Nach rund 20 Jahren in der Industrie sowie 14 Jahren Vorstandsmitglied und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) geht Professor Dr. Werner Tillmetz Ende September 2018 in den Ruhestand. Sein berufliches Wirken war stark geprägt von Technologien für die Mobilität von morgen: Brennstoffzellen und Batterien. Aus seiner Position heraus hat er das Ulmer ZSW zu einem europaweit führenden Forschungsinstitut für Batterien und Brennstoffzellen entwickelt. Zurzeit läuft das Berufungsverfahren zur Nachfolge mit der Universität Ulm.
Erneuerbare Energien sind heute längst im Alltag angekommen und die Transformation zur emissionsfreien Elektromobilität mit Batterien und Brennstoffzellen ist weltweit in vollem Gange. Als Tillmetz Ende 2004 dem Ruf an die Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Ulm folgte und gleichzeitig als ZSW-Vorstandsmitglied mit der Leitung des Ulmer Geschäftsbereichs betraut wurde, sah die Situation ganz anders aus. „Zu dieser Zeit war das Interesse an Batterien und Brennstoffzellen gering“, so Tillmetz.
ZSW erreicht Spitzenplatz in der Batterieforschung
Als 2008 die E-Mobilität an Dynamik gewann, war das ZSW eines der wenigen Institute in Europa, das anwendungsnahe Forschungskompetenz zu Batterien aufweisen konnte. Tillmetz hatte den Mut, die sich bietenden Chancen zu nutzen, um die Batterieforschung am ZSW deutlich auszubauen. Der Erfolg ist heute deutlich sichtbar: Mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Millionen Euro entstand der Neubau „ZSW Labor für Batterietechnologie (eLaB)“ mit 10.000 Quadratmetern richtungweisender Forschungsinfrastruktur. Ein Highlight hierbei ist die 2014 in Betrieb genommene, größte europäische Pilotanlage zur industrienahen Produktionsforschung von großen Lithium-Ionen-Zellen. Gleichzeitig wuchs auch die Anzahl der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen steil an: Waren 2004 am ZSW in Ulm rund 50 Mitarbeiter tätig, sind es heute 140 Köpfe aus 14 Nationen.
Brennstoffzellen, große Chancen für die Mobilität der Zukunft
Mit der Brennstoffzelle geht es seit einigen Jahren ebenfalls weltweit steil bergauf und das ZSW konnte sich mit wichtigen Projekten zur Hochleistungsbrennstoffzelle für Fahrzeuge und zur Wasserstoff-Betankung positionieren. „Inzwischen haben viele erkannt, dass es nicht sinnvoll ist, zu versuchen, mit der Batterie alle Marktsegmente abzudecken“, so Tillmetz. Die Brennstoffzelle ist inzwischen so leistungsfähig geworden, dass sie fast alle Bereiche, die bislang vom Dieselmotor dominiert wurden, bedienen kann. Ein ganz entscheidender Schritt hin zu einer emissionsfreien und klimafreundlichen Mobilität.
Geprägt von Netzwerk und Aufbruch
Wichtig für den Erfolg des ZSW ist auch der Aufbau nationaler Strukturen. „In der Rückschau über meine Zeit am ZSW waren sicherlich die Gründung der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) und des Kompetenznetzwerkes Lithium-Ionen-Batterien (KLiB) herausragende Ereignisse“, fasst Tillmetz zusammen „Beides hat in Ulm seine Wurzeln“. Auch an der Gründung des Helmholtz-Institutes Ulm war Tillmetz maßgeblich beteiligt. Damit wurde die Stadt zu einer weltweit sichtbaren Hochburg der Batterieforschung.
Aus Vision wird Innovation
Nach der Promotion in angewandter Elektrochemie 1984 sollte die Brennstoffzelle den weiteren beruflichen Werdegang Tillmetz´ prägen. Im Auftrag der European Space Agency arbeitete er bei Dornier an der Entwicklung der Brennstoffzelle für HERMES, dem europäischen Spaceshuttle. Dies wurde 1991 zur Keimzelle für die Brennstoffzellen-Aktivitäten der Daimler AG. Schon 1996 bewies Projektleiter Tillmetz mit der zweiten Fahrzeug-Generation (neCar2, 1996), dass alltagstaugliche Brennstoffzellen-Autos machbar sind.
„Die Frage nach der Anwendung hat mich immer mehr getrieben als die rein wissenschaftliche Erkenntnis“, so Tillmetz. Die Zeit als Geschäftsführer bei Ballard Power Systems ab 1998 war geprägt von der erfolgreichen Demonstration von Brennstoffzellen in PKW- und Busflotten. Ab 2003 verantwortete er bei der Süd‐Chemie AG das globale Katalysatorgeschäft im Umwelt- und Energiebereich bis er 2004 ans ZSW und die Universität Ulm kam.
Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 250 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 90 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte.
Das ZSW ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW), einem Zusammenschluss von 13 außeruniversitären, wirtschaftsnahen Forschungsinstituten.
| Ansprechpartner Pressearbeit Tiziana Bosa, Zentrum für Sonnenenergie- und Axel Vartmann, PR-Agentur Solar Consulting GmbH, Diese und weitere Presseinformationen rund um Energiethemen finden Sie online unter: https://energie.themendesk.net/ |





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