1:10 für Photovoltaik – PV und Batterien schlagen Gaskraftwerke wirtschaftlich haushoch

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Die Aussage gleicht dem Festhalten am Kupferkabel in Zeiten moderner Glasfaser – nur mit gravierenden Folgen fürs Klima. Diese Perspektive ignoriert nicht nur technologische Realitäten und Kostentrends, sondern belastet Deutschland langfristig mit unnötig hohen Emissionen und enormen Mehrkosten. Aktuelle Berechnungen zeigen klar:

Photovoltaik kombiniert mit modernen Speichern ist nicht nur nachhaltiger, sondern langfristig bis zu zehnmal kostengünstiger. Wer heute auf neue Gaskraftwerke setzt, entscheidet sich gegen eine ökonomisch vernünftige und klimafreundliche Energiezukunft.

Die Investitionskostenanalyse für 20 Gigawatt (GW) neuer Kapazitäten bis 2030 offenbart klare wirtschaftliche Vorteile zugunsten der Photovoltaik kombiniert mit Batteriespeichern:

  • Gaskraftwerke ohne CCS-Technologie schlagen mit etwa 19,53 Mrd. € zu Buche.
  • Gaskraftwerke mit CCS-Technologie verursachen noch deutlich höhere Kosten von ca. 26,25 Mrd. €.
  • Dagegen erweist sich die Kombination aus Photovoltaik und Batteriespeichern mit fallenden Batteriekosten als wirtschaftlichste Option, mit Gesamtkosten von lediglich 17,74 Mrd. €.

CCS steht für „Carbon Capture and Storage“ – also das Auffangen und Speichern von CO₂. Technisch gesehen werden hier CO₂-Emissionen aus Kraftwerken abgeschieden und dauerhaft im Boden gespeichert. Realistisch betrachtet gibt es jedoch erhebliche Herausforderungen: Die Technologie ist teuer, in großem Stil kaum erprobt und mit erheblichen Risiken und Akzeptanzproblemen verbunden. Für eine Kapazität von 20 Gigawatt erscheint CCS aktuell weder technisch noch wirtschaftlich realistisch.

Die graphische Darstellung unterstreicht eindrücklich, dass die Investitionen in PV und Speichertechnik sowohl wirtschaftlich als auch klimapolitisch die klar bessere Wahl sind. Wer auf Gaskraftwerke setzt, wählt nicht nur höhere Emissionen, sondern belastet auch langfristig die Wirtschaft mit unnötig hohen Kosten.

Darstellung der Preisentwicklung bis 2045

Die Preisentwicklung bis zum Jahr 2045 verdeutlicht eindrücklich die ökonomische Überlegenheit der Photovoltaik gegenüber fossilen Energieträgern wie Erdgas. Während der Gaspreis – insbesondere durch steigende CO₂-Zertifikatskosten – kontinuierlich von etwa 10 ct/kWh (2025) auf rund 18 ct/kWh (2045) steigt, sinkt der Preis für PV-Strom deutlich von rund 4,25 ct/kWh (2025) auf etwa 2 ct/kWh (2045).

Selbst wenn PV-Anlagen mit Speichertechnologien kombiniert werden, liegt der Strompreis langfristig erheblich unterhalb des Gaspreises: Von anfänglich 8,5 ct/kWh sinken die Kosten bis 2045 auf etwa 4,25 ct/kWh.

Kernaussage:

Die langfristige Betrachtung zeigt, dass erneuerbare Energien wie Photovoltaik mit Speichern eine stabile, zuverlässige und wirtschaftlich deutlich günstigere Energiequelle darstellen als neue, CO₂-intensive Gaskraftwerke. Die Aussagen, PV sei keine Lösung für Deutschland, widersprechen damit klar den realen Trends und Fakten des Energiemarktes.

Gesamtkosten bis 2045:

Die langfristige Gesamtkostenanalyse bis 2045 zeigt eindeutig die Vorteile erneuerbarer Energien gegenüber fossilen Alternativen auf:

  • Photovoltaik mit Batteriespeichern ist langfristig mit Gesamtkosten von ca. 24,94 Mrd. € bei weitem die günstigste Option.
  • Gaskraftwerke ohne CCS-Technologie verursachen hingegen Gesamtkosten von etwa 213,53 Mrd. €, fast neunmal so hoch wie PV.
  • Gaskraftwerke mit CCS-Technologie liegen noch höher, mit Gesamtkosten von etwa 235,65 Mrd. €, und zeigen damit die höchste Kostenbelastung für die Gesellschaft.

Zwei weitere Aspekte sind zu beachten:
1. Wie sicher ist eigentlich die Gasversorgung in 10 oder 20 Jahren überhaupt noch.

Die Stadtwerke Mannheim, Heidelberg und Berlin haben bereits angekündigt, langfristig komplett aus der Gasversorgung auszusteigen. Dieser Trend wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen, insbesondere durch verschärfte Klimaziele und steigende CO₂-Kosten. Daher könnte es in Zukunft nicht nur teuer, sondern auch unsicher sein, auf Gas zu setzen.

  1. Gaskraftwerke müssen gekühlt werden. Die früher übliche Durchlaufkühlung erwärmt das Wasser (16 Mrd. m³ pto Jahr) um 7-10 ° Cel. und wird immer weiter untersagt. Es kommt also vor allem die Nasskühlung (Verdunstungskühlturm) in Betracht. Der dafür nötige Wasserbedarf ist aber mit 440 Mio. m³ pro Jahr immens und entspricht dem Wasserbedarf von etwa 8,8 Millionen Personen (= der Bevölkerung einer Metropolregion wie Großraum München oder Berlin) bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 125 Liter pro Tag und Person.

Klare Empfehlung:

Die Energiepolitik sollte daher dringend auf Photovoltaik und Speichertechnologien setzen. Diese bieten nicht nur langfristige Preisstabilität und Versorgungssicherheit, sondern sichern zudem den kosteneffizienten Weg zur Klimaneutralität. Die grafische Darstellung untermauert diese Erkenntnisse eindrucksvoll und unterstreicht den immensen ökonomischen Vorteil erneuerbarer Energiesysteme gegenüber fossilen Lösungen.

Zum Blog-Beitrag inkl. Grafiken geht es hier…

https://www.gridparityag.com/post/1-10-f%C3%BCr-photovoltaik-pv-und-batterien-schlagen-gaskraftwerke-wirtschaftlich-haushoch