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Sind gewerbliche Batteriespeicher die Lösung für Europas Wettbewerbsdruck?

Die Strompreise für Unternehmen haben sich innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt, während die Batteriekosten stark gesunken sind. Eine Umfrage unter Installateuren in Australien deutet darauf hin, dass inzwischen die Umsetzung und nicht die Nachfrage der limitierende Faktor ist. Wir bei Orkestra haben die europäische Photovoltaik-Branche, ob das auch hier zutrifft.
Symbolbild Batteriespeicher
Foto: Orkestra

„Europa kann keine Industriemacht bleiben, wenn seine Energiepreise strukturell zu hoch sind.“ Das sagte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, kürzlich in ihrer Rede zur Lage der Union. Und sie hat recht. In einer sich rasant beschleunigenden Welt beeinträchtigen hohe Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents.

Die Strompreise für europäische Unternehmen sind mehr als doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Sie mögen sich gegenüber den Höchstständen der Energiekrise nach Russlands Einmarsch in die Ukraine etwas entspannt haben, bleiben aber in der gesamten Europäischen Union und im Vereinigten Königreich hoch, sodass Unternehmen die Kosten durch geringere Margen, eingeschränkten Betrieb oder höhere Preise für ihre Kunden auffangen müssen.

Europäische Unternehmen brauchen mehr Kontrolle über ihre Energiekosten

Fast jede Komponente einer gewerblichen Stromrechnung liegt außerhalb der Kontrolle des Kunden. Die Großhandelspreise werden in den meisten europäischen Märkten häufig durch Gaskraftwerke bestimmt, sodass jede Störung der globalen Energieversorgung direkt auf die Kosten durchschlägt, während auch die Netzentgelte steigen, da Netzbetreiber den Netzausbau und Flexibilität finanzieren. Das Ergebnis ist eine Kostenbasis, die strukturell hoch und schwer zu prognostizieren ist.

Deshalb sind dezentrale Energieanlagen entscheidend für die Zukunft der Energieversorgung von Unternehmen.

Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher vor Ort geben gewerblichen und industriellen (C&I) Unternehmen die Möglichkeit, einen erheblichen Teil ihres Energiebedarfs für 20 Jahre und mehr festzuschreiben. Sobald eine Dachanlage in Betrieb genommen ist, liegen die Grenzkosten jeder erzeugten Kilowattstunde nahe null, und die Gesamtkosten dieser Erzeugung über die Lebensdauer lassen sich im Voraus berechnen.

Ein richtig dimensionierter Speicher erweitert diesen Wert, indem er überschüssigen Solarstrom aus der Mittagszeit für teurere Abendstunden speichert, Lastspitzen und die damit verbundenen Leistungsentgelte reduziert und, wo dynamische oder zeitvariable Tarife verfügbar sind, bei niedrigen Preisen aus dem Netz lädt.

Zusammen verringert eine richtig dimensionierte Photovoltaik- und Speicheranlage vor Ort die Anfälligkeit für Preisschwankungen, indem sie als physische Absicherung gegen künftige Preisschocks wirkt. Der verbleibende Netzbezug ist zwar weiterhin dem Markt ausgesetzt, macht aber nur noch einen kleineren und besser beherrschbaren Anteil der Gesamtrechnung aus. Für Unternehmen, die das Kapital nicht vorab aufbringen wollen oder können, bleibt ein Stromliefervertrag (PPA) ein gangbarer Weg, um die beschriebenen Vorteile in ähnlichem Maße zu nutzen.

Batteriespeicher werden zur wichtigsten Wachstumschance

Da Photovoltaik im vergangenen Jahrzehnt zu einem festen Bestandteil des europäischen Energiemixes geworden ist, wird ein Großteil des künftigen Wachstums bei dezentralen erneuerbaren Anlagen durch den Ausbau von Batteriespeichern getragen werden müssen.

Glücklicherweise sinken genau zu der Zeit, in der die Strompreise für Unternehmen weiter steigen, die Kosten für Batteriespeicher kontinuierlich, da verbesserte Lieferketten und Skaleneffekte in der Produktion die Preise nach unten drücken. Heute sind Lithium-Ionen-Batteriezellen satte 77 Prozent günstiger als noch vor 10 Jahren.

Neben den Zellen selbst fallen bei der Installation eines Batteriespeichers viele weitere Kosten an, doch das Tempo, mit dem er für Unternehmen in ganz Europa zu einer tragfähigen Option wird, verändert, wie die Versorgung mit sauberer Energie betrachtet werden muss.

Unternehmen sind nicht länger der Willkür von Energieversorgern ausgeliefert, deren Stromangebot an global volatile Energieindizes gekoppelt ist – eine Volatilität, die letztlich an die Endkunden weitergegeben wird.

Die Wirtschaftlichkeitsprüfung entscheidet über den Verkaufserfolg

Sinkende Kosten für Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher sowie steigende Energiepreise sollten daher eigentlich ein Selbstläufer sein, doch Kunden handeln auf Basis von Zahlen, die auf ihren eigenen Standort zugeschnitten sind.

Das nimmt diejenigen, die das System verkaufen, in die Verantwortung, dessen Wert klar aufzuzeigen. Am wirkungsvollsten gelingt das mit einer Wirtschaftlichkeitsprüfung, die das Verbrauchsprofil und den Tarif des Standorts nutzt, um die Netto-Energiekosten vor und nach der Installation der Photovoltaik-Anlage zu vergleichen.

Ein Beispiel: Eine 800-Kilowatt-Photovoltaiknlage mit 350-Kilowattstunden-Speicher bei einem Hersteller in Bristol, der 1,2 Gigawattstunden pro Jahr bei einem Full-Pass-Through-Tarif verbraucht, kann dem Unternehmen jährlich mehr als 125.000 britische Pfund (146.000 Euro) einsparen.

Eine solche Investition steigert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen, sondern liefert auch für mehr als 20 Jahre saubere Energie, mit einer Rendite, die private Finanzierung anziehen kann.

Schöpft der europäische Markt dieses Potenzial aus? Hilf uns, es herauszufinden.

Wir können uns vermutlich alle darauf einigen, dass die Argumente für gewerbliche Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher in Europa auf dem Papier stark sind. Weit schwerer zu erkennen ist jedoch, ob die Branche diese klare Chance tatsächlich in installierte Systeme umsetzt – und warum das so ist oder eben nicht.

Deshalb befragen wir die C&I-Solarbranche in ganz Europa, um das herauszufinden.

Es ist dieselbe Umfrage, die wir im vergangenen Jahr in Australien und Neuseeland durchgeführt haben, und die Ergebnisse waren faszinierend. Die Befragten berichteten, dass die Nachfrage nach gewerblichen Batteriespeichern real ist: 82 Prozent verzeichneten im vergangenen Jahr einen Anstieg, doch nur ein Viertel der Befragten konnte einem Kunden einen Speicher verkaufen und liefern. Die Nachfrage war nicht der limitierende Faktor, es war die Umsetzung.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie Installateuren und Unternehmen zeigt, wo sie ansetzen müssen. Ein Markt, der durch schwache Nachfrage ausgebremst wird, braucht eine andere Antwort als einer, der durch die Umsetzung ausgebremst wird, und die Ursachen einer Umsetzungslücke liegen vermutlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Finanzierung und Netzanschluss bis zur Produktelieferung und Entscheidungszeiten der Kunden. Sobald der Engpass sichtbar ist, können Unternehmen ihre eigenen Tools und Prozesse prüfen und entscheiden, was sich ändern muss, um Interesse in installierte Systeme zu verwandeln.

Dieses Jahr wollen wir der europäischen Branche dieselbe Klarheit verschaffen. Die „C&I-Solar-Industrieumfrage 2026“ richtet sich speziell an europäische Installateure, Projektentwickler und Energieberater. Es geht darum, was sie im Tagesgeschäft tatsächlich beobachten. Sie läuft bis zum 30. Oktober: Jetzt an der „C&I-Solar-Industrieumfrage 2026“ für Europa teilnehmen.

Gemeinsam zeigen die Antworten der gesamten Branche, wo die tatsächlichen Engpässe liegen, damit Anstrengungen gezielt in deren Lösung fließen und das C&I-Segment erschlossen werden kann. Für dich selbst sind die Ergebnisse ein Benchmark: Du siehst, wie dein Unternehmen im Vergleich zu Branchenkollegen dasteht und welche Vorgehensweisen du anpassen solltest, um die Chance besser zu nutzen. Jeder Teilnehmer erhält den vollständigen Bericht, der die Umfrageantworten mit realen Projektdaten der Orkestra-Plattform und unabhängigen Marktanalysen von „SunWiz“ abgleicht. Außerdem verlosen wir unter allen Teilnehmern auch noch 1000 Euro.

Vom Business Case zur installierten Anlage

Die Argumente für gewerbliche Photovoltaik- und Speicheranlagen in Europa sind stärker denn je. Die Strompreise für Unternehmen haben sich innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt, die Batteriekosten sind stark gesunken, und eine Anlage vor Ort verschafft einem Unternehmen klare Einsparungen und eine Absicherung gegen künftige Preisschwankungen.

Wenn der australische Markt ein Maßstab ist, liegen die nächsten Fortschritte darin, wie gut die Branche den Business Case in einen abgeschlossenen Deal verwandeln kann. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ist ein möglicher Ausgangspunkt.

Kilian von Orkestra

— Der Autor Kilian Giczey ist Lead Energy Analyst für Europa bei Orkestra, einer Software, die speziell für gewerbliche Photovoltaik- und Speicherprojekte entwickelt wurde. Orkestra wurde von Energieberatern gegründet, die jahrelang an C&I-Projekten gearbeitet haben und zu dem Schluss kamen, dass ein klarer finanzieller Business Case, der dem Kunden frühzeitig vorgelegt wird, der wichtigste Faktor für einen Geschäftsabschluss ist. Die Plattform unterstützt inzwischen weltweit mehr als 250 Installateure, Berater und Energiedienstleister bei der Planung und dem Management von C&I-Solar- und Speicherprojekten. https://www.orkestra.energy/de —

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