Die Waagerechte gehört der Natur – und der Solarenergie: Mit Hundertwasser zu mehr Grün- und Solardächer

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Uelzen 7.8.2019 – Begrünte Dächer senken den Energieverbrauch der Städte, bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere und machen Hitzewellen erträglicher. Solardächer produzieren dringend benötigten Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Die Vorteile dieser Dachlösungen sind offensichtlich. Wer aber z.B. mit der Satellitenansicht von Google über die Dächer unserer Städte fliegt, wird schnell erkennen: nur selten wird bisher von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Dächer zu bepflanzen oder Solarkraftwerke zu installieren. Eine Initiative aus Städten mit Hundertwasser Architekturprojekten will nun dafür sorgen, dass sich hier schnell etwas ändert. Der im Jahr 2000 verstorbene Künstler Friedensreich Hundertwasser hatte als Baumeister die Waagerechte der Natur zugesprochen. Nach seiner Bauphilosophie müssen folglich die Oberflächen von Gebäuden begrünt werden. Auf dem Dach des von ihm umgestalteten Bahnhofs in Uelzen findet sich eine Kombination aus Grün- und Solardach.

Ergebnis einer E-Autotour von Uelzen nach Wien
Die Initiative für mehr Grün- und Solardächer geht vom Uelzener Hundertwasser-Bahnhof aus. Raimund Nowak, einer der Initiatoren des zur Weltausstellung EXPO 2000 realisierten Projekts war Mitte Juli einer Empfehlung aus dem Hause Hundertwasser aus dem Jahr 1999 gefolgt. Mit zwanzig Jahren Verspätung ist er mit einem Elektroauto vom Hundertwasser-Bahnhof Uelzen in die Heimatstadt des Künstlers nach Wien gefahren. Nicht auf dem direkten Weg, sondern mit Stationen in der Grünen Zitadelle in Magdeburg, dem von Hundertwasser umgebauten Martin-Luther-Gymnasium in Wittenberg, in der Porzellanfabrik der Rosenthal AG in Selb und bei der Kuchlbauer Brauerei in Abensberg.
Die Tour von Uelzen sollte nicht den Nachweis der Alltagstauglichkeit von batterieelektrischen Autos erbringen. Hundertwasser hatte schon 1972 für Elektroautos geworben. Es ging um den Zustand der Bauwerke des im Jahr 2000 verstorbenen Künstlers, um die Effekte der Baukunst für die jeweiligen Standorte und um die Wahrnehmung der ökologischen Motive Hundertwassers.

Umweltengagement zu wenig bekannt
Die Gespräche an den Standorten der Hundertwasser Architektur machten deutlich, dass vom Umweltengagement des weltbekannten Künstlers in Deutschland offensichtlich viel zu wenig bekannt ist. Der künstlerische Erfolg überstrahlt den großen Einsatz Hundertwassers für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. In Zeiten der bedrohlichen Erderwärmung besteht jedoch eine große Offenheit, die ökologische Seite Hundertwassers stärker zur Geltung zu bringen. Hier sollen sich die Architekturprojekte stärker in der Kommunikation engagieren. Im Bahnhof Uelzen soll eine Dauerausstellung zum Umweltengagements Hundertwassers platziert werden.

Kampagne für mehr Grün- und Solardächer in den Hundertwasser-Städten und anderswo
Raimund Nowak macht sich für eine große gemeinsame Initiative der Städte mit Hundertwasser-Architektur stark. Die Anziehungskraft der Bauwerke soll genutzt werden, um die zentralen Motive der Hundertwasser-Architektur auch in ökologisches Handeln vor Ort zu verwandeln. Grün- und Solardächer sollen ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Hundertwasser-Städte werden. Nowak, beruflich als Geschäftsführer der Metropolregion-Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg tätig, hat einen ersten Aktionsplan erarbeitet, mit dem er die anderen Städte gewinnen will. Das Vorhaben soll auch für ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel angemeldet werden.

Multimodale Tour in 2020
Im Sommer 2020 soll es eine öffentliche Tour entlang der Hundertwasser Architekturprojekte nach Wien geben.

Michael Chales de Beaulieu
Sprecher
Bahnhof 2000 Uelzen e.V.
Friedensreich-Hundertwasser-Platz 1
29525 Uelzen
Tel. 0581/3890489
chales.de.beaulieu@hundertwasserbahnhof.de