Energiewende braucht Bürgerenergie – kein regulatorisches Bremsmanöver

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Berlin, 12. Februar 2026 – Angesichts der geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Entwurfs für ein neues Netzpaket warnt das Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) eindringlich vor massiven Rückschritten für die Energiewende. Gemeinsam mit zehn weiteren Organisationen unterstützt das BBEn einen Verbändeappell, der vor Investitionsstopp, wachsender Rechtsunsicherheit und einer faktischen Ausbremsung des Ausbaus erneuerbarer Energien warnt. 

„Bürgerenergie steht für eine dezentrale Energieversorgung. Genau diese Dezentralität erhöht die Sicherheit und Resilienz unseres Energiesystems“, erklärt Harald Uphoff, Vorstand Politik des Bündnis Bürgerenergie. „In Zeiten geopolitischer Spannungen und wachsender Bedrohungslagen wird Energiesicherheit auch auf der Münchener Sicherheitskonferenz diskutiert. Wer jetzt dezentrale Strukturen schwächt, handelt sicherheitspolitisch kurzsichtig.“

Besonders kritisch bewertet das BBEn die diskutierten Einschränkungen beim Netzanschluss sowie mögliche Eingriffe bei der Förderung kleiner und mittlerer Anlagen. Werden Netzanschlüsse an zusätzliche, schwer kalkulierbare Auflagen geknüpft oder Förderbedingungen deutlich verschlechtert, werden zahlreiche Bürgerenergieprojekte scheitern.

„Im Koalitionsvertrag ist klar vereinbart, dass der Netzausbau mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien synchronisiert werden soll – und nicht umgekehrt“, betont Uphoff. „Es wäre ein klarer Wortbruch, wenn nun der schleppende Netzausbau als Begründung dafür herhalten müsste, den Zubau von Wind- und Solarenergie zu drosseln. Nicht die Erneuerbaren müssen auf das Netz warten, sondern das Netz muss mit dem Ausbau Schritt halten.“ 

Das Bündnis Bürgerenergie fordert die Bundesregierung auf, EEG-Novelle und Netzpaket grundlegend zu überarbeiten. Investitionssicherheit, praktikable Netzanschlüsse und verlässliche Förderbedingungen seien unverzichtbar, um Bürgerenergie als tragende Säule der Energiewende zu erhalten.

„Die aktuell diskutierten Veränderungen stellen die Vorteile der Bürgerenergie fundamental in Frage. Das können wir uns weder gesellschaftlich, sicherheitspolitisch noch klimapolitisch leisten“, so Uphoff. „Eine erfolgreiche Energiewende braucht starke Bürgerenergie; dezentral, regional verankert und demokratisch getragen.“ 

 

Den gemeinsamen Verbändeappell finden Sie hier.