Wuppertal, 11. März 2025: Das Wuppertal Institut hat heute eine umfassende Bewertung des Clean Industrial Deal (CID) veröffentlicht: Mit dem 16-seitigen Papier „Schnellanalyse des Clean Industrial Deal – eine erste Bewertung des industriepolitischen Programms der EU-Kommission 2025 bis 2029“ fassen die Autor*innen für jeden der sechs Themenbereiche des CID die Ziele und Instrumente zusammen – und bewerten sie unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Sie gehen dabei in sechs Kapiteln kompakt, aber detailliert auf die Kernbereiche des Clean Industrial Deal ein: bezahlbare Energie, grüne Leitmärkte, private und öffentliche Investitionen, Kreislaufwirtschaft, globale Märkte und internationale Partnerschaften sowie soziale Gerechtigkeit und Just Transition.
„Mitten in der Transformation ist ein schwerer geopolitischer Sturm aufgezogen, das setzt die europäische Industrie massiv unter Druck,“ betont Dr. Lukas Hermwille, Co-Leiter des Forschungsbereichs Transformative Industriepolitik am Wuppertal Institut und Hauptautor der Analyse, und ergänzt: „Mit dem CID setzt die EU-Kommission nun ein wichtiges Signal, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie nur über die Transformation zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gesichert werden kann kann.“ Ob dies gelinge, müsse aber letztlich die Umsetzung zeigen.
Der Plan ist gut, die Finanzierung jedoch teils noch unklar
Die vielleicht größte Schwäche des Clean Industrial Deal sei die unklare Finanzierung, hebt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts, hervor: „Unsere Analyse zeigt, dass der Plan die wesentlichen notwendigen Punkte adressiert. Aber er verlagert die Verantwortung für Umsetzung und Finanzierung weitgehend auf die Mitgliedstaaten. Die laufenden Verhandlungen um das geplante 500-Milliarden-Sondervermögen und die industriepolitische Prioritätensetzung der nächsten Bundesregierung werden mit darüber entscheiden, ob genügend öffentliche Mittel mobilisiert werden, um die notwendigen privaten Investitionen hebeln zu können.“
Insgesamt gelinge es der Europäischen Kommission mit dem CID, das Thema Industrietransformation schlüssig mit Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Resilienz zu verbinden, so das erfreulich positive Fazit der Forschenden: Die EU sende damit eine wichtiges Signal an die europäische Wirtschaft, die in den vergangene Jahren mit dem EU Green Deal angestoßene Transformation konsequent fortzuführen. Damit setzt der CID in einer extrem volatilen, schwierigen geopolitischen Lage dringend notwendige Impulse und bietet Kontinuität und Richtungssicherheit. Und beides sei dringend notwendig, um der Wirtschaft wieder das notwendige Vertrauen für Investitionen in die Zukunft zurückzugeben und Europa wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen.
Originalpublikation:
https://wupperinst.org/fileadmin/redaktion/images_hq/news/symbols/Schnellanalyse…Download: Schnellanalyse des Clean Industrial Deal – eine erste Bewertung des industriepolitischen Programms der EU-Kommission 2025–2029
Weitere Informationen finden Sie unter
Europäische Kommission: Deal für eine saubere Industrie





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