Vietnam.

Solarenergie in Vietnam – viel Potential aber mit bisher geringer Umsetzung

Bereits seit Frühjahr 2020 realisiert ecoligo Solarprojekte in Vietnam – einem Land, das sich durch ein stabiles politisches Klima und ein schnelles Wirtschaftswachstum auszeichnet. Vietnam, drittgrößter Textilexporteur der Welt, erfährt nicht nur durch das günstige Klima mit hoher Sonneneinstrahlung eine enorme Nachfrage nach Solarenergie, hat aber nach wie vor mit Hürden zu kämpfen. Modemarken wie H&M und Nike, die in dem südostasiatischen Land produzieren, pochen auf ein Programm zum Erwerb erneuerbarer Energien. Das liegt unter anderem an dem zunehmenden Druck von Aktionären und Verbrauchern, die Unternehmen dazu drängen, ihre Emissionen in ihren Lieferketten zu reduzieren und so ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Ein Konsortium von 29 Marken, darunter auch der zweitgrößte US-Einzelhändler Target und die Schweizer Sportmarke Mammut, hat im Dezember 2020 einen Brief an den vietnamesischen Premierminister Nguyen Xuan Phuc versandt, mit dem Ziel, direkte Stromabnahmevereinbarungen (DPPA) zwischen privaten Käufern und Verkäufern von erneuerbarer Energie einzuführen. Bisher hielt der nationale Energieversorger Electricity Vietnam (EVN) ein Monopol auf das Stromnetz des Landes. Der Brief folgt bereits auf frühere Pläne für ein solches System, die aber nicht realisiert wurden. Die Unternehmen sind weiterhin hoffnungsvoll, denn Vietnam hat bereits ein erstes positives Signal mit einem attraktiven Einspeisetarif für neue Solaranlagen gesetzt.

Realisierung von Solarprojekten durch ecoligo – so funktioniert es

Abseits des nationalen Versorgungsunternehmens bleibt für vietnamesische Unternehmen derzeit aber nur die private Umstellung auf erneuerbare Energie, beispielsweise über die Investition in Aufdach-Solaranlagen. Dieser Ansatz bedeutet für lokale Produktionsunternehmen oftmals aber einen unüberwindbaren Kostenfaktor.

Das Berliner Unternehmen ecoligo steigt genau hier ein und realisiert Solarprojekte mit lokalen Firmen durch ein Stromabnahme-Vertrags-Modell. Ecoligo plant die Anlagen je nach Bedarf mit lokalen Anbietern vor Ort, kümmert sich um Installation und Wartung und refinanziert das Projekt über private Crowdinvestments. Die Firma vor Ort zahlt eine monatliche Stromgebühr an ecoligo, die günstiger als die sehr hohen lokalen Strompreise ist, und finanziert sich so die eigene Anlage über eine Laufzeit zwischen 15 und 20 Jahren. Über die grüne Stromerzeugung erwirtschaftet ecoligo so auch jährliche Renditen für die Investoren, die je nach Projektgröße zwischen 5 und 7,5 Prozent betragen. Deutsche Anleger haben dadurch die Möglichkeit, ihr Geld gewinnbringend in nachhaltigen Strom zu investieren und sich an der globalen Energiewende zu beteiligen.

Seit dem Start im Jahr 2016 hat ecoligo 43 Solarprojekte erfolgreich umgesetzt, weitere 30 in Planung und verhilft so verschiedenen Firmen zur Umstellung auf saubere Energie. Darunter befinden sich rund 15 Projekte in Vietnam.