Berlin, 10.03.2021. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) hat sich mit einer Stellungnahme an der Konsultation eines Entwurfs der Übertragungsnetzbetreiber zum Netzentwicklungsplan 2035 beteiligt. „Der Ausbau der Stromnetze muss so gestaltet werden, dass die Klimaziele erreicht und der tragenden Säule der Erneuerbaren Energien im Stromsystem entsprochen wird. Keines der vorgelegten Szenarien des Netzentwicklungsplans ist jedoch dazu geeignet, die Anforderungen des Klimaschutzplans zu erfüllen. Besonders der Bedarf, der sich aus der vermehrten Sektorenkopplung ergibt, liegt laut BEE-Berechnungen etwa 2,5-mal höher als im ambitioniertesten Szenario für 2035 angenommen“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter. „Die Annahmen selbst für dieses Szenario reichen nicht aus, um die Einhaltung der bisherigen Klimaziele zu garantieren. Das ist insbesondere im Hinblick auf die baldige Erhöhung der EU-Klimaziele inakzeptabel. Es braucht eine Anpassung der für die zukünftigen Stromanwendungen benötigten Bedarfe und eine entsprechende Erhöhung der Ausbauziele für Erneuerbare Energien“, so Peter weiter.
Darüber hinaus würden die Planungen für die Verteilnetze nicht in ausreichendem Maße in die Übertragungsnetzplanung einbezogen. An verschiedenen Stellen sei eine gemeinsame Planung von Verteilnetz- und Übertragungsnetzbetreibern netz- und volkswirtschaftlich von Vorteil, etwa bei der Blindleistungsbeschaffung. „Der Stromnetzausbau muss so kosteneffizient wie möglich gestaltet und die Potenziale der Verteilnetze für eine stärkere Auslastung der Stromnetze unbedingt herangezogen werden. In einem ersten Schritt sind die größten Verteilnetzbetreiber in die Übertragungsnetzberechnung einzubeziehen, um Netzausbaukosten zu senken“, so Peter.
Zusätzlich sei im Zuge der aktuellen politischen Diskussion um Wasserstoff- und Power-to-Gas-Standorte eine integrierte Strom- und Gasnetzinfrastruktur voranzubringen. Bisher unterscheiden sich die Netzberechnungen der Strom- und Gasnetze in ihrer Zielstellung und ihren Planungshorizonten. „Eine systemintegrierte Planung kann Synergieeffekte heben, indem bei der Errichtung auch bereits bestehende Netze mit einbezogen werden. So kann die Gesamteffizienz deutlich verbessert und ein umfangreicher Beitrag für den Klimaschutz und eine erfolgreiche Energiewende geleistet werden“, so Peter abschließend.
Weiterführende Informationen:
- Die ganze BEE-Stellungnahme finden Sie hier.
Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 50 Verbänden und Unternehmen aus den Branchen der Wind-, Bio- und Solarenergie sowie der Geothermie und Wasserkraft. Wir vertreten auf diese Weise 30 000 Einzelmitglieder, darunter mehr als 5 000 Unternehmen, 316 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.





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