Herr Kleeb, die installierte Solarkapazität in Deutschland hat 2023 bereits stark zugenommen. Wie sieht die Zukunft der Photovoltaik aus?
Tristan Kleeb: Die Photovoltaik ist und bleibt ein wichtiger Baustein für die Energiewende, sie ist Umfragen zufolge die beliebteste erneuerbare Energie. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Sie lässt sich praktisch beliebig skalieren – vom Balkonkraftwerk bis zum Solarpark. Das macht es sehr vielen Menschen möglich, eine eigene Anlage zu installieren. Außerdem ist Photovoltaik etabliert, sie erzeugt vor Ort keine CO2-Emissionen und lohnt sich auch finanziell. Das erklärt, wieso immer mehr Menschen selbst Sonnenstrom auf dem Dach oder Balkon produzieren und die Zahl der Solarparks wächst.
Auf welchen Photovoltaikbereich fokussiert sich E.ON und welche Herausforderungen sehen Sie?
Tristan Kleeb: Wir von E.ON konzentrieren uns bei Gebäuden auf Dachsolaranlagen, weil sie auf Eigenverbrauch ausgerichtet bei fast allen Häusern lukrativ für die Besitzer sind, und auf Solarparks. Natürlich gibt es auch Herausforderungen im Photovoltaikbereich, wie die umfangreichen Genehmigungsverfahren für Freiflächenanlagen.
Die Solarenergie kann ihre Rolle für die Energiewende nur einnehmen, wenn sich genug Menschen für die Arbeit in diesem Bereich entscheiden. Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Argumente der Branche?
Tristan Kleeb: Die Solarbranche bietet die ganze Bandbreite von Einsatzmöglichkeiten, angefangen von Jobs in der Forschung und Entwicklung über Produktion bis zu Installation und Betrieb der Anlagen. Auch wir suchen immer kluge Köpfe, die die Energiewende mit uns vorantreiben wollen, zum Beispiel im Handwerk bei unseren Installationstöchtern sowie in Projektentwicklung und -management. Wer sich für einen Photovoltaik-Job entscheidet, bringt den Klimaschutz voran, bewegt und verändert unser Land und Europa, tut etwas Sinnvolles. Der Solarbereich ist eine Zukunftsbranche, er ist dynamisch und innovationsgetrieben.
Wo bewegt sich aus Ihrer Sicht gerade am meisten?
Tristan Kleeb: Aktuell passiert zum Beispiel im Bereich intelligente Vernetzung unheimlich viel. Es geht um die Verbindung der früher getrennten Bereiche Strom, Wärme und Mobilität. Consumer werden sich zunehmend zu Prosumern wandeln. Sie werden Sonnenstrom produzieren, ihn fürs Heizen mit Wärmepumpen oder für ihr E-Auto verwenden, ihn in Solarbatterien oder künftig in Fahrzeugen für später speichern – und perspektivisch die Energie zur passenden Zeit ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Intelligente Energiemanagementsysteme spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Bei E.ON verbauen wir sie deshalb heute im B2C-Bereich standardmäßig bei der PV-Installation mit. Zudem können Kundinnen und Kunden bei E.ON Wallboxen und Lösungen für Wärmepumpen beziehen. Denn unser Ziel ist, die Menschen aktiv dabei zu unterstützen, im eigenen Zuhause die Energiewende umzusetzen.
Photovoltaikanlagen und Energiemanagementsysteme müssen installiert werden. E.ON hat zuletzt mehrere Solar-Betriebe übernommen. Welche Strategie verfolgt E.ON hier?
Tristan Kleeb: Der Ausbau des PV-Geschäfts ist für E.ON Energie Deutschland ein strategisches Wachstumsfeld. Wir haben im vergangenen Jahr den Anbieter Klarsolar im Segment B2C übernommen. Anfang dieses Jahres haben wir zudem GT-Solar akquiriert, wodurch wir unser Geschäft mit gewerblichen Photovoltaikprojekten deutlich gestärkt haben. Die ebenso erfolgte Übernahme von Energetik, einem Großhändler für Photovoltaik-Komponenten, kommt dem gesamten Unternehmensverbund von E.ON Deutschland und damit allen Kundinnen und Kunden zugute.
Bedeutet Wachstum immer Übernahme von Handwerksbetrieben?
Tristan Kleeb: Nein, unser Fokus liegt auf dem sinnvollen Ausbau des PV-Geschäfts. In diesem Zuge bauen wir auch unser erfolgreiches Partnerprogramm weiter aus. Dafür suchen wir kompetente Handwerksbetriebe mit Fachkenntnissen im Bereich Solar für eine langfristige Kooperation mit Planungssicherheit für die Betriebe, fairen Zahlungskonditionen, einer unkomplizierten Auftragsabwicklung, einem definierten Arbeitsradius und Bereitstellung der Anlagenkomponenten durch uns.





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