Karlsruhe/Stuttgart. Trotz deutschlandweit unvorteilhafter Wetterbedingungen für die erneuerbaren Energien hat sich das breit aufgestellte Geschäftsmodell der EnBW erneut als resilient bewiesen: In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ein operatives Konzernergebnis (Adjusted EBITDA) von 2,4 Milliarden Euro und liegt damit nahezu auf Vorjahresniveau (2,6 Mrd. Euro, minus 7 Prozent). Für das volle Geschäftsjahr 2025 bestätigt EnBW ihre bereits im Geschäftsbericht 2024 veröffentlichte Prognose: Das erwartete Adjusted EBITDA des Konzerns liegt unverändert in einer Bandbreite zwischen 4,8 und 5,3 Milliarden Euro.
Der stellvertretende EnBW-Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand Thomas Kusterer: „Als EnBW befinden wir uns in einer Phase historisch hoher Investitionen, allein in den ersten sechs Monaten 2025 waren dies über drei Milliarden Euro. Bis 2030 planen wir, bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren. Daraus resultiert ein überdurchschnittlich hoher Kapitalbedarf. Mit unserer Kapitalerhöhung in Höhe von 3,1 Milliarden Euro haben wir dafür die Voraussetzungen geschaffen. Sie verleiht uns größere finanzielle Handlungsspielräume in allen Geschäftsfeldern und versetzt uns in die Lage, unsere Marktposition in zentralen Wachstumssegmenten erfolgreich zu sichern und auszubauen.“
Kusterer forderte mit Blick auf die Energiepolitik, jetzt die Weichen richtig zu stellen. „Für die weitere nachhaltige Transformation des Energiesystems brauchen wir klare und verlässliche Rahmenbedingungen.” Es bedürfe nicht nur mehr Kostenbewusstsein, sondern zugleich attraktiver Investitionsbedingungen. „Dazu brauchen wir dringend das Kraftwerkssicherheitsgesetz und darüber hinaus die Verzahnung mit einem ab 2028 vorgesehenen Kapazitätsmechanismus. Die konkrete bedarfsorientierte Ausgestaltung wird am Ende darüber entscheiden, ob die notwendigen flexibel einsetzbaren Gaskraftwerke als Partner der erneuerbaren Energien gebaut werden“, so der CFO.
Gleiches gelte für die Investitionen in den Ausbau und Betrieb der Transport- und Verteilnetze. Ohne einen stabilen Regulierungsrahmen und eine im internationalen Vergleich angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals seien die notwendigen Investitionen in die Energieinfrastruktur nicht zu stemmen.
Der auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Adjusted Konzernüberschuss ging zum Ende des ersten Halbjahres 2025 auf 632 Millionen Euro zurück (Vorjahr 927 Mio. Euro). Grund hierfür war neben der Entwicklung des EBITDA ein gesunkenes Finanzergebnis, das im Wesentlichen aus einer niedrigeren Marktbewertung von Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr resultiert.
Hohe Investitionen in Netze, erneuerbare Energien und Fuel-Switch-Projekte
Die Bruttoinvestitionen des EnBW-Konzerns lagen mit rund 3,1 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 rund 25 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die Mittel flossen in den Ausbau der Strom- und Gasnetze, den Ausbau der Offshore-Windkraft, wie zum Beispiel den bereits fünften EnBW-Offshorewindpark „He Dreiht“, sowie in den Bau CO2-armer, wasserstofffähiger und flexibel einsetzbarer Gaskraftwerke.
Aktuell befinden sich Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von rund 1,7 Gigawatt im Bau. Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren an der installierten Erzeugungskapazität der EnBW zwischen 75 und 80 Prozent betragen, aktuell liegt er bei rund 60 Prozent.
Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsfelder
Das Segment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur erzielte im ersten Halbjahr 2025 ein Adjusted EBITDA von 1,1 Milliarden Euro und ging damit um rund 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.
Das Adjusted EBITDA der Erneuerbaren Energien lag mit rund 525 Millionen Euro um rund 12 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dies war in erster Linie unvorteilhaften Wetterbedingungen geschuldet. Insbesondere die Offshore-Windverhältnisse waren deutschlandweit in den ersten sechs Monaten 2025 sehr schwach, sowohl im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt als auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hinzu kam, dass die Laufwasserkraftwerke aufgrund einer geringeren Wasserführung im Vergleich zum Vorjahr weniger Strom produzierten. Die rückläufigen Erzeugungsmengen konnten nur teilweise durch höhere Erlöse der Pumpspeicherkraftwerke und Solarparks kompensiert werden.
Im Bereich Thermische Erzeugung und Handel lag das Adjusted EBITDA in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 556 Millionen Euro, was einem Rückgang um 35 Prozent entspricht. Dies ist im Wesentlichen auf geringere Erträge aus dem Handelsgeschäft zurückzuführen.
Im Segment Systemkritische Infrastruktur, also den Transport- und Verteilnetzen für Strom und Gas, stieg das Adjusted EBITDA im ersten Halbjahr 2025 auf 1,29 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Hier wirkten sich vor allem Rückflüsse aus den deutlich gestiegenen Investitionen in die Netze positiv aus. Diese führten zu höheren Erlösen aus der Netznutzung. Wachstumsbedingt stiegen gegenläufig die Personalaufwendungen an.
Das Adjusted EBITDA des Segments Intelligente Infrastruktur für Kundinnen und Kunden lag im ersten Halbjahr 2025 bei 233 Millionen Euro und damit um 35 Prozent über den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Verbesserung ist auf insgesamt gute Ergebnisse im B2C-Geschäft sowie gestiegene Ergebnisbeiträge aus der Elektromobilität zurückzuführen.
Die Ergebnisse der ersten sechs Monate des Jahres 2025 spiegeln in allen Segmenten die Erwartungen wider. Entsprechend wird die Jahresprognose sowohl für die einzelnen Geschäftssegmente als auch für den EnBW-Konzern unverändert bestätigt.





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