1KOMMA5°: Energiepolitische Einordnung nach der Bundestagswahl

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Hamburg, 24. Februar 2025 – Deutschland hat gewählt – am wahrscheinlichsten ist jetzt eine Neuauflage der Großen Koalition aus CDU und SPD. 1KOMMA5° hofft auf eine schnelle Regierungsbildung und einen klaren Kurs, der Deutschland energiepolitisch in die Zukunft bringt. Es gilt, den Fokus auf die wirtschaftlichsten Energieträger, Erneuerbare und Flexibilität zu legen. Zugleich braucht es Verlässlichkeit, klare Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit mit Blick auf Förderung und Regulierung von Heizung und Erneuerbaren Energien. Für die Kostenwende in der Energiewende braucht es kein zusätzliches Geld, sondern kluge (De-)regulierung. Denn mit mehr Flexibilität für die Erneuerbaren und einem kontinuierlich steigenden CO2-Preis kommt der Kipppunkt für die Energiewende von alleine.

„Eine Große Koalition unter Merz muss die Kostenwende in der Energiewende entfesseln: Dazu brauchen wir keine neuen Subventionen, sondern eine intelligente Marktregulierung, die die Preisvorteile der Erneuerbaren spürbar macht, Speicher besser nutzt und Netzbetreiber entbürokratisiert. Die neue Bundesregierung darf keine Zeit verlieren. Ein steigender CO₂-Preis und mehr Flexibilität für Erneuerbare Energien reichen aus, um den Kipppunkt der Energiewende zu erreichen. Die Politik muss den Markt endlich arbeiten lassen.“
– Philipp Schröder, CEO von 1KOMMA5°

Die Energiekosten müssen für Verbraucher und Wirtschaft sinken. Der Smart-Meter-Rollout ist nicht nur zu langsam, er ist auch zu teuer. Den deutschen Sonderweg bei Steuerboxen müssen wir dafür verlassen. Verbraucher müssen den Klimaschutz in ihrem Geldbeutel positiv spüren. Verbrauchsoptimierung und das Durchreichen von Preissignalen kann das gewährleisten, der Smart Meter ist dafür die Grundvoraussetzung. Verbraucherinnen und Verbraucher benötigen demgegenüber in Zeiten allgemein hoher Energiekosten keine zusätzliche Kapazitätsmarkt-Umlage auf ihrer Stromrechnung – die Dunkelflaute kann klug über den Strommarkt abgesichert werden. Auch beim Heizungstausch kann Deregulierung helfen, die Kosten weiter zu senken.

Nicht nur für den Endverbraucher muss es günstig werden, auch Systemkosten und Haushalt müssen entlastet werden. Deutschland ist bei der Digitalisierung gerade auch im Bereich Energie-Infrastruktur europäisch im Hintertreffen. Hier liegt aber der entscheidende Hebel für Kostenwende und Versorgungssicherheit. Wir können es uns nicht leisten, zwei Systeme parallel laufen zu lassen – deshalb muss die neue Regierung hier Meter machen. Dezentrale “eh-da” Speicher und Flexibilitäten machen die Stromnetze effizienter. Staatliche Förderungen darf es hingegen nur geben, wo sie am Bedarf des Energiesystems ausgerichtet werden. Eine “EEG-Hängematte”, bei der der Zeitpunkt der Einspeisung egal ist, ist teuer und gefährdet die Netzstabilität. Stattdessen braucht es eine Stärkung der Direktvermarktung. Damit wir aber den Ausbau nicht abwürgen und kleine Anlagen an den Strommarkt anschließen können, sind radikale Verbesserungen bei den Netzbetreiberprozessen nötig. Und auch die Wärmepumpenförderung kann klüger an den CO2-Preis gekoppelt werden – wenn der kontinuierlich steigt und günstige Kredite zur Verfügung stehen, kann die Förderung entsprechend sinken und wird schließlich obsolet.