Berlin, 11. März 2020 – Bislang sind Brennstoffzellenfahrzeuge ein Nischenprodukt, doch die Vorteile dieser Technik sind offensichtlich: Keinerlei Schadstoffemissionen, kein CO2-Ausstoß bei der Fahrt und niedrige Werte bei der Produktion, große Reichweite und kurze Tankzeiten. Darüber hinaus kann der Aufbau der Infrastruktur langfristig betrachtet günstiger als bei anderen alternativen Antrieben sein. Insbesondere bei Strecken, die sich nicht elektrifizieren lassen, ist Wasserstoff eine vorteilhafte Option, so zum Beispiel im Schwerlast- oder Schienenverkehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) beauftragte Studie des Center of Automotive Management „Wasserstoffmobilität: Stand, Trends und Perspektiven“. Gute Marktchancen für die Wasserstoffmobilität lassen sich aus den Forschungsergebnissen ableiten. Der Untersuchung liegen Daten aus fast 200 Literaturquellen zugrunde. Vorgestellt wird die Studie am 12. März 2020 auf dem Symposium Zukunft Gas-Mobilität in Berlin.
„Dem schnellen Erfolg der Wasserstoffmobilität stehen momentan hohe Investitionskosten gegenüber. Hier muss die Politik umsteuern, damit über Förderung und der dadurch zunehmenden Produktion die Kosten sowohl für die Fahrzeuge als auch für die Bereitstellung von grünem Wasserstoff schnell sinken können“, sagt der DVGW-Vorstandsvorsitzende Gerald Linke.
Sowohl in der EU als auch in Deutschland besteht eine zunehmende Dynamik im Bereich der Wasserstoffmobilität. So hat sich in Deutschland die Anzahl der Tankstellen in den vergangenen zwei Jahren um ein Drittel auf aktuell 83 erhöht und soll bis zum Jahr 2021 auf 140 anwachsen. Das Gasnetz kann zukünftig Wasserstoff transportieren und diese Tankstellen beliefern. Für die Herstellung von grünem Wasserstoff als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge müssen jedoch zügig Power-to-Gas-Kapazitäten geschaffen werden. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind so zu setzen, dass diese Technologie und damit die Produktion von grünem Wasserstoff wettbewerbsfähig werden, etwa durch ein Marktanreizprogramm und gesetzlich verankerte Zielvorgaben“, so Linke weiter.
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