Blackout: Energiespeicher nehmen die Angst vor Stromausfällen

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Durch die Speicherung von Energie in batteriegestützten Systemen in Schwachlastzeiten können Haushalte und Unternehmen Stromausfälle überbrücken. In Kombination mit der Nutzung erneuerbarer Energien, beispielsweise aus Solarpaneelen, können zudem die Energiekosten gesenkt werden, indem bei Preisspitzen auf Batterieversorgung umgeschaltet wird. Um diese neue Form des Energiemanagements richtig umzusetzen, muss jedoch genau darauf geachtet werden, wie das eigene Gebäude Energie verbraucht. Dies ist notwendig, um zu verstehen, wann die Ladung und Entladung von Batteriespeichersystem am sinnvollsten ist.

Die Infrastruktur ist wichtig

Alle Verbraucher werden in Zukunft anders mit Energie umgehen müssen. Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch, um das Netz zu stabilisieren. Denn dieses muss mehr erneuerbare Energien aufnehmen und die Anforderungen steigender Elektrifizierung bewältigen. Während die Termine für die Abschaffung von Benzin- und Dieselfahrzeugen immer näher rücken, wächst der Absatz von Elektrofahrzeugen rasant. Bis 2030 werden Millionen von Elektroautos auf Europas Straßen unterwegs sein. Diese werden meist zu Hause, aber auch am Arbeitsplatz, in Unternehmen und unterwegs aufgeladen werden. Die Energie für diesen Konsum muss irgendwoher beschafft und die Last muss gleichmäßig verteilt werden, um Nachfragespitzen zu vermeiden. Energiespeichersysteme werden in diesem Kontext ein wichtiger Bestandteil der Gleichung sein, ebenso wie die Infrastruktur zur Unterstützung bidirektionaler Energieflüsse. Elektrofahrzeuge werden zudem aufgrund ihrer Batterien eine herausgehobene Rolle sowohl als Lastverteiler als auch als Energiespeicher einnehmen.

Everything as a Grid

Alle Energie verbrauchenden und erzeugenden Komponenten werden eine neue Beziehung zum Netz entwickeln, um die Dekarbonisierung durch Elektrifizierung erst zu ermöglichen. Der einseitige Energiefluss von Erzeugungsunternehmen wird einem flexiblen System weichen. In diesem wird Energie an vielen Orten erzeugt und sie fließt genau dorthin, wo sie gerade benötigt wird. Der Ansturm auf Energiespeicher, der in den letzten Monaten zu beobachten war, ist sichtbarere Teil eines Wandels. Dieser war bereits im Gange und wurde durch den plötzlichen Anstieg der Energiepreise lediglich beschleunigt. Selbst wenn die Preise wieder sinken, wird der Bedarf an Energiespeichersystemen bestehen bleiben. Denn als Teil eines strategischen Ansatzes für die Energiewende sind sie eine gute Investition. Neben Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien wie Solarzellen werden Energiespeichersysteme in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der elektrischen Infrastruktur in den meisten Haushalten und Geschäftsgebäuden sein.

Sektorkopplung

Die Verknüpfung von E-Fahrzeugen mit Gebäuden, erneuerbaren Energien und Energiespeichern wird als Sektorkopplung bezeichnet. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Energie aus den Sonnenkollektoren eines Gebäudes entweder für Anwendungen innerhalb des Gebäudes – einschließlich Ladestationen für E-Fahrzeuge – oder für den Handel mit dem Netz genutzt wird, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Ein neuer Begriff – der Prosumer – wird neuerdings verwendet, um zu beschreiben, wie Unternehmen, Haushalte und Einzelpersonen Energie erzeugen und verbrauchen sowie mit dem Netz handeln werden.

Prosumer werden Energiespeicherkapazitäten benötigen, damit die Dezentralisierung funktioniert. Dies geschieht entweder in Form von Batteriespeichersystemen oder in Form von EV-Batterien, die über Ladegeräte an Gebäude angeschlossen werden. Dies ist eine Investition, mit der sie Geld verdienen werden. Denn das Netz wird Speicherkapazitäten kaufen müssen, um die zunehmenden Mengen an variabler Energie aus kommerziellen Wind- und Solarparks sowie von und für Prosumer zu verwalten. Die Regierungen in ganz Europa sollten die Energieunternehmen dazu ermutigen, Prosumenten für „Netzausgleichsdienste“ zu bezahlen.

Fazit

Batteriespeichersysteme bieten uns allen mehr Versorgungssicherheit. Nicht zuletzt wegen der Reservestromversorgung, die den ununterbrochenen Betrieb lebenswichtiger Geräte gewährleistet und potenziell teure Schäden durch plötzliche Stromausfälle oder Überspannungen bei Wiederherstellung der Stromversorgung verhindert. Die Deckung des kurzfristigen Bedarfs ist zweifellos wichtig, aber es sind die langfristigen Flexibilitätsvorteile, die Investitionen in Energiespeicher lohnenswert machen. Die Nutzung von Energiespeichersystemen in Kombination mit Elektrofahrzeugen wird eine gute Option sein, davon zu profitieren.

Über Eaton

Eaton ist ein Anbieter von Energiemanagement-Lösungen. Das Unternehmen bietet energieeffiziente Lösungen, die den Kunden effektiv dabei helfen, elektrische, hydraulische und mechanische Energie effizienter, sicherer und nachhaltiger zu nutzen. Eaton hat sich dem Ziel verschrieben, durch den Einsatz von Energiemanagement-Technologien und -Dienstleistungen für mehr Lebensqualität zu sorgen und die Umwelt zu schützen.

Eaton wurde 1911 gegründet und ist seit fast einem Jahrhundert an der NYSE notiert. Im Jahr 2021 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 19,6 Milliarden US-Dollar und ist in über 170 Ländern vertreten.