Mit Fortschreiten der Energiewende steigen auch die Anforderungen an die Netze. Schon im Jahr 2030 wird voraussichtlich rund 20 Prozent mehr Strom durch die Leitungen fließen als heute. Denn für die Klimaschutzziele 2030 sind laut BDEW-Berechnungen bis 2030 bereits rund 15 Millionen Elektro-Fahrzeuge, 15 Gigawatt Elektrolysekapazität zur Produktion von Wasserstoff und mehrere Millionen Wärmepumpen in Deutschland notwendig. Der Stromverbrauch würde so bis 2030 auf rund 700 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) jährlich ansteigen. Zum Vergleich: Im Vor-Corona-Jahr 2019 betrug der Stromverbrauch 567,6 Mrd. kWh, im Jahr 2020 545,3 Mrd. kWh. Gleichzeitig werden künftig Millionen neuer Solar- und Windenergieanlagen Strom dezentral ins Netz einspeisen.
„Angesichts der steigenden Herausforderungen sind Investitionen in die Netzinfrastruktur dringend notwendig und machen die Energiewende möglich“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Doch anstatt Investitionen in die Netze im Sinne der Klimaziele zu fördern, droht in den kommenden Jahren eine empfindliche Verschlechterung des Investitionsklimas.“
Auch der Beirat der Bundesnetzagentur betone völlig zu Recht, dass investitionsfreundliche Rahmenbedingungen unverzichtbar sind für den dringend erforderlichen Netzaus- und -umbau. „Die Bundesnetzagentur sollte dies in ihrer für den Herbst dieses Jahres angekündigten Festlegung der Eigenkapitalverzinsung berücksichtigen und ihre bestehenden Bewertungsspielräume nutzen“, sagt Andreae.





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