AURIVOLT-Analyse: Warum geplante Batteriespeicher am falschen Ort landen

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Das Bad Oeynhausener Energieunternehmen AURIVOLT hat in einer aktuellen Marktanalyse das strukturelle Koordinationsproblem beim deutschen Batteriespeicher-Ausbau untersucht. Das Ergebnis: Trotz 650 Anschlussanfragen für 226 Gigawatt werden Speicher dort geplant, wo Investoren sie haben wollen – nicht dort, wo das Netz sie braucht.

Den deutschen Übertragungsnetzbetreibern liegen aktuell 650 Anschlussanfragen für große Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von 226 Gigawatt vor. Allein bei den E.ON-Verteilnetzbetreibern sind es über 2.000 weitere Anfragen für knapp 100 Gigawatt. Doch wie AURIVOLT in seiner Analyse aufzeigt, führt diese scheinbar positive Entwicklung zu einem volkswirtschaftlichen Problem: Die Speicher entstehen nach Investoren-Präferenzen, nicht nach Netzbedarf.

Fehlallokation verursacht Milliardenschäden

„Batteriespeicher verhalten sich nicht automatisch im Sinne der Netzstabilität, sondern so, dass sie möglichst wirtschaftlich im Strommarkt zum Einsatz kommen“, wird Amprion in der AURIVOLT-Analyse zitiert. TenneT empfiehlt in Studien Speicherstandorte „vor allem in Bayern, Hessen und südlichem Niedersachsen“, doch der Schwerpunkt der Anfragen liegt im Norden.

Diese Fehlallokation verursacht laut AURIVOLT volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe. Während Speicher an ungeeigneten Standorten Netzengpässe verstärken, investiert die öffentliche Hand parallel Milliarden in Netzausbau, um Probleme zu lösen, die durch intelligente Speicherplatzierung vermeidbar wären.

Schwarmspeicher als Systemlösung

Als Lösung sieht AURIVOLT koordinierte Schwarmspeicher-Ansätze. „Wir gehen proaktiv auf Netzbetreiber zu und fragen nach deren Bedürfnissen“, erklärt Markus Baumann, Gründer der AURIVOLT GmbH. „Wo sind die neuralgischen Punkte? An welchen Standorten würden Speicher maximal zur Netzstabilität beitragen?“

Das Unternehmen entwickelt dabei ein deutschlandweites Netzwerk aus 20.000 modularen Speichersystemen bis 2030, die gezielt dort platziert werden, wo Netzbetreiber sie benötigen. Die dezentralen 250-kW-Einheiten nutzen bestehende Niederspannungsanschlüsse und können binnen Monaten installiert werden – ohne die jahrelangen Genehmigungsverfahren für Großspeicher. Dabei setzt das Unternehmen auf private und institutionelle Investoren, die mittels Direktinvestments in einzelne Speicher oder Investments in die Finanzierung ganzer Schwärme zur netzdienlichen Energiewende beitragen.

Paradigmenwechsel erforderlich

„Die Energiewende braucht keine perfekten Gesetze oder optimale Rahmenbedingungen. Sie braucht Netzbetreiber, die heute schon koordinierte Speicherlösungen vorantreiben“, argumentiert AURIVOLT.

Netzbetreiber sind aufgerufen mit AURIVOLT in den Dialog zu gehen, um so die netzdienliche Platzierung von Batteriespeichern im Niederspannungsnetz lokal zu koordinieren.


Die AURIVOLT GmbH entwickelt dezentrale Schwarmspeicher-Lösungen für die deutsche Energiewende. Weitere Informationen zu dem Schwarmspeicher-Konzept finden Sie unter www.aurivolt.com.