„Es ist seit Monaten erkennbar, dass die Ministerin fossile Gaskraftwerke priorisiert und erneuerbare Energien zunehmend als Belastung darstellt. Neu ist jedoch die Konsequenz, mit der nun die prioritäre Einspeisung, die finanzielle Grundabsicherung und die Investitionssicherheit des EEG angegriffen werden. Damit wird einer der erfolgreichsten Wirtschafts- und Innovationssektoren Deutschlands bewusst geschwächt“, erklärt Peter Schrum, Präsident des BRM e.V.
Die Energiewende ist eine blühende gesellschaftliche und wirtschaftliche Plattform. Rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt an den erneuerbaren Energien, davon mindestens 500.000 hochqualifizierte Stellen. Hinzu kommen Millionen Bürgerinnen und Bürger – vom Mittelstand bis zum privaten Hausbesitzer mit Solardach –, die aktive Teilhaber dieser Entwicklung sind. Diese Erfolge stehen nun akut in Gefahr.
Netzüberlastung ist lösbar – durch kluge EEG-Anreize
Die Behauptung, die Netze seien überlastet und ließen keine weitere Entwicklung der erneuerbaren Energien zu, greift fachlich zu kurz. Netzengpässe lassen sich schnell, wirksam und kosteneffizient durch eine weise Ausgestaltung des EEG beheben.
Der entscheidende Hebel ist ein Anreizsystem für Speicher
Investoren im Solar-, Wind- und Biogasbereich müssen gezielt dazu motiviert werden, netzdienliche Energiespeicher parallel zu neuen Erzeugungsanlagen zu errichten. Wer beispielsweise mindestens 25 Prozent der installierten Leistung in Speicher investiert, sollte von EEG-Ausfallregelungen – insbesondere bei negativen Strompreisen – befreit werden. Dieses Prinzip schafft sofortige Investitionssicherheit und führt dazu, dass nahezu jede neue Anlage automatisch mit Speicher gebaut wird.
Dieses Anreizmodell muss ausdrücklich auch für Privathaushalte gelten. Die geplante Streichung der Einspeisevergütung für Dachanlagen würde private Investitionen massiv ausbremsen. Ohne Mindestvergütung erhalten Hausbesitzer wie auch mittelständische Unternehmen kaum noch eine Finanzierung durch Banken. Dabei hat gerade das EEG mit seinen Ausschreibungen zu historisch niedrigen Erzeugungskosten geführt: Der Strom aus großen erneuerbaren Anlagen liegt heute bei durchschnittlich rund sieben Cent pro Kilowattstunde – ein Erfolg, der nun leichtfertig verspielt wird.
Überschüsse sind kein Fehler, sondern Systemnotwendigkeit
Ein stabiles Energiesystem benötigt bewusst kleine Überschüsse. Abregelungen von drei bis zehn Prozent in einzelnen Regionen sind kein Versagen, sondern physikalisch notwendig, um Netze sicher zu betreiben. Ein System ohne Überschuss ist nicht regelbar. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob es Überschüsse gibt, sondern wie intelligent sie genutzt werden – und das geschieht durch Speicher.
Statt die erneuerbaren Energien auszubremsen, müssten Batteriespeicher priorisiert, rechtlich bevorzugt und wirtschaftlich abgesichert werden. Genau hier liegt der Schlüssel zur Netzstabilität, nicht im Ausbau fossiler Gaskraftwerke.
Die aktuelle Politik setzt hingegen auf eine Fehlinterpretation von Kosten und Versorgungssicherheit. Zentrale fossile Kraftwerke sind hochgradig verwundbar – durch Cyberangriffe, Sabotage oder geopolitische Krisen. Eine dezentrale, erneuerbare Energieversorgung mit Speichern erhöht dagegen die Resilienz unseres Landes erheblich.
Versorgungssicherheit ist erneuerbar -und nur erneuerbar
Ein Zurück zu fossilen Abhängigkeiten ist kein Weg in die Zukunft, sondern ein sicherer Weg in wirtschaftliche, sicherheitspolitische und gesellschaftliche Risiken.





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