Berlin, 2. Juli 2020 – Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz startet eine klima- und wirtschaftspolitische Initiative für das Gebiet, in dem das Unternehmen die Versorgung mit Strom sicherstellt: die Flächenländer im Osten Deutschlands sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Unter dem Motto “Von 60 auf 100 bis 2032 – für eine Wirtschaft mit Zukunft” hat sich 50Hertz das konkrete Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2032 in seinem Netzgebiet 100 Prozent der Stromnachfrage aus Erneuerbaren Energien decken – und sicher in Netz und System integrieren zu können. 2019 lag dieser Anteil im Jahresmittel bei rund 60 Prozent.
50Hertz wird die komplette Unternehmensstrategie auf dieses neue Ziel ausrichten und im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen an einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb das gesamte zur Verfügung stehende Know-how dafür einsetzen. Dazu gehören neue Ansätze in der Systemführung, eine konsequente Digitalisierung der Integration eines zunehmend volatilen Stromangebotes sowie die Beteiligung an innovativen Modellen der Sektorkopplung zur Erzeugung von Wärme und Wasserstoff aus „grünem“ Strom. 50Hertz will außerdem Bund und Länder dabei unterstützen, geeignete Flächen und Potenziale für die Nutzung von Wind- und Solarenergie zu erschließen. 50Hertz setzt sich aktiv dafür ein, dass die ostdeutschen Bundesländer, Hamburg und Berlin durch Strom aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien ein attraktiver Standort für bestehende Wirtschaftsunternehmen bleiben – und für Zukunftsindustrien werden.
Zur neuen Strategie erklärte der Vorsitzende der 50Hertz-Geschäftsführung, Stefan Kapferer: „Der Umbau unserer Elektrizitätsversorgung tritt in eine neue Phase ein. Die bisherige, parallele Existenz eines konventionellen fossilen Erzeugungssystems und eines Energiesystems basierend auf Erneuerbaren Energien geht schrittweise zu Ende. Wind- und Solarenergie müssen zukünftig auch Systemdienstleistungen erbringen können. Diesen Übergang wollen wir entschlossen voranbringen und – das ist neu – beschleunigen. 50Hertz setzt damit ein klares klima- aber vor allem auch ein industriepolitisches Signal: Immer mehr Unternehmen wissen, dass die Zukunft den Erneuerbaren gehört. Und sie wollen ihre Energieversorgung auf diese ausrichten. Diesen Prozess wollen und werden wir unterstützen.“
Um das 100 Prozent-Ziel bis zum Jahr 2032 zu erreichen sind nach Auffassung von 50Hertz-CEO Kapferer nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft weitere erhebliche Anstrengungen notwendig. Dazu gehört unter anderem, rasch geeignete Flächen für Offshore-Windkraft zu erschließen – und diese zeitnah in die Flächen- und Netzentwicklungspläne mit aufzunehmen. Auch für den Ausbau von Wind- und Solarenergie an Land gibt es nach Ansicht von Kapferer zusätzliches Potenzial, das bisher noch nicht berücksichtigt wurde – sowohl bei der Bereitstellung von Flächen als auch bei der Leistungsfähigkeit der Anlagen. 50Hertz bietet bei den oft komplexen Prozessen der Öffentlichkeitsbeteiligung an, die eigene langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet einzubringen.
Die Initiative von 50Hertz geht Hand in Hand mit der neuen ambitionierten europäischen Energie- und Klimapolitik: Nach dem von der EU-Kommission vorgelegten „European Green Deal“ soll Europa bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden. Die Elia Group als Mehrheitseigner von 50Hertz unterstützt dieses ambitionierte Vorhaben. Chris Peeters, CEO der Elia Group und Aufsichtsratsvorsitzender von 50Hertz: “Die Energiewende hat bei uns Top-Priorität. Zusammen mit unserem deutschen Partner, der KfW Bankengruppe, unterstützen wir 50Hertz voll und ganz darin, die Stromnachfrage im Netzgebiet bis 2032 vollständig aus Erneuerbaren Energien decken zu können. Das steht im Einklang mit der Strategie der Elia Group sowie den Ambitionen des European Green Deal, denn 50Hertz ist Vorreiter bei der Integration großer Mengen Strom aus Erneuerbaren Energien sowohl in das deutsche als auch das europäische Energiesystem.“
Auch die KfW, die 20 Prozent der Anteile an der 50Hertz-Mutter Eurogrid hält, unterstützt den neuen strategischen Ansatz. Dr. Lutz-Christian Funke, KfW-Generalsekretär und Mitglied des Aufsichtsrates von 50Hertz, erklärt dazu: „Globale Herausforderungen wie die zunehmende Erderwärmung prägen den gesellschaftlichen und politischen Diskurs. Sie verdeutlichen die Notwendigkeit und Dringlichkeit, den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft voranzubringen. Daher ist es wichtig, dass 50Hertz sich das Ziel gesetzt hat, 100 Prozent der Stromnachfrage in seinem Netzgebiet aus Erneuerbaren Energien zu decken – und so einen konkreten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Deutschlands zu leisten.“
Über 50Hertz
50Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands und baut es für die Energiewende bedarfsgerecht aus. Unser Höchstspannungsnetz hat eine Stromkreislänge von etwa 10.490 Kilometern – das ist die Entfernung von Berlin nach Rio de Janeiro. Das 50Hertz-Netzgebiet umfasst die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. In diesen Regionen sichert 50Hertz mit etwa 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund um die Uhr die Stromversorgung von 18 Millionen Menschen. 50Hertz ist führend bei der sicheren Integration Erneuerbarer Energien: In unserem Netzgebiet stammt über 60 Prozent des verbrauchten Stroms aus regenerativer Erzeugung – Tendenz steigend. Anteilseigner von 50Hertz sind die börsennotierte belgische Holding Elia Group (80 Prozent) und die KfW Bankengruppe mit 20 Prozent. Als europäischer Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz Mitglied im europäischen Verband ENTSO-E.
Mehr Informationen: Live-Daten aus unserem Netz gibt es in der 50Hertz-App für Apple, Android und Windows. Informationen und Download-Links unter 50hertz.com/app.





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