Vier AktivistInnen von ROBIN WOOD und aus dem Kohlewiderstand rund um Lautonomia in der Lausitz haben sich heute Nachmittag an einer Betonpyramide im Gleisbett der Kohlebahn zwischen den Ortschaften Koppatz und Roggosen angekettet. Über diese Zugstrecke wird das Vattenfall-Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ mit Braunkohle versorgt. Die AktivistInnen unterstützen damit Proteste gegen den Braunkohletagebau in der Lausitz und gegen die extrem klimaschädliche Kohleverstromung. Sie fordern, die Kohle im Boden zu lassen und kein weiteres Dorf mehr abzubaggern. Notwendig ist eine konsequente Wende hin zu einer dezentralen, demokratischen Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Vattenfall muss Verantwortung übernehmen und seine Tagebaue und Kraftwerke in der Lausitz stilllegen, anstatt sie abzustoßen.
„Diese Aktion macht deutlich: Jetzt ist Endstation für die Kohle“, sagt ROBIN WOOD-Energiereferent Philip Bedall. „Wir sind solidarisch mit den vielen weiteren Protesten an diesem Wochenende. Gemeinsam setzen wir Klimaschutz von unten durch – hier und jetzt!“ Über Pfingsten läuft in dem von der Abbaggerung bedrohten Ort Proschim das Klimacamp, zu dem bereits mehr als 2.500 KohlegegnerInnen angereist sind.
Über das Werksgleis der Kohlebahn wird das Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ mit Braunkohle aus dem Tagebau Jänschwalde beliefert. Die 1.600 MW-Anlage „Schwarze Pumpe“ in der brandenburgischen Stadt Spremberg gehört zu den klimaschädlichsten Kraftwerken in Europa.
Der Klimawandel hat schon jetzt katastrophale Folgen vor allem für die Menschen im globalen Süden. Die internationale Staatengemeinschaft – darunter Deutschland und Schweden – hat beim Klimagipfel in Paris anerkannt, dass eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius notwendig ist. Deshalb ist der Kohleausstieg unumgänglich.
Vattenfall hat jahrelang gut verdient mit der Braunkohle in Deutschlands zweitgrößtem Revier. Jetzt will sich der schwedische Staatskonzern aus der Verantwortung stehlen und den Dreck anderen überlassen. Mit dem Abstoßen an die tschechische EPH-Holding droht der Weiterbetrieb von Tagebauen und Kraftwerken. Außerdem wird EPH versuchen, Kosten in Milliardenhöhe, die für die Rekultivierung der Tagebaue und für die Pensionen der Beschäftigten anfallen, auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Dies untergräbt den notwendigen öko-sozialen Strukturwandel in der Region.
Die Menschen in der Lausitz wehren sich seit Jahrzehnten gegen das Abbaggern ganzer Dörfer und Landstriche für die Braunkohle-Industrie. Auch ROBIN WOOD-Aktive aus der Region haben sich über Jahre immer wieder dem Ausbau des Tagebaus in den Weg gestellt u.a. mit Baumbesetzungen in Lacoma. Inzwischen ist – als Pendent zur Anti-AKW-Bewegung – eine starke Anti-Kohlebewegung entstanden, die regional, bundesweit und international gut vernetzt ist. Mit vielfältigen Protesten und Aktionen zivilen Ungehorsams über Pfingsten steigt der öffentliche Druck auf die Regierungen in Bund und Land, endlich ernst zu machen mit dem Klimaschutz: Klimagerechtigkeit statt Kohle – Kohleausstieg jetzt!
Für Rückfragen:
Philip Bedall, Energiereferent, Tel. 0160 99 7833 36,
energie@robinwood.de, ROBIN WOOD-Klimacamp-Kontakt, Tel. 0178 / 154 1822
* * *
Fotos der Aktion finden Sie im Laufe des Tages auf www.robinwood.de
Hintergrund-Informationen und Fact-Sheets zu Kohle:
http://www.robinwood.de/Kohle
Aktuelle Anti-Kohle-Proteste in Vattenfalls Braunkohlerevier:
www.ende-gelaende.org
www.anti-kohle-demo.de
www.breakfree2016.org





Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.
Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.
Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.
Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.