Berlin, 4. September 2025: Die DIHK hat gestern die Studie “Neue Wege für die Energiewende – Plan B” vorgelegt. Die Studie unterstellt der Energiewende, enorme Kosten zu verursachen und leitet daraus die Notwendigkeit einer politischen Kurskorrektur ab. Der Bundesverband Erneuerbare Energie widerspricht.
BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter: “Das Plan B-Szenario aus der DIHK-Studie setzt auf den Import von fossilen Energieträgern und Wasserstoff und bremst gleichzeitig den Ausbau der Erneuerbaren aus. Das würde Deutschland in neue Abhängigkeiten stürzen und das Ziel der Klimaneutralität über Bord werfen. In einer geopolitisch zunehmend unsicheren Lage neue Abhängigkeiten in der Energieversorgung schaffen zu wollen, schwächt die Krisenfestigkeit und Resilienz des Landes erheblich. Zudem garantiert nur ein auf allen Erneuerbaren Energien, Speichern und Sektorenkopplung basierendes Energiesystem langfristig Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit.”
Die DIHK-Studie setzt in ihrem skizzierten Alternativszenario (“Plan B”) verstärkt auf Erdgas, Importe von blauem sowie grünem Wasserstoff und CCS-Technologien bei gleichzeitiger Verringerung des Ausbaus von Windenergie an Land und Photovoltaik. Für den Zeitraum 2030-2034 nimmt das Plan B-Szenario eine installierte Kapazität bei Windenergie an Land von rund 60 GW an. Die installierte Onshore-Leistung beträgt jedoch schon heute rund 65 GW. Im selben Zeitraum sollen durchschnittlich nur 190 GW Photovoltaik-Kapazität zugebaut sein. Laut EEG soll diese Kapazität aber bis 2030 auf 215 GW steigen, bis 2035 auf 309 GW. Heute sind bereits 107,5 GW PV-Leistung in Betrieb. Damit ist das 2030er-Ziel bereits zur Hälfte erreicht, aber noch längst kein Selbstläufer.
“Es braucht weiterhin ambitionierte Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und eine smarte Infrastruktur, um den Erneuerbaren-Ausbau voranzutreiben. Wieso die DIHK hier den Zubau derart niedrig anlegt, erschließt sich nicht. Andererseits wurde bei Offshore-Windenergie eine Übererfüllung der 2045er-Ziele angenommen, für deren Erreichung aber keine Maßnahmen genannt werden”, so Peter.
“In Deutschland ist eine starke Erneuerbaren-Industrie herangewachsen, die jährlich leistungsstärker wird. Durch ihre enge Bindung an die Zulieferer- und Maschinenbaubranche ist sie ein wichtiger Absatzmarkt der heimischen Industrie. Die Branche schafft Arbeitsplätze und Wohlstand auch in ländlich geprägten Regionen. Dieser Wirtschaftssektor, der gerade in gemeinsamen Studien von Landesverbänden der Erneuerbaren Energie und regional verankerten IHKs untermauert wurde, darf jetzt nicht mitten in seinem wichtigen Aufschwung beschnitten werden.”
Auch ein Verschieben des Klimaneutralitätsziels um zwei Jahre sei kontraproduktiv. “Die Klimaschutzziele sind der Leitstern, an dem sich die deutsche Energiepolitik ausrichten muss. Dafür muss es Kontinuität und Planbarkeit statt neuer Unsicherheiten geben”, so Peter abschließend.





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