EES EUROPE 2018: Die Zukunft der Batterieproduktion

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Autobauern und Zulieferern bietet der Wandel enorme Chancen: Das Beratungsunternehmen Deloitte prognostiziert, dass der Markt für Batterien und Brennstoffzellen in Deutschland, China und der NAFTA-Region mit den USA, Kanada und Mexiko von heute 5,5 Milliarden Euro auf über 81 Milliarden Euro 2025 anwachsen könnte. Die ees Europe, Europas größte und besucherstärkste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme, widmet diesem Topthema einen eigenen Ausstellungsbereich und ein umfangreiches Vortragsprogramm.

Die Batterieproduktion profitiert von der wachsenden Attraktivität umweltfreundlicher Mobilität: Für 2018 hat zum Beispiel die Automobilindustrie den Start einer Elektroauto-Offensive angekündigt. Bis 2025 wollen Audi, BMW, Mercedes und VW dem derzeitigen Branchenprimus Tesla Konkurrenz machen und zumindest zwischen 15 und 25 Prozent ihrer Flotte als Elektrovariante anbieten. Im Bereich Energieversorgung wächst die Notwendigkeit, Strom aus Erneuerbaren Energien wie Photovoltaik zu speichern und zeitlich sowie örtlich flexibel zu nutzen. Denn für den Plan der Bundesregierung, den Anteil sauberen Stroms bis 2030 auf 50 Prozent zu erhöhen, sind Stromspeicher unerlässlich.

Daraus folgt: Mehr Batterien sind erforderlich – und das über alle Energiesektoren hinweg. Fortschrittliche Techniken zur Batterieherstellung sind entscheidend, um die Output-Raten zu steigern und dadurch Kosten zu reduzieren. In Deutschland ist man bei der Batterieproduktion zuletzt deutlich vorangekommen. Der Automobilhersteller Daimler baut beispielsweise die Modulproduktion in seiner Kamenzer Batteriefabrik weiter aus. Und der Batteriehersteller Akasol eröffnete 2017 in Langen die größte Batterieproduktionsstätte Europas. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen dort jährlich 10.000 Batteriesysteme vom Band laufen.

Zellfertigung in Deutschland und Europa kommt in Schwung
Eine größere Rolle wird künftig die Zellfertigung in Europa spielen. Bisher führen vor allem China und Korea die Zellproduktion an. Für hiesige Unternehmen ist der Import aufwändig. Darüber hinaus werden Batteriezellen weltweit gebraucht – Autobauer und andere Abnehmer müssen sich die Zellenkapazitäten mit der internationalen Konkurrenz teilen. Das könnte sich bald ändern. Denn seit der Gründung der TerraE Holding 2017 rückt die Zellfertigung in Deutschland in greifbare Nähe. Dem Konsortium gehören insgesamt 17 Unternehmen und Forschungsinstitute an, darunter die BMZ Holding GmbH, Hersteller von industriellen Batteriemodulen, die Siemens AG sowie ThyssenKrupp Engineering GmbH. Die TerraE Holding will im Januar 2018 mit der Forschung und Entwicklung für eine Großserienfertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen beginnen. Bis 2028 sollen die Fertigungskapazitäten schrittweise auf bis zu 34 Gigawattstunden pro Jahr ausgebaut werden. Auch Autobauer wie BMW und VW drängen darauf, selbst Batteriezellen zu entwickeln. Wenn die Stückzahlen weiterhin steigen, lohnt sich das eher als der Import aus Asien. Darüber hinaus könnte das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil auf dem hart umkämpften Automarkt sein.

Deutschland ist auf einem guten Weg, eine eigene Wertschöpfungskette für Batteriespeicher zu etablieren, um den Bedarf selbst zu decken. Davon profitieren langfristig vor allem die Maschinen-
und Anlagenbauer. Denn der Wandel in der Automobilindustrie bringt auch Veränderungen für den klassischen deutschen Industriezweig mit. Statt sich auf die Produktion von Zylindern und der Nockenwelle für Verbrennungsmotoren zu fokussieren, können sich Maschinenbauer mit der Batterieproduktion neue Geschäftsfelder erarbeiten – eine wichtige Entwicklung. Denn um zukunftsfähig zu bleiben, müssen sich Maschinenbauer ebenso alternative, zukunftsweisende Standbeine schaffen wie die Automobilindustrie.

Batteriezellen-Forschung verändert den Markt
Deutsche Forschungsaktivitäten sind stark auf die Weiterentwicklung der Batterietechnologie gerichtet. Die Technische Hochschule in Aachen (RWTH), ebenfalls im TerraE-Konsortium aktiv, forscht entlang der gesamten Energiespeicher-Wertschöpfungskette. Auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) bringt immer wieder Forscher, Hersteller und Anwender zusammen, um Innovationen entlang der Prozesskette der Batterieproduktion voranzutreiben. Die Förderzusage der Bundesregierung gegenüber TerraE – 5,5 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 18 Monaten – trägt dazu bei, die Batteriezellproduktion in Deutschland weiter zu forcieren. Zudem gelten Gigafabriken bei der EU-Kommission für förderwürdig. Von 250 Millionen Euro jährlich ist die Rede, die die Kommission in die Ausweitung neuer Massen- und Serienfertigungsstätten in Europa investieren will.

Beim Thema Forschung und Entwicklung geht es auch darum, Alternativen zu den für die Produktion von Batterien notwendigen Rohstoffen Lithium und Kobalt zu finden. Die deutsche Rohstoffagentur Dera geht davon aus, dass sich der weltweite Bedarf für Lithium-Ionen-Batterien von rund 33.000 Tonnen bis 2025 mindestens verdoppeln wird. Schon heute gibt es Ansätze, Batterie-Technologien so zu entwickeln, dass zukünftig möglicherweise knapper werdende Materialien wie Kobalt abgelöst werden. In diesem Zusammenhang wird nicht nur der Recycling-Gedanke immer wichtiger. Darüber hinaus legen Automobilhersteller und andere Abnehmer zunehmend Wert auf Umwelt- und Sozialstandards, um die Batterierohstoffkette nachhaltig zu sichern.

ees Europe greift neueste Trends auf
Die ees Europe nimmt sich sowohl auf der Messe als auch bei der ees Europe Conference des Themas an. In Halle C1 der Messe München treffen sich die Akteure der Batterieproduktionstechnik im Forum „Batterieproduktion“. An allen Messetagen informieren Experten aus der Produktion sowie von Verbänden und Forschungsinstituten über die neuesten Entwicklungen und Innovationen. Das Forum ist eingebettet in einen eigenen Ausstellungsbereich für Batterieproduktionstechnik, der vom Anlagenbau über die Batterieforschung bis zu Batteriekomponenten alle Topthemen des Industriezweigs abdeckt. Auch die ees Europe Conference greift das Thema in mehreren Sessions auf und diskutiert über Innovationen bei Batteriesystemen, Materialinnovationen, Produktautomation sowie Design-Konzepte und Recycling.

Bildunterschrift: AK Langen Serienproduktion
Bildquelle: © AKASOL

Die ees Europe sowie die Parallelveranstaltungen finden vom 20. bis 22. Juni 2018 unter dem Dach von The smarter E auf der Messe München statt.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.ees-europe.com
www.TheSmarterE.de

ees Europe
Die ees Europe ist die größte und besucherstärkste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme in Europa. Seit 2014 findet die ees Europe jährlich auf dem Messegelände München statt und ist die Branchenplattform für Hersteller, Händler, Anwender und Zulieferer von stationären Speicherlösungen und – technologien für elektrische Energie sowie Batterieproduktionstechnik.

Die begleitende ees Europe Conference beleuchtet und vertieft aktuelle Fragestellungen der Branche.

Mit weiteren ees Veranstaltungen in San Francisco, Mumbai und Sao Paulo ist die ees auf vier Kontinenten vertreten.

Im Jahr 2018 findet erstmals parallel zur ees Europe die Power2Drive Europe statt, die Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität. Mit dem Fokus auf Antriebsbatterien und alle Themen rund um die Ladeinfrastruktur werden die Themen der ees Europe optimal ergänzt. Des Weiteren finden parallel die Intersolar Europe statt, die weltweite Leitmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner und die EM-Power, die neue Fachmesse für die intelligente Nutzung von Energie in Industrie und Gebäuden. Alle vier Messen finden unter dem gemeinsamen Dach The smarter E Europe statt – die Innovationsplattform für neue Energielösungen.

Weitere Informationen über die ees Europe finden Sie unter: www.ees-europe.com